Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bilanz der Weltartenschutzkonferenz: Viele Erfolge für den Artenschutz

18.06.2007
Aussichten für Tropenholz und Haie bleiben aber düster
Der WWF ist überwiegend mit den Ergebnissen der Weltartenschutzkonferenz in Den Haag zufrieden. "Es war eine großartige Konferenz für die Zukunft der Aale, Tiger und Störe", sagt WWF-Experte Volker Homes. "Aber nach diesen zwei Wochen sind die Aussichten für Haie und Tropenholz weiterhin erschreckend düster."

Gerade bei wirtschaftlich relevanten Themen wie Fisch und Holz habe es meist geheißen: viel Politik, wenig Artenschutz. Für einige Arten könne es bis zur nächsten Weltartenschutzkonferenz 2009 schon zu spät sein.

Die großen Gewinner der Weltartenschutzkonferenz aus WWF-Sicht:

Europäischer Aal: Der Antrag Deutschlands im Namen der EU, den Aal künftig nur noch streng kontrolliert zu handeln, wurde mit großer Mehrheit angenommen. Der Europäische Aal ist als Speisefisch so beliebt, dass seine Bestände drastisch zurückgegangen sind - in einigen Gebieten um bis zu 99 Prozent seit 1980. Jährlich werden etwa 30.000 Tonnen Aal gefangen und gehandelt. In Deutschland wird der Aal seit 1998 auf der Roten Liste als "gefährdet" geführt.

Sägefische: Die stark bedrohten, mit Haien verwandten Fische dürfen künftig überhaupt nicht mehr gehandelt werden. Ausgenommen wurde lediglich eine der sieben Sägefisch-Arten, die nur in Australien vorkommt und hauptsächlich lebend an Aquarien verkauft wird.

Nashörner: Seit 2000 hat die Wilderei von Nashörnern in einigen Staaten Afrikas so stark zugenommen, dass die Bestände bedroht sind.
In Simbabwe und der Demokratischen Republik Kongo wurden zwischen
2003 und 2005 insgesamt 60 Prozent der Nashornbestände für den illegalen Handel getötet. Nun sollen die Schutzmaßnahmen und Kontrollen verstärkt werden. Unter anderem soll das begehrte Horn registriert werden, um illegalen Handel schneller aufdecken zu können.

Tiger: Die Staaten haben sich zum Schutz der höchstens noch 7.000 wilden Tiger weltweit bekannt. Dazu gehört, dass die Zucht von Tigern im großen Stil auf so genannten Tiger-Farmen eingeschränkt werden soll. Außerdem betonten die Staaten, wie wichtig das nationale Handelsverbot in China für das Überleben der letzten wilden Tiger ist. "Dies ist das heiß ersehnte Signal zum Tigerschutz", freut sich WWF-Experte Volker Homes. Der internationale Handel mit Tigern und Tigerprodukten ist seit 1975 verboten. Vor 14 Jahren hat China zusätzlich ein nationales Handelsverbot ausgesprochen. Laut WWF ist es diesem Verbot zu verdanken, dass es überhaupt noch wild lebende Tiger gibt. China erwägt allerdings derzeit, es aufzuheben.

Stör: Der "Kaviarlieferant" wird besser geschützt: Das Label für legalen Kaviar wird verbessert, Kaviar muss in dem Jahr verkauft werden, in dem er auch gewonnen wurde, und ein wissenschaftliches Gremium wird über Höchstquoten entscheiden. "Alle drei Punkte tragen dazu bei, die Ausbeutung der Störe für illegalen Kaviar zu bekämpfen", so WWF-Experte Homes.

Die Verlierer der Artenschutzkonferenz:

Dorn- und Heringshai: Die unter anderem in der Nord- und Ostsee heimischen Dorn- und Heringshaie bleiben der Überfischung ausgeliefert. Zwei Schutz-Anträge Deutschlands im Namen der EU wurden abgelehnt. Beide Haiarten gelten weltweit als Delikatesse. In Deutschland sind vor allem Schillerlocke und Seeaal beliebt, die vom Dornhai stammen. "Die Entscheidung ist fatal" kritisiert WWF-Experte Volker Homes. "Im Nordatlantik sind die Heringshai-Bestände in den vergangenen 40 Jahren um 89 Prozent eingebrochen, vom Dornhai gibt es dort heute sogar 95 Prozent weniger Tiere als noch vor zehn Jahren.

Wir brauchen unbedingt einen internationalen Schutz für die Haie."

Tropenholz: Drei Jahre Schonfrist für die Holzmafia: Das in Europa und Nordamerika sehr beliebte Tropenholz Cedro, auch bekannt als Spanische Zeder, wird nicht besser geschützt. Auch dieser Antrag Deutschlands fand keine Zustimmung. "Das ist eine Katastrophe", kommentiert WWF-Experte Volker Homes. "Es wird viel zu viel Cedro geschlagen, auch illegal und sogar in Schutzgebieten." Das wertvolle Holz, das zur Familie der Mahagonigewächse gehört, erzielt auf dem Weltmarkt hohe Preise und wird überwiegend nach Mexiko, in die USA, Kanada und Belgien importiert. Aus dem Holz werden hauptsächlich Möbel hergestellt.

Weder eindeutiger Verlierer noch Gewinner:

Afrikanischer Elefant: Zwar haben sich die afrikanischen Staaten erstmals seit 1989 auf einen Kompromiss zum Handel mit Roh-Elfenbein verständigt. Aber ausgerechnet die so wichtige Bekämpfung der Wilderei und des illegalen nationalen Elfenbeinhandels in West- und Zentralafrika, wo es die wenigsten Elefanten gibt, sind auf der Konferenz nach Ansicht des WWF viel zu kurz gekommen.

Der Elfenbein-Kompromiss sieht vor, dass Botswana, Namibia, Südafrika und Simbabwe sämtliches Elfenbein aus Staatsbesitz, das bis zum 31.

Januar 2007 registriert worden ist, in einem so genannten Einmalverkauf handeln dürfen. Anschließend soll der Elfenbeinverkauf für diese Länder neun Jahre ruhen. "Es ist hervorragend, dass sich die afrikanischen Staaten auf eine gemeinsame Lösung verständigt haben", sagt WWF-Experte Homes. "Aber wir sind skeptisch, ob Simbabwe in der derzeitigen politischen Lage die Voraussetzungen für den Handel mit Elfenbein erfüllt."

Kontakt: Astrid Deilmann, Pressestelle WWF,
in Den Haag: +49 (0)162/ 2 91 44 44

Ralph Kampwirth | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de/cites2007
http://www.wwf.de/presse

Weitere Berichte zu: Aal Hai Tiger Tropenholz Weltartenschutzkonferenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Luftreiniger und Schmutzpumpe: der indische Monsun
15.06.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht 100 % Ökolandwirtschaft in Bhutan – ein realistisches Ziel?
15.06.2018 | Humboldt-Universität zu Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

Meteoriteneinschläge und Spektralfarben: HITS bei Explore Science 2018

11.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

EMAG auf der AMB: Hochproduktive Lösungen für die vernetzte Automotive-Produktion

15.06.2018 | Messenachrichten

AchemAsia 2019 in Shanghai

15.06.2018 | Messenachrichten

Dem Fettfinger zu Leibe rücken: Neuer Nanolack soll Antifingerprint-Oberflächen schaffen

15.06.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics