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Strukturen und Prozesse der initialen Ökosystementwicklung

24.05.2007
Neuer Sonderforschungsbereich/Transregio an der TU München

Weiterer SFB geht mit der vierten Verlängerung in die Abschlussphase

Mit drei Lehrstühlen ist das Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München am neuen Sonderforschungsbereich/Transregio 38 "Strukturen und Prozesse der initialen Ökosystementwicklung in einem künstlichen Wassereinzugsgebiet" beteiligt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft richtet zum 1. Juli 2007 elf neue Sonderforschungsbereiche (SFB) ein. Wissenschaftler der TUM untersuchen mit Forschern von der ETH Zürich und der BTU Cottbus (Sprecherhochschule) die Frage, welche Strukturen und Prozesse sowie deren Wechselwirkungen die Entwicklung in einem Ökosystem bzw. Landschaftsausschnitt während der Initialphase steuern und wie sich Art und Intensität dieser Entwicklung von der reiferer Entwicklungsphasen unterscheiden. Die zentrale Hypothese lautet: Die Initialphase prägt die Entwicklung und definiert den späteren Zustand von Ökosystemen.

Am Wissenschaftszentrum Weihenstephan sind Prof. Dr. Ingrid Kögel-Knabner (Lehrstuhl für Bodenkunde), Prof. Dr. Hans Pretzsch (Lehrstuhl für Waldwachstumskunde) und Prof. Dr. Jean Charles Munch (Lehrstuhl für Bodenökologie) in den SFB/TR eingebunden. Sie befassen sich mit der Frage, wie neues Leben im Boden entsteht, welchen Einfluss dabei Mikroorganismen und Wasser haben und wie sich die Bodenstruktur verändert. Die notwendigen Laboruntersuchungen werden am Wissenschaftszentrum Weihenstephan durchgeführt. Mittels Modellierung werden die für kleinräumige Ausschnitte ermittelten Ergebnisse auf das sich etablierende Gesamtsystem übertragen.

Als gemeinsames zentrales Untersuchungsgebiet steht dem SFB/TR ein künstlich geschaffenes rund sechs Hektar umfassendes Wassereinzugsgebiet im Niederlausitzer Bergbaurevier zur Verfügung, das einer ungelenkten Eigenentwicklung überlassen bleibt und somit die integrierte Betrachtung im Landschaftsmaßstab erlaubt.

Dieses Projekt ist mit seinem integralen, systembezogenen Ansatz, der repräsentativen Größe des Untersuchungsgebietes und den definierten Rand- und Anfangsbedingungen einzigartig in der Untersuchung der Initialen Phase der Ökosystemgenese. Die Erkenntnisse sind in grundlegender wie auch angewandter Hinsicht von großer Bedeutung, insbesondere für den Umgang mit Landschaftsausschnitten, die durch natürliche Ereignisse oder menschliche Nutzungsweisen in einen Initialzustand der Ökosystemgenese zurückversetzt worden sind.

Äußerst erfolgreich ist der Sonderforschungsbereich 607 "Wachstum und Parasitenabwehr" (Sprecher Prof. Dr. Rainer Matyssek, Lehrstuhl für Ökophysiologie der Pflanzen), der zum vierten Mal verlängert wurde und jetzt in die Abschlussphase geht. Der SFB 607 bearbeitet eine zentrale Frage der pflanzlichen Biologie, inwieweit Wachstumssteigerung, als eine Voraussetzung der Konkurrenzstärke gegenüber Nachbarpflanzen, gleichzeitig zu Einschränkungen in der Parasitenabwehr führt. In der Abschlussphase werden die bisher gesammelten Ergebnisse zusammengeführt.

Tina Heun | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-muenchen.de/

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