Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wachstumssektor Umwelttechnik: Deutsche Unternehmen entdecken die internationale Abfallwirtschaft

05.03.2002


Die Abfallwirtschaft boomt global: Abfall ist ein drängendes Problem insbesondere in den schnell wachsenden Metropolen Asiens und Latein-Amerikas und in Osteuropa. Immer mehr deutsche Umwelttechnik-Unternehmen entdecken derzeit diese internationalen Betätigungsfelder, während der Markt im deutschen Entsorgungssektor stagniert. Ein Unternehmerforum bietet jetzt konkrete Hilfestellung für neue Geschäftsverbindungen ins Ausland.

Etwa 5,2 Millionen Menschen sterben laut Agenda 21 weltweit jedes Jahr an Krankheiten, die mit Entsorgungsproblemen in Zusammenhang gebracht werden können. Allein in Brasilien fehlt es an geordneten Entsorgungsmöglichkeiten für an die 78 000 Tonnen Hausmüll - täglich. Ein steigendes Umweltbewusstsein und vor allem drängende Probleme aus dem unsachgemäßen Abkippen von Abfällen wie das Abrutschen von Deponien oder die Verseuchung von Grundwasser lassen den Bedarf an geeigneten Instrumenten der Abfallwirtschaft nicht nur in Brasilien stark steigen.

Viele deutsche Unternehmen verfügen gerade auf diesem Gebiet über ausgeprägtes Know-how und bewährte Technologien. Vor allem mittelständische Betriebe können flexibel und mit hoher Umsetzungsgeschwindigkeit auf den neuen Märkten agieren. Doch fehlt es hier bisher oft an unkomplizierten Fördermöglichkeiten und an den notwendigen Kenntnissen und Kontakten vor Ort. Ein Unternehmerforum, organisiert von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und dem "Knoten Weimar" leistet jetzt Orientierungshilfe bei der Mittelbeschaffung, beantwortet konkrete Fragen und kann als "Türöffner" für neue Projekte im Ausland fungieren. Unter dem Stichwort "Public Private Partnership im internationalen Abfallsektor" werden Pilotprojekte vorgestellt und betreut.

Prof. Dr.-Ing. Klaus Fricke, Leichtweiß-Institut für Wasserbau, Abteilung Abfallwirtschaft, der Technischen Universität Braunschweig ist Gesellschafter des "Knoten Weimar", einer international agierenden Schnittstelle zwischen Forschung, Industrie und Behörden im Umweltsektor. Gemeinsam mit der GTZ organisiert er das Unternehmerforum. "Deutschland verfügt im Grundsatz über alle Voraussetzungen, international im Bereich der Umwelttechnik respektive im Bereich Abfallwirtschaft erfolgreich zu sein", so Fricke, "vor allem wenn die Zusammenarbeit verbessert wird zwischen der Privatwirtschaft, den Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen und den Förderinstitutionen."

Mehrere Projekte sind bereits - betreut von GTZ und Knoten Weimar - erfolgreich auf den Weg gebracht worden. Die Firma Wilhelm Faber GmbH aus Alzey konnte zum Beispiel an zwei Standorten in Brasilien beweisen, dass ihr Verfahren zur Abfallbehandlung auch unter den dortigen klimatischen und infrastrukturellen Bedingungen gut funktioniert. Inzwischen sind weitere Projekte, unter anderem in Thailand, Mexiko und Südafrika, in Arbeit. In Mendoza, Argentinien geht es um die Behandlung der organischen Abfälle aus einem Zoo und einem Park, die mithilfe der Firma Umweltschutz-Nord in Kompost umgewandelt werden.

80 Teilnehmer sind zurzeit im Unternehmerforum organisiert - weitere Firmen und andere Interessierte sind willkommen.

Auskunft erteilt Prof. Klaus Fricke
Knoten Weimar an der Technischen Univeristät Braunschweig
Telefon: 0531-3 91 39 58
Telefax: 0531-3 91 61 05

Ulrike Rolf | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-bs.de/institute/lwi/abwi/index.html

Weitere Berichte zu: Abfallwirtschaft GTZ Umwelttechnik Wachstumssektor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie