Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimawandel gefährdet Austern

19.03.2007
Forscher befürchten massive ökologische Folgewirkungen

Der Klimawandel bedroht die Zucht von Muscheln und Austern. Ursache dafür ist eine Versauerung der Meere, die durch den Anstieg des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ausgelöst wird. Dadurch verzögere sich die Bildung einer kalkhaltigen Muschelschale, berichtet ein niederländisch-französisches Forscherteam in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters". "Neben wirtschaftlichen Verlusten erwarten wir mit hoher Wahrscheinlichkeit auch negative Folgewirkungen für küstennahe Ökosysteme", sagt Frederic Gazeau vom Niederländischen Institut für Ökologie im Gespräch mit pressetext.

Um die Auswirkungen einer erhöhten CO2-Meereskonzentration für Schalentiere zu untersuchen, schufen die Wissenschaftler einen kleinen künstlichen See, dessen Säuerung sie im Vergleich zu den natürlichen Bedingungen erhöhten. Anschließend setzten die Forscher Muscheln und Pazifische Austern für mehrere Stunden in das Becken. "Wir konnten beobachten, dass sich die Verkalkung der Schalen sofort verlangsamte", sagt Gazeau. "Die Muscheln reagierten dabei wesentlich empfindlicher auf die erhöhte CO2-Konzentration als die Auster."

In den vergangenen zwei Jahrhunderten verursachte die Industrialisierung einen starken Anstieg der Treibhausgas-Emissionen. Das Meer absorbiert etwa ein Drittel des Kohlendioxids. Der pH-Wert der Meere liegt derzeit knapp über acht - in den vergangenen zwei Jahrhunderten ist er allerdings um 0,1 Punkte gesunken. Die Meere absorbieren täglich etwa 25 Mio. Tonnen CO2. Setzt sich diese Entwicklung fort, könnte sich der pH-Wert nach Schätzungen des vor kurzem veröffentlichten IPCC-Berichts zu den Auswirkungen des Klimawandels um weitere 0,35 Punkte bis zum Jahr 2100 reduzieren.

... mehr zu:
»Auster »Klimawandel »Muschel »Schalentiere

"Für konkrete Prognose über die Langzeitfolgen für die Schalentiere ist es aber noch zu früh", sagt Gazeau. In einem weiteren Experiment möchte er deshalb die Auswirkungen einer erhöhten CO2-Konzentration über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten untersuchen. "Damit wollen wir analysieren, ob sich die Schalentiere vielleicht an das saurere Meerwasser anpassen können", so Gazeau. "Ist das der Fall, würde sich der ökologische Schaden vermutlich reduzieren." Außerdem wollen die Wissenschaftler erforschen, wie die besonders sensiblen Larven der Schalentiere auf das versauerte Meereswasser reagieren. Im Jahr 2002 wurden weltweit etwa 11,7 Mio. Tonnen Schalentiere mit einem Wert von 10,5 Mrd. Dollar produziert. Fast 15 Prozent entfielen dabei auf Muscheln oder die Pazifische Auster. Die Versauerung der Meere könne deshalb massive ökonomische Verluste verursachen. Darüber hinaus besitzen die Schalentiere eine Schlüsselrolle im küstennahen Ökosystem. Für Vögel etwa stellen sie eine wichtige Futterquelle dar.

Christoph Marty | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nioo.knaw.nl/indexENG.htm

Weitere Berichte zu: Auster Klimawandel Muschel Schalentiere

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Ozeanversauerung: Wie individuell sind die Reaktionen?
06.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen