Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bioenergie und Naturschutz: 1,6 Millionen € für europäisches Bioenergie-Forschungsprojekt

24.11.2008
Weizen und andere Lebensmittel anstelle von Öl zu verheizen, löste erhebliche ethische Bedenken aus. Wie aber steht es um andere bioenergetische Quellen? Grünlandschnitt, der von Naturschutzflächen aus ganz Europa stammt, als Energielieferanten für Biogas zu nutzen, ist der Forschungsansatz von Professor Dr. Michael Wachendorf, Fachgebiet Nachwachsende Rohstoffe an der Universität Kassel.

Er konnte jetzt in Zusammenarbeit mit dem EU-Referat der Universität Drittmittel in Höhe von 1,6 Millionen Euro für das Projekt PROGRASS einwerben. PROGRASS will erforschen, wie die wirtschaftliche und ökologische Nutzung von unter Naturschutz stehenden Grünlandflächen zur Bioenergiegewinnung in Europa möglich ist.

Ziel ist es, Lebensräume durch ein angepasstes, landwirtschaftliches System zu erhalten und Bioenergie zu produzieren, ohne dabei in Konkurrenz zu der Nahrungsproduktion zu treten. Gleichzeitig sollen so neue Einnahmequellen für kleine Landwirtschaftsunternehmen geschaffen und ökonomisch benachteiligte Regionen in wirtschaftlicher Hinsicht aufgewertet werden.

Das Potential ist hoch: In Deutschland gibt es rund 1,5 Millionen Hektar, in England 2,2 Millionen Hektar und in Estland 0,6 Mil. Hektar Grünland, das sich grundsätzlich für die Biomasse- und Bioenergie-Produktion eignen könnte - allerdings von sehr unterschiedlicher Qualität und Zusammensetzung.

In einem mehrstufigen Arbeitsplan über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren soll das PRO-GRASS-Konzept erprobt werden: In der Demonstrationsphase wird ein mobiles Pilotsystem zur Wandlung von Biomasse zu Festbrennstoffen in drei europäischen Modellregionen in Estland, England und Deutschland eingesetzt. Parallel werden die technischen Umsetzungsmöglichkeiten erforscht und konstant kontrolliert, inwiefern PROGRASS hinsichtlich der wirtschaftlichen und sozioökonomischen Faktoren in den Regionen zukunftsfähig und auf andere Regionen übertragbar sind. Für die Umwandlung der Grünlandmasse in Brennstoffe soll ein neues Verfahren eingesetzt und weiter entwickelt werden, das bis zu 70 Prozent der in der Biomasse enthaltenen Energie nutzen kann.

Gefördert wird das Forschungsprojekt, das von Wachendorf im Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel in Witzenhausen in Kooperation mit dem EU-Referat geleitet wird, von der Europäischen Union im Rahmen des LIFE+ Environmental Policy and Governance-Programms. Es sind insgesamt acht Teilprojekte, die mit Kooperationspartnern in Deutschland, England und Estland durchgeführt werden sollen, um von den Naturschutzaspekten über sozioökonomischen bis hin zu technischen Fragestellungen den komplexen Prozess wissenschaftlich und praktisch zu erarbeiten. Partner sind die Universität Bonn, die estnische University of Life Science, das Institute of Grassland and Environmental Research in Wales, der Landkreis Vogelsberg, Industrie- und Umsetzungspartner aus Deutschland und Österreich wie etwa die VIESSMANN Werke GmbH & Co. KG in Allendorf/Eder sowie das Hessische Umweltministerium.

Info
Universität Kassel
Prof. Dr. Michael Wachendorf
Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften
tel: (05542) 98 1334
e-mail: mwach@uni-kassel.de
EU-Referat der Universität Kassel
Tim Scholze
tel: (0561) 804 22 40
e-mail: tscholze@uni-kassel.de

Ingrid Hildebrand | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Mit der Filtermembran auf den Weltmarkt
12.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe

23.06.2017 | Förderungen Preise

Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern

23.06.2017 | Informationstechnologie

Virologen der Saar-Uni entdecken neuen Mechanismus, der die Hautkrebs-Entstehung begünstigt

23.06.2017 | Biowissenschaften Chemie