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Mehr Klimaschutz durch Konsumenteneinbindung

25.05.2007
BMBF-Nachwuchsforschergruppe GELENA präsentiert Forschungsergebnisse

Die Ergebnisse von fünf Jahren Forschungsarbeit hat die Forschungsgruppe GELENA (Gesellschaftliches Lernen und Nachhaltigkeit) heute auf einer Tagung in Berlin präsentiert. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt arbeiten WissenschaftlerInnen der Universität Oldenburg und des Berliner Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) zusammen.

Im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen stand die Frage, wie Lern- und Veränderungsprozesse angestoßen werden können, die auf globale Probleme wie den Klimawandel antworten. Zentrales Ergebnis sei, dass Bürger durch Beteiligung an Entscheidungsprozessen zu klimafreundlichem Verhalten motiviert werden könnten, resümiert Prof. Dr. Bernd Siebenhüner, Projektleiter und Oldenburger Hochschullehrer für Ökologische Ökonomie.

Das Projektteam untersuchte die Bereiche "Mobilität", "Bauen & Wohnen" und "Information & Kommunikation" sowie institutionelle Veränderungen und Lernprozesse in Unternehmen. Mit INNOCOPE haben die WissenschaftlerInnen ein Verfahren zur Einbindung von KonsumentInnen in unternehmerische Innovationsprozesse entwickelt. Dies sei einzigartig, betonte Esther Hoffmann, Diplom-Ingenieurin und Projektmitarbeiterin des IÖW, denn es bringe Konsumenten und Entwickler aus Unternehmen in Workshops zusammen, um kreativ an der Entwicklung innovativer Produkte zu arbeiten.

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An der INNOCOPE-Pilotstudie beteiligten sich 15 VerbraucherInnen an der Entwicklung eines alltagstauglichen "Pedelecs", eines Fahrrads mit elektrischer Tretunterstützung, das kürzere Autofahrten überflüssig machen soll. Das zusammen mit Vertretern der Firma Hawk Bikes E&M GmbH (Berlin) entwickelte Rad ist inzwischen im Handel und weist eine Vielzahl an Detailverbesserungen auf. Produkt und Produktentwicklung werden durchweg positiv beurteilt. Erstmals, freut sich Christian Scholz von Hawk-Bikes, sei der Firma die Möglichkeit eröffnet worden, in direktem Kontakt von den Endverbrauchern zu erfahren, was diese wirklich erwarten.

Das GELENA-Projekt zeigt, dass solche partizipativen Verfahren Veränderungen anstoßen können. Für den Lernerfolg entscheidend sind Faktoren wie gleichberechtigte Diskussionen, aktive Beteiligung der KonsumentInnen und Unterstützung durch die Geschäftsleitung. Als hilfreich zur Ermittlung von Klimawirkungen von Produkten erwies sich die Ökobilanzsoftware EcoClass, mit der die Umweltauswirkungen unterschiedlicher Nutzungsweisen von Verkehrsmitteln verglichen werden konnten.

Die GELENA-Gruppe hat ihre Ergebnisse in drei Büchern zusammengefasst. In "Institutionalisierung von Nachhaltigkeit" wird eine Bestandsaufnahme der bisher erfolgten Umsetzung von Klimaschutz in Unternehmen, staatlichen Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen vorgenommen. Das zweite Buch untersucht unter dem Titel "Organisationales Lernen und Nachhaltigkeit" Lern- und Veränderungsprozesse, die in ausgewählten Unternehmen bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen stattgefunden haben. Das jüngste Buch, "Gesellschaftliches Lernen und Nachhaltigkeit", stellt das INNOCOPE-Verfahren vor.

Kontakt:
Prof. Dr. Bernd Siebenhüner, Universität Oldenburg, Tel. 0441/798-4366
Dipl.-Ing. Esther Hoffmann, IÖW, Tel. 030/884 594-22

Gerhard Harms | Universität Oldenburg
Weitere Informationen:
http://www.gelena.net
http://www.uni-oldenburg.de

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