Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesundes, ökologisches Essen: auch in Mensa und Kantine

17.07.2007
Gesund und mit reinem ökologischem Gewissen zu essen, ist heutzutage relativ einfach: Öko-Läden verkaufen natürlich erzeugte Lebensmittel, Haushaltsgeräte werden langsam aber sicher immer sparsamer.

Aber was ist mit dem Essen in der Kantine oder in der Mensa? Stammen die Tomaten in der "Salatvariation 2" aus ökologischem Anbau? Die Fachhochschule (FH) Münster hat es sich zum Ziel gesetzt, umweltgerecht hergestellte Lebensmittel in Großküchen zu etablieren. "Das kann zum Beispiel die Münsterlandknolle sein, saisonales Gemüse oder ökologisch hergestellte Fisch- und Fleischprodukte", erklärt Prof. Petra Teitscheid von der FH. Berufsschul- und Hochschullehrer sollen - unter Einbeziehung des Instituts für Berufliche Lehrerbildung - mit dem Projekt ebenso angesprochen werden wie Ausbilder und Auszubildende in Berufsschule und Betrieben. Die FH Münster kooperiert daher mit dem WABE-Zentrum der FH Osnabrück sowie 19 Partnern aus Berufschule, Modellbetrieben und Verbänden. Gefördert wird das Umweltbildungsprojekt mit rund 190.000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

"Es geht darum zu vermitteln, dass ein Lebensmittel im Idealfall durchgehend ökologisch ist. Das heißt, es wird umweltverträglich und energieeffizient erzeugt, verarbeitet, gelagert, transportiert und schließlich verbraucht," so Teitscheid. Das könne beispielsweise so aussehen: Gemüsesamen würden bodenschonend ausgesät, die Bewässerung aufs Nötigste beschränkt, auf Chemikalien ganz verzichtet. Die Erntemaschinen arbeiteten besonders spritsparend ohne viel Kohlendioxidausstoß. Das Gemüse werde nur kurz gelagert, nur minimal verpackt und in der Umgebung des Erzeugers verkauft. "In der Großküche wird es dann auf einem wirkungsvollem Herd in einem Energiespar-Topf - zusammen mit anderen ökologischen Produkten - zubereitet," beschreibt Teitscheid weiter.

Entsprechend würden sich die Studenten in Studienarbeiten mit Lernfeldern wie zum Beispiel der Güter- und Dienstleistungsbeschaffung befassen. Zusammen mit Auszubildenden und Betrieben würden dann Projektwochen gestaltet. Bei beidem werde sowohl der ökologische, als auch ökonomische und soziale Nutzen von umweltgerecht hergestellten und vermarkteten Produkten beleuchtet. "Als Ergebnis werden Bildungsangebote für Studierende, aber auch Weiterbildungsangebote für Berufsschullehrer, zukünftige Leiter von Großküchen und Ausbilder entwickelt," so Teitscheid. Diese werden in den Fachhochschulen in Münster und Osnabrück, Berufsschulen und in der betrieblichen Praxis intensiv erprobt und dokumentiert. DBU-Expertin Verena Exner ergänzt: "Die Kooperation von verschiedenen Bildungsträgern für Studierende und Lehrkräfte und Partnern aus der Praxis war ein wesentliches Kriterium der Förderung." Gemeinsam würden so vor Ort kleine Einzelprojekte im Feld der nachhaltigen Ernährung umgesetzt.

... mehr zu:
»Mensa

Die Konzentration auf die Gemeinschaftsverpflegung statt auf den heimischen Herd erklärt Exner mit einer Veränderung im Essverhalten der Gesellschaft. Außer-Haus-Kost mache bald 40 Prozent aller Mahlzeiten aus. "Damit nimmt der Druck auf Großküchen zu, umweltgerechte und idealerweise regional produzierte Gerichte anzubieten, die gleichzeitig gesundheitsverträglich, bezahlbar und natürlich lecker sind."

DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde lobte den Ansatz des Projektes: "Hier wird daran gearbeitet, ein ganzheitliches Verständnis von nachhaltiger Ernährung zu vermitteln - und das bundeslandübergreifend und in verschiedenen Einrichtungen." Dafür konnte die FH Münster Kooperationspartner aus Münster, Haltern, Herford, Lippstadt, Lüdinghausen, Osnabrück, Steinfurt und Wallenhorst gewinnen.

Franz-Georg Elpers, | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: Mensa

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer
20.10.2017 | Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg

nachricht Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger
20.10.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise