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In Flaschen abgefüllter Tau

18.05.2007
Tröpfchen für Tröpfchen bildet der Tau eine riesige Quelle kostenlosen Trinkwassers, ein Geschenk des Himmels, das selbst in Trockengebieten zu finden ist.

Daniel Beysens, Leiter des Eseme (ein gemeinsames Forschungsteam des CEA und des CNRS im Bereich überkritischer Fluide, die Anwendung in der Umwelt, der Materialwissenschaft und der Raumfahrt finden), arbeitet seit mehr als zehn Jahren an der Gestaltung einer "Taufabrik". Die Erste ihrer Art wird derzeit in Indien gebaut und soll zwischen 1.200 und 6.000 Liter Trinkwasser pro Nacht für einen 12.000 m² großen Kondensator auffangen.

Das Prinzip: mit einem Isoliermaterial und einem speziellen Film bedeckte Gräben sammeln den Tau, der anschließend in ein Wasserreservoir geleitet wird. Das dort gefilterte und desinfizierte Wasser wird dann in Flaschen abgefüllt.

Das Geheimnis liegt in diesem speziellen Film, dem das Prinzip der Strahlungskühlung zugrunde liegt, d. h. der natürlichen Kühlung jedes Gegenstands, das Infrarotsignale aussendet. Aus diesem Grund entwickelte das Team Verkleidungen mit starker Infrarotstrahlung, die sowohl in Plastikfolie, als auch, wie kürzlich getestet, in Farben integriert werden können.

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»Flaschen »Tau »Trinkwasser

Sie enthalten Titan-Oxid- oder Bariumsulfat-Mikroperlen, aber auch eine wasserunlösliche Seife, damit die Tropfen natürlich auf der Oberfläche gleiten. Durch die Abdeckung der Böden und Dächer mit dieser Verkleidung wird die Temperatur des Kondensators auf 4-10°C gesenkt: der Wasserdampf kondensiert nun sofort ab Sonnenuntergang und die Ausbeute erhöht sich dadurch um bis zu 0,7 Liter pro Quadratmeter / pro Nacht.

Kontakt: Daniel BEYSENS
UMR7636 Laboratoire de physique et mécanique des milieux hétérogènes Ecole Supérieure de Physique Chimie Industrielle Paris 10, Rue Vauquelin F-75231 Paris Cedex 5 @ beysens@pmmh.espci.fr
+33 1 40 79 58 06
http://www.pmmh.espci.fr/en/homepage.html
Quelle: Les Echos, 27.04.2007
Redakteurin: Anaïs Manin,
anais.manin@diplomatie.gouv.fr
Wissenschaft-Frankreich (Nr. 121 vom 16.05.07)
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