Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Website zu Vogelvorkommen informiert Luftfahrt

20.04.2007
o www.aba.bfn.de ergänzt Darstellungen in den Luftfahrerkarten
o BfN-Empfehlung: gesetzliche Mindestflughöhen sind dringend einzuhalten

Unter der Internetadresse www.aba.bfn.de sind Darstellungen von Vogelvorkommen mit besonderer Relevanz für die Luftfahrt (ABAs - Aircraft relevant Bird Areas) zu finden. In den Luftfahrerkarten der Deutschen Flugsicherung (ICAO-Karten) sind seit 2007 Gebiete mit hohem Vogelaufkommen während der Rast- und Zugzeiten sowie Gebiete mit "besonders störsensiblen" (Großvogel-)Arten aufgenommen. Eine neue Webseite des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) gibt zu den bundesweit 230 Gebieten und den relevanten Vogelarten vielfältige Hintergrundinformationen.

Die neue Kennzeichnung der Gebiete zeigt den Pilotinnen und Piloten die genaue Ausdehnung des Bereichs und gibt Aufschluss, in welchem Zeitraum mit dem besonderen Vogelaufkommen zu rechnen ist. Einige Gebiete sind ganzjährig betroffen, andere nur während der Brut- oder Zugzeit. Störungen während der Brutzeit können dazu führen, dass die Elterntiere das Nest verlassen und das Gelege dann ungeschützt Feinden ausgeliefert ist oder so auskühlt, dass der Nachwuchs im Ei stirbt. Zugvögel brauchen ungestörte Rastplätze um Nahrungsreserven aufzunehmen. Der Weiterflug kann durch Störungen gefährdet werden.

Einige der Gebiete beherbergen zur Vogelzugzeit mehr als 100.000 Wildgänse (Bislicher Insel, Nordrhein-Westfalen oder Gülper See in Brandenburg) oder 70.000 Kraniche (Linumer Teiche, Brandenburg) die dort oft räumlich konzentriert rasten. Im Wattenmeer rasten sogar mehrere Millionen Wat- und Wasservögel.

Auswahl und Ausdehnung der Flächen wurde von der Arbeitsgruppe "Luftfahrt und Naturschutz" vorgenommen. In dieser Gruppe arbeiten unter Federführung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und des Deutschen Aero Clubs (DAeC), Spezialisten aus Luftfahrtverbänden, der Bundeswehr/Luftwaffe, des Deutschen Ausschusses zur Verhütung von Vogelschlägen (DAVVL) mit den Vertretern des Natur- und Artenschutzes (BfN, Länderbehörden, Vogelschutzwarten) zusammen.

Empfehlung: Gesetzliche Mindestflughöhe einhalten oder umfliegen
Untersuchungen haben ergeben, dass in der gesetzlichen Mindestflughöhe bei Überlandflügen (für motorisierte Luftfahrzeuge) von 600 Metern über Grund die ABAs in der Regel gefahrlos für Mensch und Tier überflogen werden können. Die gesetzliche Mindestflughöhe schützt somit auch außerhalb der ABAs störungsempfindliche Vogelarten und beugt Unfällen durch Vogelschlag vor - ausschließen kann man sie nicht.

Mit den ABAs sind keine unmittelbaren rechtlichen Vorgaben oder Einschränkungen verknüpft. Vielmehr sollen die Markierungen und Hinweise den Piloten ermöglichen, Risiken leichter zu erkennen und Störungen zu vermeiden. Daher wird ausdrücklich empfohlen, diese gesetzliche Mindestflughöhe einzuhalten. Sollte dies aus luftrechtlichen oder sicherheitsrelevanten Gründen nicht möglich sein, sollte das Gebiet umflogen werden.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS) und die Deutsche Flugsicherung (DFS) unterstützen das Projekt.

Hinweis:
Auf der Luftsportmesse AERO vom 19. bis 22.4. in Friedrichshafen werden am Samstag, den 21.4.2007 um 10:00 Uhr im Pressezentrum der Messe Friedrichshafen in einem Pressegespräch die Karten vorgestellt.
Für Fragen und Informationen steht im Bundesamt für Naturschutz Michael Pütsch, (Tel.: 0228/8491 1742, E-Mail: michael.puetsch@bfn.de) gerne zur Verfügung.

Kontakt DAeC: Tel.: 0531/23540-29, info@daec.de

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfn.de
http://www.aba.bfn.de

Weitere Berichte zu: ABAs BfN Luftfahrt Mindestflughöhe Vogelvorkommen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rückgang großer fruchtfressender Vögel bedroht Tropenwälder

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies

07.12.2016 | Informationstechnologie

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops