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Auswirkungen des Klimawandels in Deutschlands Ökosystemen sind nicht mehr zu übersehen

30.03.2007
Der Klimawandel führt zu deutlichen Konsequenzen in der Landnutzung. So sei die Ertragssicherheit bei vielen Kulturpflanzen nicht mehr gegeben. Waldränder und Nadelholzmonokulturen sind durch eine Zunahme an Stürmen besonders gefährdet.

Das erfordere eine schnelle Anpassung der Forstwirtschaft an die veränderten Bedingungen. Auch der Fortbestand vieler Moore und kleiner Gewässer ist durch die tendenziell abnehmenden Niederschläge im Nordosten Deutschlands akut bedroht. Das geht aus aktuellen Forschungsergebnissen hervor, die das Deutsche Netzwerk für ökologische Langzeitforschung (LTER-D) auf seiner Jahrestagung in bayerischen Sankt Oswald vorgestellt hat. Die Experten beschäftigen sich vor allem mit den Langzeitfolgen von klimabedingten Veränderungen in den Ökosystemen.

Deutliche Veränderungen sind auch in der deutschen Flora zu erwarten, wobei heute schon Einwanderer aus wärmeren Regionen vielfach anzutreffen sind. Hierzu zählen sowohl sommergrüne Gehölze wie der aus China stammende Götterbaum als auch immergrüne Sträucher wie die Lorbeerkirsche.

Mit den veränderten Klimabedingungen verlängert sich die Vegetationsperiode. Viele Arten blühen früher oder bleiben im Herbst länger grün. Der Einfluss auf Prozesse in den Ökosystemen ist aber bis jetzt nur unbefriedigend abzuschätzen. Wie wird sich beispielsweise die Produktivität der Ökosysteme verändern, welchen Einfluss werden die wachsenden Populationen an Schädlingen, wie beispielsweise der Borkenkäfer auf unsere Wälder haben? Wie steht es um das Wasserhaltevermögen der Vegetation? Um die Probleme besser verstehen und Gegenmaßnahmen entwickeln zu können, müssen Monitoringarbeiten verstärkt und die Kreisläufe der Ökosysteme intensiver untersucht werden.

Das Netzwerk LTER-D wurde 2005 gegründet und arbeitet bisher in 12 Untersuchungsräumen in Deutschland. Mitglieder sind Universitäten, Nationalparke und Biosphärenreservate sowie Zentren der außeruniversitären Forschung, wie beispielsweise der Helmholtz- und Leibnizgemeinschaft. Das Ziel des Netzwerkes besteht in der Erforschung komplexer ökologischer Langzeitprozesse unter den Bedingungen des Globalen Wandels und der Erarbeitung von Frühwarnsystemen und Managementstrategien für die nachhaltige Nutzung von Ökosystemen. LTER-D ist Mitglied im internationalen Netzwerk ILTER und im europäischen Netzwerk LTER Europa.

Weitere fachliche Informationen über:
Dr. Stefan Klotz
Präsident von LTER-D und Leiter des Departments Biozönoseforschung am
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
Telefon: 0345-558-5301, -5302
http://www.lter-d.ufz.de/index.php?de=7215
oder über:
Doris Böhme/ Tilo Arnhold
UFZ-Pressestelle
Telefon: 0341-235-2278
Email: presse@ufz.de
Links:
Das deutsche Netzwerk für ökologische und ökosystemare Langzeitforschung:
http://www.lter-d.ufz.de/
International Long Term Ecological Research (ILTER):
http://www.ilternet.edu/
Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ wurde 1991 gegründet und beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle/S. und Magdeburg rund 800 Mitarbeiter. Es erforscht die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt in genutzten und gestörten Landschaften, insbesondere dicht besiedelten städtischen und industriellen Ballungsräumen sowie naturnahen Landschaften. Die Wissenschaftler des UFZ entwickeln Konzepte und Verfahren, die helfen sollen, die natürlichen Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen zu sichern.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Doris Böhme | idw
Weitere Informationen:
http://www.ufz.de/index.php?de=640

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