Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vulkanausbrüche begünstigen Ozonloch

06.03.2002



Computer-Simulationen sehen "dünne" Zukunft über dem Nordpol

Moffett Field/ Computer-Simulationen des Ames Research Centers der NASA lassen befürchten, dass sich durch zukünftige Vulkanausbrüche ein Ozonloch über dem Nordpol bildet. NASA-Forscherin Azadeh Tabazadeh rechnet damit, dass sich in den nächsten 30 Jahren ein "vulkanisches Ozonloch" über der Arktis bildet. Die Ergebnisse wurden in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Science (PNAS) veröffentlicht.

"Fällt ein Zeitraum mit hoher Vulkanaktivität mit einer Serie von kalten arktischen Wintern zusammen, könnte in einer Reihe aufeinander folgender Jahre im Frühling ein Ozonloch über dem Nordpol entstehen. Und zwar in jenem Ausmaß, wie es bereits in der Antarktis jeden Frühling seit den 80-er Jahren der Fall ist", erklärte Tabazadeh. Anders als in der Antarktis, wo jeder Winter kalt ist, ist die Stratosphäre über der Arktis höchst unbeständig. Satelliten-Aufnahmen und Luftbeobachtungen des Nordpols haben gezeigt, dass ein signifikanter Ozonverlust über der Arktis nur nach einem sehr kalten Winter folgt.

Schuld an dem "vulkanischen Ozonloch" sind laut Tabazadeh Schwefelteilchen, die bei Vulkanausbrüchen in die Atmosphäre geschleudert werden. Diese Bestandteile formen Schwefelsäure-Wolken, die den Wolken aus Salpetersäure und Wasser in der Stratosphäre an den Polen ähnlich sind. Diese Wolken formieren sich aber nur in großer Höhe unter äußerst kalten Bedingungen und spielen eine wesentliche Rolle bei der Zerstörung von Ozon über den Polen. Durch zukünftige Vulkaneruptionen könnte durch Schwefelsäure-Wolken zusätzlich an der Ozonschicht genagt werden, erklärte Katja Drdla vom Ames Research Center.

"Vulkanische Emissionen können sich weltweit verteilen", ergänzte Mark Schoeberl vom Goddard Space Flight Center der NASA. Derart schwefelreiche Eruptionen wie der Ausbruch des Vulkans Pinatubo auf den Philippinen 1991 (Bild: Computer-generierte Darstellung der weltweit verbreiteten Vulkan-Emissionen) hätten bereits wenige Monate nach der Eruption die Ozonschicht über den Polen geschädigt. Die schwefelreichen Wolken blieben Jahre in der Stratosphäre über dem Nordpol. Die NASA-Satelliten zeigten einen steigenden Ozonverlust über der Arktis. Auch das Anwachsen des antarktischen Ozonlochs in den frühen 80-er Jahren wurde durch Vulkanausbrüche begünstigt, so Tabazadeh. Die Forscherin betont aber, dass auch durch den Menschen herbeigeführte Klimaveränderungen der letzten Jahre zum steigenden Ozonverlust über den Polen beigetragen haben.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.arc.nasa.gov
http://www.pnas.org/cgi/content/short/99/5/2609

Weitere Berichte zu: Arktis Nordpol Ozonloch Vulkanausbruch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hochmodernes Forschungsflugzeug fliegt zurzeit über Europa
17.07.2017 | Universität Bremen

nachricht Baumgrenze wird nicht allein durch das Klima bestimmt
03.07.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie