Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Korallen - Ganz dicht dran im Great Barrier Reef

05.09.2007
Neues kompaktes Gerät misst Umweltparameter

Korallensterben ist seit Jahren ein weltweit beobachtes Phänomen. Umweltgifte und ansteigende Temperaturen setzen den empfindlichen Lebewesen zu. Jetzt hat eine Forscherin vom Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie in Bremen mit einem neuartigen Konzept die Unterwassermesstechnik revolutioniert. Der neue Mikrosensor-Profiler ermöglicht es, direkt im Mikrometerbereich die nächste Umgebung der Korallen zu vermessen.

Im australischen Great Barrier Reef bestand das Gerät seinen ersten Feldeinsatz. In bis zu 30 Metern Tiefe konnte die Doktorandin Miriam Weber die Konzentrationen von Sauerstoff und Schwefelwasserstoff, den pH-Wert und die Lichteinstrahlung messen. Das kompakte Gerät ist so ausgelegt, dass man es punktgenau vor die Mundöffnung eines Korallenpolypen positionieren und die Messdaten kontinuierlich sammeln kann. Jede Messung ist auf 5 Millionstel Meter (Mikrometer) genau. Im Vergleich dazu erscheint ein Sandkorn mit seinen 70 Mikrometern riesig.

Miriam Weber hat zusammen mit ihren Kollegen vom Max-Planck-Institut mehr als zwei Jahre Arbeit in die Entwicklung gesteckt. Sie forscht in der Arbeitsgruppe Mikrosensoren von Dr. Dirk de Beer. Dort ist man seit Jahren federführend in der Sensorentwicklung dabei und fertigt diese hochsensiblen Messgeräte individuell per Hand an. Neu ist jetzt die Kombination von Sensorik und kompakter Steuerung, die sehr komfortabel und handlich ist und es dem Taucher ermöglicht, zwischen den empfindlichen Korallen das Gerät einzusetzen.

... mehr zu:
»Barrier »Great »Messgerät »Mikrometer »Reef

Mit dem Gerät waren die Bremer Forscher in Zusammenarbeit mit dem Australian Institute of Marine Science im Great Barrier Reef dem Korallensterben auf der Spur. In den letzten 200 Jahren hat sich durch die menschliche Besiedlung der australischen Küsten die Schadstoffzufuhr erheblich verstärkt. Intensive Agrarwirtschaft führte dazu, dass immer mehr Sedimente und Nährstoffe ins Meer kamen und sich auf den immobilen Steinkorallen ablagern. Dass Polypen buchstäblich unter der Sedimentschicht ersticken, wurde bislang vermutet, und konnte nun bewiesen werden. Neueste, noch nicht veröffentliche Daten zeigen, dass die Polypen der Korallen vermutlich mit Schwefelwasserstoff sogar vergiftet werden, betont Miriam Weber.

Bisher konnten Korallen nicht in ihrer natürlichen Umgebung untersucht werden, sondern man studierte sie in Forschungsaquarien. Das war mühsam, denn die Korallen sind sehr empfindlich. Miriam Weber freut sich jetzt, dass alles geklappt hat: "Es gab bisher kein Messgerät, mit dem man so genau direkt in der natürlichen Umgebung messen konnte, da musste ich eines selbst entwickeln." Kaufen kann man das neue Gerät zwar nicht, aber nachbauen ist ausdrücklich erwünscht. Die Ergebnisse und die Baupläne sind ab Anfang September öffentlich zugänglich.

In der Wissenschaft ist die Neuentwicklung hochwillkommen. Andere Wissenschaftler haben schon Ihr Interesse bekundet.

Dr. Manfred Schloesser | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpi-bremen.de

Weitere Berichte zu: Barrier Great Messgerät Mikrometer Reef

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald
29.05.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hält die Klebung?

29.05.2017 | Materialwissenschaften

Vom Edge- bis zum Cloud-Datacenter - Rittal zeigt in Monaco innovative Lösungen für Datacenter

29.05.2017 | Informationstechnologie

„BioFlexRobot“: Weiche Gelenke machen Roboter sicherer

29.05.2017 | Energie und Elektrotechnik