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Netzwerke für die umweltgerechte Entsorgung von Elektronikschrott

27.03.2007
Die Menge an Elektro- und Elektronikschrott soll europaweit verringert werden. So schreibt es die WEEE-Richtline der Europäischen Union vor. Sie stärkt die Verantwortung der Hersteller für die umweltgerechte Entsorgung ihrer Produkte.

Aber wie können ausgediente Elektronikprodukte aufgearbeitet und wiederverwendet werden? Das neue Forschungsprojekt GeProNet der Technischen Universität Braunschweig setzt hierbei auf Unternehmensnetzwerke. Die Ergebnisse werden vom 9. bis 11. Mai auf der Konferenz ECO-X in Wien vorgestellt.

Aufgabe von GeProNet ist es, eine Reihe von Akteuren zu identifizieren und unter einen Hut zu bringen - von Herstellern, Händlern, Logistikdienstleistern und Systembetreibern über Recyclingunternehmen bis zu Serviceanbietern. "Die Projektpartner arbeiten im Rahmen von GeProNet an Lösungen für das Informations-, Netzwerk- und Prozessmanagement", erklärt Dr. Christoph Herrmann von der TU Braunschweig, der das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Spengler wissenschaftlich leitet. Von besonderem Interesse sei die Identifikation wiederverwendbarer Produkte und der zum Recycling notwendigen Informationstechnologien. "Die Schwierigkeit besteht darin, das Netzwerk langfristig zu planen und kurzfristig zu steuern", so Herrmann weiter.

Im Rahmen von GeProNet werden in drei Fallstudien Netzwerke erforscht und optimiert.

1. Die Firma adp Gauselmann GmbH, Deutschlands größter Spieleautomaten-Hersteller bildet den Mittelpunkt eines sogenannten "Herstellerzentrierten" Netzwerks. Der deutsche, mittelständische Betrieb muss in ganz Deutschland und zukünftig auch dem europäischen Ausland seine Produkte aus dem B2B-Bereich zurücknehmen. Die Forscher der TU Braunschweig begleiten die adp Gauselmann GmbH bei der Verbesserung vohandener Prozesse und der Nutzung hochwertiger Reyclingtechnologien.

2. Der kommunale Betrieb WAS (Wolfsburger Abfallwirtschaft und Straßenreinigung) und der mittelständische IT-Systemanbieter Kosatec GmbH bauen regionale Netzwerkstrukturen auf. Gemeinsam mit dem Braunschweiger Recyclingbetrieb ELPRO Elektronik-Produkt Recycling GmbH arbeitet man daran, Rücknahme und Wiederverwendung "vor der Haustür" umzusetzen und so die Anforderungen der WEEE-Richtlinie effizient zu erfüllen und gleichzeitig ein hochwertiges Recycling zu realisieren.

3. Im Falle des "Dienstleister-zentrierten" Netzwerks, das vom Münchner Logistikun-ternehmen CCR Logistics Systems AG in ganz Europa koordiniert wird, werden neue Rücknahme-Konzepte ("Voucher-System") entwickelt und bestehende Software-Insellösungen in die Prozesse integriert. Hierdurch soll zukünftig verstärkt auch ein Produktrecycling ermöglicht werden.

Das Kompetenzzentrum Elektronik & Umwelt KERP unterstützt die drei GeProNet-Fallstudien mit seinem Software Tool ProdTect, das die recyclinggerechte Produktgestaltung unterstützt. Produzenten sind bereits im Planungsstadium über die Recyclier- und Wiederwendbarkeit ihrer Geräte bzw. Komponenten im Bilde. Mit Hilfe des von KERP entwickelten Recyclingpass können die für die Wiederverwendung geeigneten Bauteile identifiziert und recyclingrelevante Produktinformationen bereitgestellt werden.

Das vom deutschen BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) geförderte Projekt GeProNet wird im Rahmen der internationalen Konferenz ECO-X vom 9. bis 11. Mai im Tech Gate Vienna vorgestellt.

Ansprechpartner an der TU Braunschweig:
Dr.-Ing. Christoph Herrmann
Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik
Abteilung Produkt- und Life-Cycle-Management
Langer Kamp 19 B
D-38106 Braunschweig
Tel.: +49 531 391-7149
Fax: +49 531 391-5842
E-Mail: C.Herrmann@tu-braunschweig.de

Dr. Elisabeth Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.iwf.ing.tu-bs.de
http://www.eco-x.at
http://www.produktrecycling.net

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