Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kohlekraftwerke mit CO2-Wäschen nachrüsten

28.11.2007
Wie Kohlekraftwerke bereits jetzt geplant werden müssen, damit in Zukunft möglicherweise das klimaschädigende Treibhausgas CO2 aus dem Rauchgas herausgewaschen werden kann, sollen Wissenschaftler der Ruhrgebietsuniversitäten Duisburg-Essen und Dortmund klären.

Mit dem Bewilligungsbescheid des Landes NRW hat nun die ef.Ruhr Forschungs-GmbH, die die Kompetenzen der drei Universitäten der Metropole Ruhr in Energiefragen bündelt, den Startschuss für das Projekt "Analyse zur Nachrüstung von Kohlekraftwerken mit einer CO2-Rückhaltung" erhalten. Das Forschungsprojekt hat ein Fördervolumen von 335.430 Euro und soll in eineinhalb Jahren abgeschlossen sein. Es wird zur Hälfte vom NRW-Wirtschaftsministerium sowie zu jeweils zu einem Viertel von der E.ON Engineering GmbH und der RWE Power AG finanziert.

Parallel dazu soll das Wuppertal Institut unter anderem die energiewirtschaftlichen und strukturellen Voraussetzungen für eine CO2-Rückhaltung klären. Hintergrund für das Forschungsprojekt sind auch aktuelle Überlegungen der EU-Kommission, entsprechende Vorkehrungen für eine Nachrüstung (capture ready) bereits ab 2010 bei neuen Kraftwerken vorzuschreiben.

"Zwar gibt es in der chemischen Industrie bereits durchaus langjährige Erfahrungen mit Verfahren zu CO2-Wäschen, doch es wird selbst bei erheblichen Forschungsanstrengungen frühestens 2020 möglich sein, diese auf die speziellen Bedingungen von Kraftwerken zu übertragen, bei denen ganz andere Gasgemische, Mengenschwankungen, Temperaturen und Drücke herrschen", erklärt Prof. Dr. Klaus Görner, Lehrstuhl für Umweltverfahrenstechnik und Anlagentechnik, Duisburg-Essen, (LUAT), der das ef.Ruhr-Projekt leitet. Beteiligt sind auch der Dortmunder Lehrstuhl für Umwelttechnik (UT) und das Duisburger IUTA Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V. .

... mehr zu:
»CO2 »CO2-Wäschen »Kohlekraftwerke »Ruhr

Untersucht werden soll nun unter anderem, welcher Platz- und Energiebedarf für eine nachrüstbare CO2-Wäsche bei Kraftwerksneubauten eingeplant werden sollten. Dazu müssen viele derzeit noch offene Fragestellungen aus den Bereichen Kraftwerkstechnik, Chemieverfahrenstechnik, CO2-Transport und -Speicherung berücksichtigt werden. Unter anderem wollen die Forscher untersuchen, welchen Einfluss eine nachgerüstete CO2-Wäsche auf den Kraftwerksbetrieb hat. Hierzu werden verschiedene Konzepte am Beispiel des "Steinkohle-Referenzkraftwerks NRW" simuliert. Bei der CO2-Separation selbst müssen verschiedene Ansätze, an denen derzeit weltweit geforscht wird, weiterverfolgt werden. Anhaltspunkte liefern unter anderem bereits in der Chemie existierende Verfahren für CO2-Wäschen von Sauergas (schwefelwasserstoffhaltige Erd- oder Raffineriegase), die aufgrund der abweichenden Kohlerauchgaszusammensetzung nicht einfach übertragen werden können. Auch andere Verfahren, wie die "Heißpottaschewäsche" müssen daher als denkbare Alternative einkalkuliert werden. Eine Tonne Steinkohle erzeugt bei ihrer Verbrennung bis zu drei Tonnen Kohlendioxid. Nicht zuletzt spielen daher auch Fragen der Aufbereitung, der CO2-Verflüssigung und des Weitertransports von CO2, etwa per Pipeline, zu möglichen Speichern eine wichtige Rolle.

Die ef.Ruhr Forschungs-GmbH, 2003 unter Beteiligung der drei Universitäten des Ruhrgebietes in Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen auf Initiative des Initiativkreises Ruhrgebiet gegründet, vernetzt inhaltliche und institutionelle Kapazitäten zu einem international wettbewerbsfähigen Kompetenzzentrum auf allen Gebieten innovativer Energietechnik. Sie bündelt die Kompetenz von mehr als 30 Professoren aus dem Spektrum der Energieforschung.

Industriepartner der ef.ruhr sind unter anderem die DEW 21 Dortmunder Energie- und Wasserversorgungs-GmbH, E.ON energy AG, München, EUS GmbH, Dortmund, F+E Management GmbH, Dortmund, Forschungszentrum Jülich, Jülich, Fraunhofer Institut Umwelt- Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, Oberhausen, MAN Turbo AG, Oberhausen, RWE energy AG, Dortmund, RWE Power AG, Essen, Evonik Steag GmbH, Essen, sowie die Stadtwerke Bochum GmbH, Bochum.

Die ef.Ruhr akquiriert Fördermittel für Forschungsvorhaben, stellt die Förderanträge und begleitet die Projekte von der Entstehung bis zum Abschluss. Sitz der Gesellschaft ist das F+E-Gebäude im Technologiepark Dortmund, Joseph-von-Fraunhofer-Str. 20. Geschäftsführer ist Dipl.-Kfm. Martin Langenkämper.

Weitere Infos: Prof. Dr.-Ing. Klaus Görner, Dr.-Ing. Gerd Oeljeklaus, Lehrstuhl für Umweltverfahrenstechnik und Anlagentechnik, Unversität Duisburg-Essen, Telefon 0201/183-7540, E-Mail: gerd.oeljeklaus@uni-due.de.

Beate Kostka | idw
Weitere Informationen:
http://www.ef-ruhr.de

Weitere Berichte zu: CO2 CO2-Wäschen Kohlekraftwerke Ruhr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor
23.05.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Wenn Korallen Plastik fressen
23.05.2018 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics