Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Nachwuchsgruppe erforscht Klimawirksamkeit des globalen Luftverkehrs

16.04.2007
Untersuchung des Einflusses von Flugzeugemissionen auf die Atmosphäre am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem Max-Planck-Institut für Chemie (Mainz)

Flugzeuge tragen durch Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid zur globalen Erwärmung bei, wie kürzlich der Bericht des Intergovernmental Panel for Climate Change (IPCC, 2007) zusammengefasst hat. Neben Kohlendioxid spielen Stickoxide und ihre Wirkung auf Kondensstreifen und Eiswolken eine wichtige Rolle bei der Bestimmung der Klimawirksamkeit des globalen Luftverkehrs.

Zu diesem Thema startet im April 2007 die von der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren geförderte Nachwuchsgruppe AEROTROP (Impact of Aircraft Emissions on the heteROgeneous chemistry of the TROPopause region) in einer Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie.

Die Nachwuchsgruppe untersucht unter der Leitung der Wissenschaftlerin Christiane Voigt die Veränderung der chemischen Zusammensetzung der Atmosphäre durch Flugzeugemissionen. In wolkenfreien Schichten der Atmosphäre führt die Emission von Stickoxiden durch den aktuellen Luftverkehr zu einer Erhöhung der Ozonkonzentrationen zwischen 8 und 15 km Höhe in der Tropopausenregion. Chemische Prozesse an Aerosolpartikeln, Kondensstreifen und Eiswolken (Zirren) können die Wirkung von Flugzeugemissionen auf den Ozonhaushalt verändern. Dabei bestehen große Unsicherheiten in der Kenntnis und der Quantifizierung dieser Reaktionen.

Zu diesem Zweck werden von der Nachwuchsgruppe gemeinsam mit der deutschen Forschungsgemeinschaft, Max-Planck-Instituten und Helmholtz-Forschungszentren Flugzeugmessungen mit dem DLR-Forschungsflugzeug Falcon und ab 2009 mit dem Höhenforschungsflugzeug HALO (High Altitude Long Range Aircraft) durchgeführt. Bei diesen Messungen werden die Vorkommen von Stickoxiden und halogenhaltigen Verbindungen sowie Partikeleigenschaften in der Tropopausenregion in mittleren und nördlichen Breiten bestimmt und mit Satellitendaten verglichen. Der Einfluss von Flugzeugemissionen und Kondensstreifen auf die Zusammensetzung der Atmosphäre soll bei so genannten "Verfolgungsflügen" direkt hinter Verkehrsflugzeugen (siehe Bild) und im Flugkorridor über Europa und dem Nord-Atlantik gemessen werden.

Derartige Messungen liefern eine Basis für Prozess-Studien und globale Modellsimulationen, mit denen die flugzeugbedingte Veränderung des Ozonhaushaltes der Tropopausenregion unter Berücksichtigung von Reaktionen an Partikeln quantifiziert werden sollen. Weiterführende Studien sollen den Einfluss von Emissionen in unterschiedlichen Flughöhen auf die Chemie der Atmosphäre und das Klima bewerten.

Die Untersuchungen im Rahmen von AEROTROP unterstützen damit die nachhaltige Entwicklung eines umweltverträglicheren Flugverkehrs. Sie liefern eine weitere Grundlage für strategische Entscheidungen bezüglich der Flughöhenverteilungen zukünftiger Flugzeuggenerationen. Bestehende Unsicherheiten in der Bewertung des Klimaeinflusses des stark anwachsenden Luftverkehrs können reduziert werden.

Kontakt und Informationen:

Dr. Christiane Voigt, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Institut für Physik der Atmosphäre (Christiane.Voigt@dlr.de, 08153/282579)

Prof. Dr. Stephan Borrmann, Institut für Physik der Atmosphäre, Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Abteilung Partikelchemie des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz (Borrmann@uni-mainz.de, 06131/3923396)

Prof. Dr. Ulrich Schumann, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Institut für Physik der Atmosphäre (Ulrich.Schumann@dlr.de, 08153/282521)

Dr. Mirjana Kotowski | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpch-mainz.mpg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie