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Mit Biomasse Ressourcen sparen

29.04.2009
Die klassische Biomasse wird knapp. Was bisher in der Land- und Forstwirtschaft als Abfall im besten Fall kompostiert wurde, kann zukünftig wertvolle Dienste leisten. Experten aus Sachsen-Anhalt und dem spanischen Valencia wollen gemeinsam erforschen, wie man Biomassereste gewinnbringend verwerten kann. Das Vorhaben wird mit 4 Mio. Euro von der EU gefördert.

In Sachsen-Anhalt sind es überwiegend Reste und Abfälle aus der Landschaftspflege. In Valencia dagegen fällt jede Menge Biomasse aus der Bewirtschaftung von Oliven- oder Orangenhainen an. Doch die Pflanzenreste bergen enormes Potenzial.

Leider ist eine standardisierte und kostengünstige Verwertung dieser vielfältigen Reste für die Industrie schwierig. Natürlich lässt sich mit den ständig nachwachsenden Rohstoffen hervorragend auf umweltfreundliche Weise Energie gewinnen. Die sofortige energetische Nutzung ist sicher einträglich. Deutlich nachhaltiger ist allerdings die stoffliche Verwertung, also beispielsweise in die Verarbeitung in der Möbelindustrie.

Dafür entwickeln die Forscher am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF gemeinsam mit ihren internationalen Projektpartnern neue Prozesse und Technologien. So arbeiten die Magdeburger Wissenschaftler beispielsweise an klugen Konzepten für die Biomasselogistik. Denn: Die industrielle Nutzung verlangt Sortierung der unterschiedlichen Pflanzenreste. Sortierung setzt Identifikation voraus. Keine einfache Aufgabe, von der sich jeder Gärtner mit einem Blick auf seinen Komposthaufen überzeugen kann: Unglaublich, wie viele verschiedene Pflanzenreste dort zu finden sind. In der Zukunftsvision der Fraunhofer-Forscher könnten Resthölzer mit RFID-Bändern ausgerüstet oder bei der Landschaftspflege anfallender Grünschnitt mit luminiszenten Nanopartikeln angereichert werden.

Mit der Bestimmung der genauen Biomasse ließe sich nun entscheiden, was damit geschehen soll. Äste und Zweige beispielsweise können tonnenweise zu Hackschnitzeln verarbeitet oder bei einem Möbelhersteller zu Spanplatten gepresst werden, auch der Einsatz als Dämmstoff oder als Zusatz in Betonbauteilen ist denkbar. Dementsprechend lässt sich die Logistikkette organisieren und überwachen: Von der Ernte, über die Lagerung und den Transport bis zum endgültigen Ort der Verwertung.

Petra Wernicke, Sachsen-Anhalts Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt ist von dem Vorhaben begeistert: "Bedenkt man die Mengen an ungenutzter Biomasse in Parkanlagen, auf Feldern und in Wäldern, wartet hier enormes Potenzial auf uns. Diese Chancen müssen wir nutzen. So lassen sich einerseits Ressourcen einsparen und andererseits die Umwelt schonen. Die Zukunft liegt in der systematischen Nutzung der regenerativen Energien."

Anna-Kristina Wassilew | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iff.fraunhofer.de/

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