Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschland auf dem Weg zur Nachhaltigkeit: Wirtschaftswachstum bei weniger Umweltverbrauch

14.05.2002


Beirat Umweltökonomische Gesamtrechnung übergibt Gutachten an Bundesumweltminister Jürgen Trittin

Deutschland ist auf dem Weg zur nachhaltigen Entwicklung gut vorangekommen: Das Statistische Bundesamt hat festgestellt, dass der Umweltverbrauch bei steigendem Wirtschaftswachstum gesunken ist. Insgesamt nimmt die Bundesrepublik im Umweltschutz nach wie vor einen Spitzenplatz ein. Dies ist das Ergebnis der umweltökonomischen Gesamtrechnungen. Konzeptionelle Grundlagen für diese Modellrechnungen liefert der wissenschaftliche Beirat Umweltökonomische Gesamtrechnung auch in seinem jüngsten Gutachten, das er heute in Berlin an Bundesumweltminister Jürgen Trittin übergeben hat. "Eine wirksame Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung kann nur mit verlässlichen Informationen über die Wirtschafts- und Umweltentwicklung in Deutschland gelingen. Mit den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen ist erstmals ein Handwerkszeug geschaffen worden, dass wichtige Datengrundlagen liefert. Dazu hat der Beirat maßgeblich beigetragen", sagte der Minister.

So stellte das Statistische Bundesamt in seinen umweltökonomischen Gesamtrechnungen Ende 2001 fest, dass das Bruttoinlandsprodukt zwischen 1991 und 2000 preisbereinigt um rund 15 Prozent gestiegen ist. Gleichzeitig ging im gleichen Zeitraum der Verbrauch an Umweltressourcen wie Energie, Rohstoffe (jeweils -2 Prozent) und Wasser (-11 Prozent) zurück. Auch der Ausstoß an Kohlendioxid, Schwefel- und Stickoxiden wurde deutlich reduziert.

Allerdings erhöhte sich der Flächenverbrauch um rund 8 Prozent und liegt gegenwärtig bei rund 129 Hektar pro Tag. "Der Trend zur zunehmenden Flächenversiegelung muss umgekehrt werden. Deshalb haben wir uns in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. Bund, Länder und Kommunen müssen dazu Strategien und geeignete Instrumente entwickeln. Die vorliegenden Ergebnisse der umweltökonomischen Gesamtrechnungen zeigen aber, dass wir insgesamt die richtigen Weichenstellungen im Umwelt- und Klimaschutz vorgenommen haben", sagte Jürgen Trittin.

Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) werden seit Ende der 80er Jahre beim Statistischen Bundesamt entwickelt und ausgebaut. Sie liefern u.a. bundesweite langfristige Trendbeschreibungen und Datenanalysen zum Natur- und Ressourcenverbrauch im Verhältnis zum Wirtschaftswachstum. Auch ökologisch wichtige Trends - etwa in der Veränderung des Konsumverhaltens bzw. in der Wirtschaftsstruktur - lassen sich mit Hilfe der Daten erkennen.


Die 4. Stellungnahme des Beirats Umweltökonomische Gesamtrechnungen wird in Kürze im Internet unter www.bmu.de erhältlich sein. Ergebnisse der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamtes sind unter www.destatis.de zu finden.

Michael Schroeren | BMU Pressedienst

Weitere Berichte zu: Umweltverbrauch Umweltökonomisch Wirtschaftswachstum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hochmodernes Forschungsflugzeug fliegt zurzeit über Europa
17.07.2017 | Universität Bremen

nachricht Baumgrenze wird nicht allein durch das Klima bestimmt
03.07.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten