Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Empa verbessert e-Waste-Recycling in Afrika

19.09.2007
Der Müllberg aus Elektro- und Elektronikschrott - kurz e-Waste - wächst vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern stärker als jeder andere Abfallberg, so auch in vielen Regionen Afrikas.

Oft fehlen in solchen Ländern jedoch Know-how und staatliche Richtlinien, um mit dem Abfall umweltverträglich umzugehen. Die Empa startet deshalb mit Hewlett-Packard, einer der grössten IT-Firmen weltweit, und dem "Global Digital Solidarity Fund" ein Projekt, um die Gefahr für Gesundheit und Umwelt durch unsachgemässes Entsorgen und Recyceln von e-Waste zu verringern und gleichzeitig neue und sichere Arbeitsplätze zu schaffen.

Durch ihr langjähriges Engagement in den Bereichen e-Waste und Recycling besitzt die Empa die nötige Erfahrung und das Know-how, um für Hewlett-Packard (HP) und den "Global Digital Solidarity Fund" (DSF) der richtige wissenschaftliche Partner für das im September 2007 anlaufende Afrika-Projekt zu sein. Das Ziel ist ambitiös: die Empa-WissenschaftlerInnen sollen ein an die lokalen Verhältnisse angepasstes Konzept für das Management von Elektro- und Elektronikschrott entwickeln, das dazu beiträgt, die Gesundheit der am Recycling beteiligten Personen zu schützen - und zudem neue und sichere Arbeitsplätze im Recyclingprozess schafft. "In diesem Bereich besitzt die Empa weltweit erstklassiges Fachwissen und einen einzigartigen Erfahrungsschatz", sagt Mathias Schluep, der das Projekt seitens der Empa leitet.

Internationales Engagement der Empa hat Tradition

... mehr zu:
»Elektronikschrott »Fund »Recycling

Mit der Gruppe "sustec - sustainable technology cooperation" verfolgt die Empa bereits seit mehr als zehn Jahren das Ziel, Entwicklungs- und Schwellenländern dabei zu helfen, möglichst Ressourcen schonende und nachhaltige Technologien anzuwenden. Seit mehr als drei Jahren ist die Empa-Abteilung "Technologie und Gesellschaft" zudem im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) im Programm "Wissenspartnerschaften im E-Schrott-Recycling" in Indien, Südafrika und China tätig; dieses Programm soll nun auch in Kolumbien und Peru anlaufen. Und schliesslich leitet die Abteilung seit Anfang Jahr auch die Arbeitsgruppe Recycling innerhalb der weltweiten Initiative "Solving the E-Waste Problem" (StEP) unter der Federführung der United Nations University und anderer UN-Organisationen.

Pilotprojekt in Südafrika als Vorbild

"Mit dem Projekt in Afrika nimmt HP seine Verantwortung als weltweit tätige IT-Firma wahr", sagt Klaus Hieronymi, Direktor Environment Business Management HP EMEA. Konkret analysieren Empa-WissenschaftlerInnen und Forschende vor Ort in Marokko, Kenia und Tunesien die jetzige Situation im Bereich e-Waste und Recycling und erarbeiten aufgrund ihrer Resultate Empfehlungen, wie dem e-Waste-Problem nachhaltig beizukommen sei. Zudem finanziert HP in Südafrika ein Pilotprojekt für die Sammlung von e-Waste und dessen Zerlegung in Einzelteile. Dieses Pilotprojekt, welches auf die langjährige Zusammenarbeit der Empa mit Südafrika aufbaut, soll als Musterlösung für andere afrikanische Nationen dienen. Die Empa übernimmt dabei die technische Implementierung, Programmmanagementfunktionen, stellt die benötigten Analysemethoden bereit und sichert die Qualität der Analysen vor Ort.

Momentan läuft der Grossteil des e-Waste-Recycling in Afrika unorganisiert und ohne Aufsicht beziehungsweise Vorschriften ab. Dabei werden zwar wertvolle Materialien wie Gold und Kupfer zurück gewonnen. Auf der anderen Seite können indes giftige Substanzen wie Quecksilber und Blei bei unsachgemässer Behandlung zu gesundheitlichen Schäden sowie zu Umweltbelastungen führen. "Wir hoffen, dass wir mit dieser Analyse eine breite "Public-private Partnership" errichten können, die nicht nur die Standards für die Gesundheit und für die Umwelt verbessert, sondern auch unterprivilegierte Gemeinschaften unterstützt, indem neue Arbeitsplätze und die dazu benötigten Fähigkeiten entstehen", so Hieronymi. Für Cissé Kane, e-Waste-Projektmanager bei DSF, schliesslich geht es darum, weiterhin mit gutem Gewissen Informationstechnologien als Entwicklungsinstrument für Afrika fordern und fördern zu können.

Fachliche Informationen
Empa: Mathias Schluep, Technologie und Gesellschaft, Tel. +41 71 274 7857, mathias.schluep@empa.ch

Sabine Voser | idw
Weitere Informationen:
http://www.empa.ch/tsl
http://www.hp.com/ch/umwelt
http://www.dsf-fsn.org

Weitere Berichte zu: Elektronikschrott Fund Recycling

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie