Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Karten für Kyoto: junge Forscher erlernen den Umgang mit CO2-Modellen in Kiel

14.09.2007
Die Beobachtung und Erfassung der durch den Klimawandel bedingten Veränderungen ist unerlässlich, um unsere Umwelt zu verstehen. Da diese Veränderungen sich auch mit rasantem Tempo vollziehen, sind Vorhersagen über zukünftige Entwicklungen als Grundlage zum Handeln gefragt.

Zu diesem Zweck simulieren Forscher unser Erdsystem mit numerischen Modellen, in denen versucht wird, die komplexen Zusammenhänge nachzubilden. Einen neuen und zunehmend wichtigen Beitrag leisten die biogeochemischen Modellierer. Mit einer so genannten "Summer School" auf diesem speziellen Fachgebiet trägt das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel einen Beitrag zur Ausbildung der Modellierer von morgen bei.

Vom 10. bis 14. September 2007 trafen sich 30 Nachwuchswissenschaftler aus 17 Nationen am IFM-GEOMAR, um Einblicke in die Entwicklung von klimarelevanten Computermodellen zu gewinnen. Eine hochkarätige Besetzung von europäischen Experten auf diesem Gebiet hat sie in Kiel unterrichtet. Um die großen Fragestellungen in der Klimaforschung und in den Meereswissenschaften anzugehen, müssen quantitative Verfahren herangezogen werden. Hier kommt die Gruppe der Modellierer ins Spiel. Sie fügen die Informationen ihrer Kollegen aus der Biologie, der Chemie oder der Physikalischen Ozeanographie in aufwändige Computermodelle, mit denen Vorgänge sowohl auf regionaler als auch globaler Ebene quantitativ erfasst werden können.

"Wie können wir aus wenigen CO2-Messungen in der Atmosphäre und im Ozean herausbekommen, welche Menge an CO2 wo und wann in den Ozean eingetragen wird", beschreibt Andreas Oschlies, Professor für biogeochemische Modellierung am IFM-GEOMAR und Koordinator der Summer School, die große Herausforderung für ihn und seine Kollegen. Die Antwort auf diese Frage ist nicht nur für die Forschung von Interesse, die Erkenntnisse werden dringend benötigt, um internationale Vereinbarungen wie das Kyoto Protokoll umzusetzen. Denn es geht um ganz konkrete wirtschaftliche Interessen, wenn Nationen oder einzelne Unternehmen um CO2-Emissionen feilschen. Warum das keine einfache Aufgabe ist, formuliert Andreas Oschlies so: "Durch ein komplexes Zusammenspiel von biologischen, chemischen und physikalischen Mechanismen haben CO2-Flüsse starke jahreszeitliche und regionale Schwankungen und sind daher schwer einzuschätzen. Dies gilt ganz besonders für den Ozean, der derzeit etwa die Hälfte vom Menschen verursachten CO2 Emissionen aufnimmt und damit für die globale CO2 Bilanz von entscheidender Bedeutung ist. Hier wollen wir durch die Integration der einzelnen Beobachtungen in Computermodelle hochauflösende Karten der CO2-Flüsse erstellen." Diese Erkenntnisse können eingesetzt werden, um weltweit die Emissionen auch auf regionaler Ebene zu überwachen.

Die Sommerschule in Kiel bietet jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit, genau diese Kartierung der CO2-Flüsse an einfacheren, grob auflösenden Modellen zu simulieren. Somit können sie die Methoden und die numerischen Werkzeuge kennenlernen. "Neben der Ausbildung ist es unsere Hoffnung, einige junge Wissenschaftler für dieses wichtige und zukunftsträchtige Forschungsgebiet zu gewinnen", fasst Andreas Oschlies das Ziel der "Summer School" zusammen. "Und das natürlich in Kiel", fügt er mit einem Schmunzeln hinzu.

Die Europäische Union unterstützt den einwöchigen Kurs im Rahmen der CarboOcean und Eur-Oceans Programme.

Ansprechpartner:
Prof. Andreas Oschlies, Tel. 0431 - 600 1936, aoschlies@ifm-geomar.de
Mona Botros, Dipl.-Journ., Tel. 0431 - 600 2807, mbotros@ifm-geomar.de

Mona Botros | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifm-geomar.de/

Weitere Berichte zu: CO2 CO2-Flüsse Computermodell IFM-GEOMAR Kyoto Ozean Summer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie