Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von umweltfreundlichen Produktionsverfahren über "grüne" Kredite zu Bioenergie- und e-Waste-Recycling-Projekten

05.09.2007
Eine erfreuliche Zwischenbilanz des technischen Zusammenarbeitsprogramms zwischen der Schweiz und Kolumbien zogen Vertreter beider Länder an einem Festakt am 15. August in Medellin anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Partnerschaft.

Für die Empa, welche das Programm im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO aufgebaut und betreut hat, nahmen Xaver Edelmann, Marcel Gauch und Heinz Böni an den Feierlichkeiten teil.

Sichtbarstes Resultat des "Cleaner Production Programm" bildet das Umwelttechnologiezentrum "Centro Nacional de Producción Más Limpia y Tecnologías Ambientales de Colombia" in Medellin (www.cnpml.org), welches von einer aus Industrie, Akademie und Verwaltung zusammengesetzten Körperschaft mit über 30 Mitgliedern getragen wird. Das Zentrum hat in den letzten neun Jahren mit internationaler Unterstützung und seinen aktuell rund 25 Angestellten knapp 900 Unternehmungen in ressourceneffizienter Produktion beraten, über 100 Publikationen herausgegeben und in knapp 400 Kursen in nachhaltigen Produktionstechnologien mehr als 10'000 Teilnehmer erreicht. Das Zentrum, das heute durch den Verkauf von Dienstleistungen zu 100% eigenfinanziert ist, ist inzwischen in weiteren 11 lateinamerikanischen Ländern tätig. Grosse Erfolge konnten auch mit der von SECO mitfinanzierten und über lokale Banken betriebenen grünen Kreditlinie erzielt werden. Dieses Finanzierungsinstrument fördert den Einsatz umweltfreundlicher Technologien in der kolumbianischen Industrie durch Kreditvergünstigungen und Garantieabdeckungen bei einer wesentlichen Reduktion der Umweltbelastung (www.lineadecreditoambiental.org).

10 Jahre "Capacity Building" der Empa mit stolzer Bilanz

... mehr zu:
»Antioquia »Festakt »Kolumbien »SECO »Xaver

Derartige "Success Stories" waren am Festakt in Medellin, an welchem rund 60 Vertreter aus Wirtschaft, Hochschule und Verwaltung teilnahmen - unter anderem Maria del Pilar Pardo, kolumbianische Vizeministerin für Umwelt, und Botschafter Jörg Al. Reding, Leiter Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des SECO -, etliche zu hören. Die Anfänge der Zusammenarbeit reichen bis ins Jahr 1995 zurück, als Vertreter der Empa um Xaver Edelmann mit ihren kolumbianischen Kollegen erstmals über den Aufbau eines Umwelttechnologiezentrums in Kolumbien diskutierten. Nachdem 1997 ein erstes Projektabkommen unter Dach und Fach war, beauftragte das damalige Bundesamt für Aussenwirtschaft BAWI (heute SECO) die Empa ein Jahr später mit der Durchführung eines technischen Zusammenarbeitsprogramms und stellte rund 5 Millionen Franken zur Verfügung.

Ein Meilenstein war im Jahre 2005 die Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung ("Memorandum of Understanding") zwischen der Empa und der Universität von Antioquia. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurden in den letzten Jahren verschiedene Diplom- und Dissertationsprojekte durchgeführt. Das Abkommen wurde inzwischen erneuert und in einen Zusammenarbeitsvertrag überführt. Die Universität von Antioquia gilt aufgrund einer Untersuchung der kolumbianischen Wissenschaftsförderungsinstitution "Colciencias" als führende Universität Kolumbiens.

Als weiteres Highlight gilt das von der Empa und der regionalen Umweltverwaltung "CORNARE" im Jahr 2001 im Auftrag der "International Tropical Timber Organization" (ITTO) initiierte Projekt zur Entwicklung von Finanzierungsmodellen für nachhaltige Tropenwaldbewirtschaftung in der Region Rio Negro, das durch die Schweiz, die USA und Japan gemeinsam finanziert wird. Im Anschluss an den Festakt besuchten Botschafter Reding, Vertreter der Schweizer Botschaft und der Präsident der Schweizerisch-Kolumbianischen Handelskammer, Peter Welther, das Projekt vor Ort. Dabei geht es darum, nachhaltige Bewirtschaftungsmassnahmen nach den Regeln der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen ("United Nations Framework Convention on Climate Change" UNFCCC) einzuführen. Die Ressourcen schonende Bewirtschaftung des tropischen Regenwalds liefert so genannte "Emissionsreduktionszertifikate", welche an den "Bio Carbon Fund" der Weltbank verkauft werden können. Zusätzlich wurden der Verkauf von Produkten der Waldbewirtschaftung gefördert und Zertifikate für Umweltleistungen ausgestellt. Das Projekt gilt inzwischen als "Modellfall", um der Landbevölkerung alternative Einkommensquellen aufzuzeigen und damit die Landflucht zu bekämpfen und zur Friedenssicherung beizutragen

Neue Phase der Zusammenarbeit läuft an

Nach zehn erfolgreichen Jahren tritt die Partnerschaft zwischen den beiden Ländern nun in eine neue Phase; auf dem Gebiet der Bioenergie und des Klimaschutzes sowie dem Recycling elektrischer und elektronischer Abfälle (e-Waste) werden mit Unterstützung des SECO verschiedene Projekte lanciert. Zudem laufen im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Universität von Antioquia mehrere Forschungsarbeiten an. "Der zukünftige Schwerpunkt in der Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Kolumbien liegt in der Förderung nachhaltiger Produktzyklen für Bioenergie und für elektronische Güter mit dem Ziel, die Ressourcenproduktivität zu erhöhen und die Materialkreisläufe zu schliessen", erklärt Xaver Edelmann.

Fachliche Informationen:
Heinz Böni, Technologie & Gesellschaft, Tel. +41 71 274 78 58, heinz.boeni@empa.ch

Rémy Nideröst | idw
Weitere Informationen:
http://www.empa.ch

Weitere Berichte zu: Antioquia Festakt Kolumbien SECO Xaver

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie gefährlich ist Reifenabrieb?
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Verbreitung von Fischeiern durch Wasservögel – nur ein Mythos?
19.02.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics