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Den Naturschutzgedanken besser kommunizieren

07.03.2002


Auf der einen Seite ist der Wunsch einer intakten und heilen Natur sehr groß und auf der anderen Seite die Bereitschaft den Naturschutz aktiv zu unterstützen sehr gering. Woran liegt das? Dieser Frage wollen die Psychologen Prof. Dr. Ernst-D. Lantermann und Kai Schuster von der Universität Kassel auf den Grund gehen.

Kassel. Naturschutz ja - Eigeninitiative nein! So ungefähr sehen die Meinungen zum Schutz der Natur bei vielen Menschen aus. Auf der einen Seite ist der Wunsch einer intakten und heilen Natur sehr groß und auf der anderen Seite die Bereitschaft den Naturschutz aktiv zu unterstützen sehr gering. Woran liegt das? Dieser Frage wollen die Psychologen Prof. Dr. Ernst-D. Lantermann und Kai Schuster von der Universität Kassel auf den Grund gehen. Das neue Forschungsprojekt heißt "Lebensstil und Naturschutzkommunikation"; es wird vom Bundesamt für Naturschutz mit 100.000 Euro gefördert.

Eine Erklärung für diesen Widerspruch könnte nach Meinung der Wissenschaftler darin liegen, dass Naturschutz oftmals mit Begriffen wie "Ökos" oder "Körnerfresser" in Zusammenhang gebracht wird, mit weltfremden "Fundis", für die Natur alles und die Menschen nichts bedeuten.
Die ersten Erkenntnisse lieferte eine Vorstudie der Wissenschaftler. Derzufolge entscheidet der Lebensstil eines Menschen, d.h. seine Grundüberzeugungen und Hobbies darüber, welche Naturschutzargumente er ernst nimmt oder ablehnt.
Beispielsweise wirkt für diese das Argument "die Natur ist Teil der Schöpfung, und deshalb müssen wir sorgsam mit ihr umgehen" auf die Gruppe der sportlichen "jungen Materialisten" nicht überzeugend. Will man sie für den Naturschutz gewinnen, muss die Formulierung anders ausfallen. "Überzeugend wirkt das Argument, dass naturschützendes Handeln dazu beiträgt, ihren Körper fit und schön zu halten", so Prof. Dr. Lantermann.
Dieser Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Naturschutz, die in der Vorstudie bereits bewiesen wurden, geht das gerade begonnene Nachfolgeprojekt systematisch nach. Eine bundesweite Repräsentativbefragung, eine Reihe von Interviews und Feldstudien mit mehreren Lebensstilgruppen sind geplant.

Die Ergebnisse des Projektes sollen in einen Katalog von Empfehlungen einfließen, wie die Kommunikation zwischen Naturschützern und der Bevölkerung in Deutschland verbessert werden könnte.

Führt das Projekt zum Erfolg, dann, so die Wissenschaftler und die Auftraggeber der Studie "werden alle davon profitieren". Die Naturschützer würden sich endlich verstanden und akzeptiert fühlen und die Bevölkerung würde aus eigenem Antrieb die Natur schützen.
Aydan Aykac/Nicola Neußel

Kontakt und Information:
Prof. Dr. Ernst-D. Lantermann, Tel.: (0561) 804-3580

Ingrid Hildebrand | idw

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