Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Regenerative Kraftstoffe in der Schifffahrt

21.08.2007
Ob der Einsatz nachwachsender Treibstoffe in einigen Bereichen der Schifffahrt möglich und machbar ist, sollte in einem Projekt untersucht werden, mit dem der Bremer Umwelt-Senator die Gesellschaft für Angewandten Umweltschutz und Sicherheit im Seeverkehr (GAUSS) mbH beauftragte.

Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt im Rahmen einer Experten-Anhörung in der Hochschule Bremen vorgestellt. Die Studie wurde mit einer Zuwendung aus dem Ökologie-Teilfonds "Förderung der angewandten Umweltforschung (AUF)" finanziert.

Als Fazit der Veranstaltung und nach derzeitigem Kenntnisstand erscheint Pflanzenöl, genauer: Rapsöl, als biogener Treibstoff in Nordeuropa, speziell in Deutschland, im Schiffsbetrieb dem Biodiesel gegenüber im Vorteil. Grundlage für diese Beurteilung sind Auswertungen der Energie- und Umweltbilanzen beider Kraftstoffe. Die Recherchen zum Projekt sowie die Vorträge und Diskussionen mit den Experten und Wissenschaftlern während des Workshops ergaben, dass eine Anwendung nachwachsender Kraftstoffe im Schiffsbetrieb unter der Voraussetzung einer sorgfältigen Umrüstung und der Beachtung bestimmter technischer Rahmenbedingungen technisch möglich ist. Eine praktische Umsetzung des Einsatzes von Rapsöl in der Schifffahrt gibt es derzeit noch nicht.

Vorträge von Unternehmens-Vertretern über erfolgreich verlaufene Umrüstungen von Motoren aus dem Nutzfahrzeug-Bereich sowie Referate von Pflanzenölherstellern beschrieben den derzeitigen Stand der Praxis. Die Präsentationen der Wissenschaftler befassten sich mit den Rahmenbedingungen und Potentialen für die Anwendung biogener Treibstoffe. Sie wurden ergänzt mit dem Vergleich der unterschiedlich hohen Emissionen eines LKW-Motors im Betrieb mit Dieselkraftstoff, Rapsölmethylester (RME) und Rapsöl. Weitere Konferenzbeiträge gab es zu Herstellungsverfahren und Normung von Rapsölkraftstoff sowie der Optimierung der Kraftstoffstrahlausbreitung bei der Verwendung moderner Diesel-Einspritzsysteme mit Rapsöl.

Die aus der Machbarkeitsstudie gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Praxis umgesetzt werden, wenn Projektmittel unter Beteiligung einschlägiger Unternehmenszweige und betroffener Regionen bewilligt werden. Basierend darauf wird in einem zweiten Schritt ein Demonstrationsprojekt im Kleinschiffbereich in sensitiven Gebieten angestrebt, wie z.B. dem Fährbetrieb im Stadt- oder Hafenbereich Bremens und Bremerhavens oder der Ausflugsschifffahrt in den Nationalpark Wattenmeer. Eine Projektgruppe für die Beantragung bzw. Bearbeitung des Demonstrationsvorhabens wird derzeit zusammengestellt. An Mitarbeit Interessierte können sich melden bei: Dr. Birte Clason, GAUSS mbH, 0421-5905-4874, gauss@gauss.org .

Während der Projektlaufzeit wurden Maschinenbauer, Reeder, Betreiber von Ölmühlen und Landwirte angesprochen, um die Akzeptanz der Initiative auszuloten. Einige von Ihnen konnten für die eintägige Expertenkonferenz an der Hochschule Bremen als Referenten gewonnen werden. Weiterhin wurden neueste Forschungsergebnisse anderer Institute, Hochschulen und Universitäten präsentiert.

Vor dem Hintergrund, dass der prozentuale Anteil der Schadstoffemissionen der Schifffahrt in den Häfen und in Küstenregionen an den Gesamtemissionen einen erheblichen und steigenden Anteil einnimmt, steigt die Notwendigkeit, zumindest in Nischenbereichen, alternative Lösungen zu realisieren. Aufgrund der begrenzten Mengen fossiler Ressourcen, der Nutzung regionaler Produkte, Unterstützung der Landwirtschaft in der Region sowie aus Sicht des Gewässerschutzes in sensitiven Gebieten wurde in der Projektarbeit deshalb der Einsatz von regenerativen Treibstoffen für Fährverkehre, Bäder- und Hafenverkehre in den Vordergrund gestellt.

Das Weißbuch der Europäischen Kommission "Energie für die Zukunft: Erneuerbare Energie" hält eine Verdoppelung der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen bis 2010 für möglich. Die Strategien im Weißbuch betonen die Rolle der Biomasse. Bioenergie im Mix der erneuerbaren Energieträger wurde hier die größte Bedeutung zugemessen.

Hinweise für Redaktionen:
Als Ansprechpartnerin über Ergebnisse des Workshops und über Inhalte der Studie steht zur Verfügung: Dr. Birte Clason, GAUSS mbH; Tel: 0421-5905-4874; E-Mail: gauss@gauss.org

Ulrich Berlin | idw
Weitere Informationen:
http://www.gauss.org
http://www.hs-bremen.de

Weitere Berichte zu: Gauss Kraftstoff Rapsöl Schifffahrt Treibstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald
29.05.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise