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Schlagteilung statt Sandsäcke: Intelligente Landwirtschaft kann Hochwasser schon im Vorfeld eindämmen

10.08.2007
Forscher der Universität Hohenheim präsentieren praktischen Leitfaden für Anwender

Wenn Soldaten Sandsäcke schultern ist es bereits zu spät. Statt Schäden später einzudämmen setzen Forscher der Universität Hohenheim präventiv auf die Landwirtschaft als einen wesentlichen Faktor, um die Hochwassergefahr zu dämpfen. In einem einfachen, praxisorientierten Leitfaden präsentieren sie 12 Einzelmaßnahmen samt Umsetzungstipps und Kosten.

Das 24-seitige Handbuch für Anwender entstand im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes AMEWAM (Agricultural Measures for Water Management and their Integration into Spatial Planning). Dabei erprobte ein internationales Forscherteam zusammen mit Landwirten ausgewählte Maßnahmen im Hinblick auf ihre abflusshemmmende und erosionsreduzierende Wirkung in drei Beispielregionen in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland.

Im Zuge des Klimawandels werden extreme Wetterlagen, sinflutartige Regenfälle und Hochwasserkatastrophen weiter zunehmen - mit erheblichen Volkswirtschaftlichen Kosten. "Allein das Elbhochwasser im Jahr 2006 verursachte einen Schaden in Höhe von 120. Mio. Euro", bilanziert Prof. Dr. Stephan Dabbert vom Institut für Landwirtschaftliche Betriebslehre der Universität Hohenheim.

Wenn es gelingt, das Wasser, das auf landwirtschaftliche Flächen regnet, möglichst langsam abfließen zu lassen, braucht man weniger Dämme in der Landwirtschaft. Eine Kombination einfacher Maßnahmen kann dabei sehr effektiv sein. "Werden etwa lange Hänge mit unterschiedlichen Ackerkulturen bestellt, so bremst dies den Wasserabfluss", nennt Prof. Dr. Dabbert die Schlagteilung als eine von 12 einfachen Maßnahmen. "Einzeln betrachtet ist jede Maßnahme relativ simpel. Angesichts der großen Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden, ist die Wirkung jedoch enorm."

Verdienst der Forscher im AMEWAM-Projekt ist vor allem, dass sie die Maßnahmen nicht nur getestet, sondern auch Kosten und Nutzen bilanziert haben. Die Broschüre "Landwirtschaftlicher Hochwasserschutz" kann bei der Universität Hohenheim bestellt werden.

Landwirtschaftlicher Hochwasserschutz: www.uni-hohenheim.de/i410a/steckbriefe

Verlag
Prof. Dr. Stephan Dabbert, Universität Hohenheim, Institut für Landwirtschaftliche Betriebslehre (410a)
D-70593 Stuttgart
Tel.: 0711 459-22523, Email: i410a@uni-hohenheim.de
ISBN: 978-3-933403-98-8

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de/

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