Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grundwasserentsalzung - Technologie der Zukunft

12.06.2007
Am gestrigen Montag trafen sich auf Einladung des internationalen Forschungsprojekts CuveWaters (Integriertes Wasserressourcenmanagement im zentralen Norden Namibias) des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) sowie der Deutschen Meerwasserentsalzung e.V. (DME) Experten im Rahmen des Workshops "Grundwasserentsalzung durch Solar- und Windenergie" in Frankfurt am Main. Im Mittelpunkt des Workshops standen die existierenden technischen Optionen von Entsalzungsanlagen als zukunftsträchtige Technologie, um der weltweiten Wasserarmut zu begegnen.

Entsalzungstechniken sind vor allem durch Großanlagen der Meereswasserentsalzung bekannt. Steigender Wasserbedarf und der Mangel an verfügbaren Süßwasserressourcen v.a. in trockenen Ländern sowie die fortschreitende Entwicklung in den verschiedenen Entsalzungstechniken fördern das derzeitige Interesse auch für die Entsalzung salzhaltigen Grundwassers. Insbesondere Verfahren mit geringem Wartungsaufwand und niedrigen Investitions- und Betriebskosten sind mit Blick auf die weltweit immer knapper werdende Ressource Trinkwasser von herausragender Bedeutung.

Mehr als 51% der Weltbevölkerung wird in 2025 ohne ausreichende Wasserversorgung sein und an Wasserknappheit leiden. Gerade in Regionen großen Süßwassermangels existieren zuweilen salzhaltige Grundwasservorräte, deren Salzgehalt dem des Meeres entspricht. Vor allem in Regionen, die unter akutem Frischwassermangel leiden, wie die Länder südlich der Sahara, trockene Gebiete des Mittleren Osten bis hin zu Fernasien fehlen Salzwasseraufbereitungsanlagen unterschiedlicher Größenordnung. Hinzu kommt, dass beim gegenwärtigen Wachstum der Weltbevölkerung die Notwendigkeit zur Ausweitung der Bewässerungs-Landwirtschaft wächst. Im Zuge landwirtschaftlicher Bewässerung kommt es über kurz oder lang zur Versalzung der Böden. Um das Salz auswaschen zu können, bedarf es in ressourcenknappen Regionen des Aufbaus kontinuierlicher Entsalzungs-Kapazitäten. Die Versorgung mit Trinkwasser, aber auch Brauchwasser aus versalztem Grundwasser wird zu einer globalen Herausforderung, und weltweit wird an innovativen Technologien gearbeitet, aber auch an Prozessen, um ausreichend Wasserressourcen verfügbar zu machen.

"Deutsche Unternehmen haben im Feld der Wasserentsalzung ein bemerkenswertes Know-How, allerdings sind sie im internationalen Vergleich nicht mehr ausreichend aufgestellt. Während die Ökonomie, die Wissenschaft und die Politik anderer Nationen Hand in Hand arbeiten, fehlt in Deutschland diese Zusammenarbeit. DME ist Plattform zur Fokussierung der unterschiedlichen wirtschaftlichen Interessen in diesem Sektor.", betont Claus Mertes, Vorstands-Vorsitzender von DME.

"Mit dem Workshop wollen wir gemeinsam mit DME Systementwickler, Ingenieure und Systemspezialisten, Komponentenhersteller aber auch Spezialisten aus Forschung und Entwicklung sowie die politische Lobby zusammenbringen, um hier quasi an einem Tisch diese Lücke weiter zu schließen und darauf zu fokussieren, dass das gesamte verfügbare Wissen aus Deutschland auch zur Anwendung kommt", betont Dr. Thomas Kluge Forschungsbereichsleiter Wasser und nachhaltige Umweltplanung am ISOE, für den die zukunftsträchtige Technologie der Grundwasserentsalzung insbesondere mit Blick auf Namibia und das Forschungsprojekt CuveWaters von besonderer Bedeutung ist. Im zentralen Norden Namibias stellt salzhaltiges Grundwasser ein massives Problem dar. Dezentrale Entsalzungsanlagen, die Wasser für Mensch und Tier in entlegene Regionen, in denen es bisher keine ausreichende Frischwasserversorgung gibt, zur Verfügung stellen, werden dringend benötigt.

"Die von DME versammelten deutschen Firmenangebote zur Entsalzung bieten innovative praktische und technische Problemlösungen. Dies ist umso wichtiger, als diese Technikangebote auch konkrete Schritte zur Anpassung an den Klimawandel darstellen.", hebt Prof. Dr. Wilhelm Urban, Institut WAR der TU Darmstadt, Fachgebiet Wasserversorgung und Grundwasserschutz, hervor. Im südlichen Afrika verknappen sich nicht nur niederschlagsbedingt die Süßwasserressourcen, auch nehmen die Niederschlagsvarianzen in zeit- und räumlicher Verteilung zu. Das besondere Interesse im südlichen Afrika, besteht an kleinen Anlagen, die robust und wartungsarm sind. Für die Zukunft wird es daher darum gehen, entsprechende Lösungen durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu befördern und zur Anwendung zu bringen.

Pressekontakt:
Michaela Kawall
Wissenskommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE)
Tel.: 069-707 69 19-30
E-Mail: kawall@isoe.de

Michaela Kawall | idw
Weitere Informationen:
http://www.isoe.de
http://www.cuvewaters.net
http://www.iwar.bauing.tu-darmstadt.de

Weitere Berichte zu: DME Entsalzung Grundwasser Grundwasserentsalzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wenn Seen ins Schwitzen kommen: Aktuelles IGB Dossier erläutert die Folgen des Klimawandels
26.04.2018 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Bestände des invasiven Kalikokrebses reduzieren und heimische Arten schützen
24.04.2018 | Pädagogische Hochschule Karlsruhe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics