Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biodiversitätsverlust kommt Wirtschaft teuer

10.05.2010
Rapides Artensterben wird enorme Schäden verursachen

Die Verluste der Artenvielfalt werden schon bald die Volkswirtschaften von Ländern hart treffen. Zu diesem Schluss kommt die UNO-Studie "Global Biodiversity Outlook" GBO-3. Einige Ökosysteme befinden sich auf dem besten Weg dazu, so ausgedünnt zu werden, dass sie sich zur menschlichen Nutzung nicht mehr eignen. Beispiele dafür sind die massiv zurückgedrängten Wälder, algenüberwucherte Wasserwege und massenhaft abgestorbene Korallenriffe.

Erst vor wenigen Wochen haben Forscher berichtet, dass das von den Regierungen beschlossene Millenniumsziel eine Verringerung des Artensterbens einzuleiten, nicht erreicht wurde (pressetext berichtete http://www.pressetext.com/news/100503019/ ). "Die Nachrichten sind alles andere als gut", meint Ahmed Djoglaf, Generalsekretär der UN Konvention für biologische Diversität (CBD) http://www.cbd.int . "Der Artenschwund ist sogar schlimmer als je zuvor und könnte bis zu 1.000 mal höher sein als in der Vergangenheit." Zwischen 1970 und 2006 ist die Zahl der Wirbeltiere um etwa ein Drittel gesunken.

Artenvielfalt: Lebenswichtig für den Menschen

Um den Menschen vor Augen zu halten, wie viel Ökosysteme Wert sind, wurde das Projekt Economics of Ecosystems and Biodiversity TEEB http://www.teebweb.org ins Leben gerufen, das den monetären Wert einzelner Habitate errechnen soll. In diesen Hochrechnungen sind "natürliche Dienstleistungen" wie etwa Lieferung von sauberem Trinkwasser, Regen für die Landwirtschaft, Erlös aus der Fischerei und Naturtourismus miteinbezogen.

Allein der jährliche Verlust der Wälder wurde mit zwei bis fünf Billionen Dollar berechnet. "Viele Wirtschafter sind blind über den hohen Wert der Vielfalt von Tieren, Pflanzen und anderen Lebensformen und ihre Rolle in gesunden und funktionierenden Ökosystemen", meint UNEP-Direktor Achim Steiner.

"Die Menschen haben die Illusion entwickelt, dass wir irgendwie ohne Biodiversität überleben können oder dass dies nur von peripherer Bedeutung für das Funktionieren unserer Welt ist." Angesichts der Tatsache, dass der Planet mehr als sechs Mrd. Menschen - und 2050 mehr als neun Mrd. Menschen - ernähren müsse, sei das wesentlich für das Überleben.

Wert eines Ökosystems

TEEB-Forscher haben errechnet, dass die Regierung von Vietnam zur Wiederaufforstung von rund 12.000 Hektar Mangroven insgesamt 1,1 Mio. Dollar ausgegeben hat, sich dabei allerdings Dämme und Schutzwälle im Wert von rund 7,3 Mio. Dollar erspart hat. Ähnliche Hochrechnungen könnte man auch bei Flüssen und Kanälen anstellen, bei denen die Algenplage sämtliche Fische vernichtet hat und die sich zudem auch nicht mehr als Trinkwasserreservoirs eignen.

Einige Forscher wie etwa der Korallenexperte Christian Wild, Leiter der Coral Reef Ecology Arbeitsgruppe am GeoBio-Center München http://www.palmuc.de/core halten von solchen Hochrechnungen nicht viel. "Solche Berechnungen des ökonomischen Wertes von komplexen Ökosystemen sind wohl aus der Schwierigkeit entstanden, Entscheidungsträgern in der Politik den ökologischen Wert eines Ökosystems zu vermitteln", erklärt Wild im pressetext-Interview. Der Hektarwert eines Korallenriffs wurde zwischen 130.000 und 1,2 Mio. Dollar berechnet.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://gbo3.cbd.int
http://www.palmuc.de/core

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften