Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"ROV Kiel 6000": Weltweit modernster Tiefseeroboter tauchbereit

12.06.2007
Der neue Tauchroboter des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) bestand umfangreiche Prüfungen vor dem ersten Einsatz im offenen Meer. Mit einer Tauchtiefe von bis zu 6000 m und ausgestattet mit innovativen Technologien, ist das "ROV Kiel 6000" das weltweit modernste Gerät seiner Art. "ROV" steht für "Remotely Operated Vehicle", ein über ein Glasfaserkabel vom Schiff aus ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug. Nach einer aufwändigen technischen Abnahme bei der Herstellerfirma "Schilling Robotics" in Davis, Kalifornien, bescheinigte der Germanische Lloyd dem Hightechgerät der Spitzenklasse am 10. Juni die Seetauglichkeit. Neben technischen Eigenschaften wie Stabilität, Manövrierfähigkeit und die Funktionalität komplexer elektronischer Systeme, mussten die Konstrukteure auch nachweisen, dass sicherheitsrelevante Aspekte der Operation gewährleistet sind.

Seit über einem Jahr entwickelt ein Team von Wissenschaftlern und Technikern des IFM-GEOMAR zusammen mit der Firma "Schilling Robotics", die eine internationale Ausschreibung des Instituts gewonnen hatte, das modernste Tieftauchgerät in der Meeresforschung. Ende Mai reiste die Gruppe aus Kiel nach Kalifornien, um letzte Bauschritte vor Ort zu begleiten und um in die Operation des Geräts eingewiesen zu werden. "Die Tests sind sehr gut gelaufen", sagt Prof. Colin Devey, Leiter des Projekts am IFM-GEOMAR, begeistert, "wir sind überzeugt, dass der Hersteller uns ein hervorragendes Fahrzeug konstruiert hat". Dr. Thomas Kuhn, wissenschaftlicher Koordinator des "ROV Kiel 6000" berichtet, "es war sehr spannend zu beobachten, wie das Gerät die Schritte von der Blaupause in die Realität vollzogen hat. Für uns Forscher eröffnen sich nun ganz neue Horizonte, wichtigen Fragen in den Meereswissenschaften nachzugehen."

Allein die Tatsache, dass mit einer Tauchtiefe von 6000 Metern mehr als 90% des Meeresbodens der Weltozeane erreichbar sind, stellt eine neue Dimension für die Meereswissenschaften in Deutschland dar. "Hiermit können wir brennenden Fragen zur zukünftigen Entwicklung und Nutzung der Ozeane nachgehen: Klimawandel, Rohstoffe, neue Energien und CO2-Deponierung sowie Risikoforschung stehen im Vordergrund. Das "ROV Kiel 6000" ist mit modernster digitaler Beobachtungstechnologie zur hochauflösenden Kartierung des Meeresbodens ausgerüstet und kann mit Hilfe von 2 elektrohydraulischen Greifarmen in der Tiefsee Messungen und Experimente durchführen sowie Wasser-, Sediment- und Gesteinsproben nehmen. Daten und Bilder werden in Echtzeit telemetrisch mit dem 6.500 m langen Glasfaserkabel zu den Wissenschaftlern im Kontrollraum an Bord des Schiffes geschickt", sagt Professor Peter Herzig, Direktor des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften. "Während wir mit unserem bemannten Tauchboot JAGO Korallenriffe, Unterseevulkane oder Küstenregionen optimal untersuchen können, erlaubt uns das "ROV Kiel 6000" die wirklich tiefen Bereiche des Ozeans zu erforschen."

Als nächste Station für den Tauchroboter steht der erste Tiefseetest im August auf dem Forschungsschiff "Sonne" im Pazifischen Ozean an. Danach folgen die ersten Einsätze auf Forschungsexpeditionen unter Leitung des IFM-GEOMAR zu Hydrothermalquellen im Zentral-Atlantik. Im Januar 2008 wird das ROV schließlich im Heimatinstitut in Kiel eintreffen. Das Hightech-Gerät kostet in der Grundausstattung etwa 3.2 Mio. Euro. Darüber hinaus wurden etwa 1.5 Mio. Euro in die verschiedenen technischen Systeme investiert, die überwiegend von Firmen im Lande geliefert wurden. Die Gesamtinvestition in Höhe von 4,7 Millionen Euro stellte das Land Schleswig-Holstein im Rahmen einer Sonderförderung aus dem Schleswig-Holstein-Fonds bereit. Wissenschaftsminister Dietrich Austermann hat das Projekt "ROV Kiel 6000" von Anfang an unterstützt und begleitet.

... mehr zu:
»IFM-GEOMAR »Meereswissenschaft »Ozean »ROV
Ansprechpartner
Prof. Colin Devey, Projektleiter "ROV Kiel 6000", 0431 - 600 2257, cdevey@ifm-geomar.de
Dr. Thomas Kuhn, Wiss. Koordinator "ROV Kiel 6000", 0431 - 600 2134, tkuhn@ifm-geomar.de

Mona Botros, Dipl.-Journ., M.S. (Pressestelle) Tel. 0431 - 600 2807, mbotros@ifm-geomar.de

Mona Botros | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=rov

Weitere Berichte zu: IFM-GEOMAR Meereswissenschaft Ozean ROV

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften