Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

.... trink was klar ist!

20.03.2007
Arbeitsgruppe "Nachhaltige Landwirtschaft" der Agenda 21 für den Baltischen Raum will Auswirkung der Landwirtschaft auf Gewässer mindern - Weltwassertag am 22. März 2007

Wenn es um sauberes Trinkwasser geht, wird es im globalen Maßstab immer schwerer nach Martin Luthers Lebensweisheit "Sprich' was wahr ist, trink' was klar ist" zu leben. In diesem Sinne widmet sich der diesjährige Weltwassertag dem Thema "coping with scarcity", übersetzt "Bewältigung von Knappheit".

Landwirtschaft ist einer der vielen Faktoren, die, wenn auch manchmal über lange Wege und Zeiträume, negativen Einfluss auf die Qualität von Wasser nehmen (Foto 1). Nährstoffausträge aus landwirtschaftlich genutzten Böden führen nicht nur zu übermäßigem Algenwachstum, sondern beeinträchtigen kurzfristig die Qualität von aus Oberflächengewässern gewonnenem Trinkwasser, mittel- und langfristig aber auch die Qualität von aus tieferen Erdschichten gefördertem Wasser. Darüber hinaus belasten Schwermetalle sowie organische Schad- und Wirkstoffe, die als Nebenbestandteile in Düngemitteln enthalten sein können, das Wasser.

Wegen der weltweit zunehmenden Knappheit unbelasteter Trinkwasserressourcen gehört Trinkwasserschutz mit zu den wichtigsten Zielen einer nachhaltigen Entwicklung in der Landwirtschaft, denn die Forderung nach einer "Entwicklung, die die Bedürfnisse der jetzigen Generationen deckt, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken, zu beschränken", gilt vor allem auch für die Verfügbarkeit sauberen Trinkwassers. Unter dem Aspekt, dass negative Veränderungen von Ökosystemen als Konsequenz menschlichen Handelns erst nach langen Zeiträumen bemerkbar werden, ist Trinkwasserschutz immer auch im Kontext mit Gewässerschutz im Allgemeinen zu sehen:

Nachhaltigkeit ist zeitlich nicht einzugrenzen und wirkt in der Zukunft. Ein in dieser Hinsicht besonders empfindliches System ist die Ostsee. Die Ostsee selbst hat eine Fläche von ungefähr 412.000 km² und ein Wasservolumen von etwa 21.000 km³. Das Wassereinzugsgebiet ist dagegen vier Mal größer als die eigentliche Ostsee und ist die Heimat von etwa 85 Millionen Menschen in 10 Nationen.

Konsequenter und effektiver Gewässer- und Trinkwasserschutz beginnt auf der Verursacherseite. Er erfordert ein profundes Verantwortungsbewusstsein auf Seiten der Landwirtschaft und ein Besteck geeigneter Vorsorgemaßnahmen. Mit Strategien zur Vermeidung von Gewässerbelastungen durch die Landwirtschaft befasst sich im Ostseeraum innerhalb der Agenda 21 für den Baltischen Raum (BALTIC21) die Arbeitsgruppe "Nachhaltige Landwirtschaft" (Task Force on Sustainable Agriculture (TFSA)). Geleitet wird die TFSA derzeit von Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im Rahmen seiner Meeresumweltschutzpolitik. Vorsitzender der Gruppe ist der Leiter des Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig, Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug. Im Jahr der Ratspräsidentschaft Deutschlands wird sich die TFSA auf ihren Workshops mit Fragen der Schwermetallbelastungen aus Düngemitteln und dem Einsatz von "Precision Agriculture" zur Minderung von Gewässerbelastungen befassen.

Über Arbeit, aktuelle Veranstaltungen und Aktionen der TFSA informiert die Website der BALTIC21: http://www.baltic21.org

Kontakt: Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, Tel.: 0531 596 2101; E-Mail: pb@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.baltic21.org
http://www.fal.de/

Weitere Berichte zu: Ostsee TFSA Trinkwasser Trinkwasserschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hochmodernes Forschungsflugzeug fliegt zurzeit über Europa
17.07.2017 | Universität Bremen

nachricht Baumgrenze wird nicht allein durch das Klima bestimmt
03.07.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie