Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jetzt Rußfilter nachrüsten!

09.03.2007
Deutsche Umwelthilfe rechnet mit deutlicher Verschärfung der Fahrverbote für Dieselstinker in Ballungsgebieten - Einigung im Bundesrat nach vierjährigem Gezerre zeigt die wahren Machtverhältnisse zwischen Autobauern und Politik in Deutschland - Bundesverwaltungsgericht fällt am 29. März Grundsatzurteil über Schutz vor Feinstaub - Dieselfiltersysteme müssen im Rahmen der Abgasüberwachung regelmäßig geprüft werden

Die Botschaft lautet: "Jetzt Rußfilter nachrüsten".

Nach über vierjährigen Auseinandersetzungen um den Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor tödlichem Feinstaub segnete der Bundesrat heute die steuerliche Förderung der Nachrüstung von Dieselstinkern mit Partikelfiltern ab.

"Endlich wurde die überfällige Entscheidung zur Filterförderung getroffen. Die ebenso unnötige wie unverantwortliche jahrelange Verzögerung ist Ergebnis falsch verstandener Rücksichtnahme von großen Teilen der Politik in Bund und Ländern gegenüber einer Automobilindustrie, die in ihrer Technologieentwicklung regelmäßig falsche Prioritäten setzt. Jetzt herrscht endlich Rechtssicherheit für die Autofahrer. Wer noch ohne Filter mit einem Diesel-Pkw unterwegs ist, sollte diesen schleunigst nachrüsten", kommentierte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) die Einigung.

Allerdings sei die verabschiedete Regelung weiter mit großen Defiziten belastet. Aus Rücksicht auf den Verband der Automobilindustrie (VDA) habe die Politik auf die gesonderte Förderung der Nachrüstung mit geregelten Partikelfiltersystemen, die 99% des Feinstaubs zurückhalten, verzichtet. Hier sieht die DUH dringenden Nachbesserungsbedarf. Die beschlossene Förderung so genannter ungeregelter Partikelminderungssysteme mit einer Mindestwirksamkeit von nur 30% bedeute Weltrekord - leider von unten: "Top Runner proklamieren und Down Runner praktizieren, das ist hier das Motto", sagte Resch. Keine andere Regierung verlange eine so schwache Wirksamkeit der Dieselfilter.

Angesichts von jährlich etwa 17.000 vorzeitigen Todesfällen, die die Feinstaubbelastung laut WHO in Deutschland allein im Verkehrsbereich zur Folge hat, rechnet die DUH für die nahe Zukunft mit einer Verschärfung der Fahrverbote für ungefilterte Dieselfahrzeuge. Am 29. März entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig letztinstanzlich über die Frage, ob Kommunen und Bundesländer die Umsetzung verbindlicher EU-Regelungen zur Luftreinhaltung verweigern dürfen. Die Musterklage eines Münchner Bürgers wird von der DUH unterstützt. Sollte das BVerwG die Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs bestätigen, können von hohen Feinstaubbelastungen betroffene Bürgerinnen und Bürger auf dem Gerichtsweg weitergehende Gegenmaßnahmen durchsetzen.

Die DUH beklagt außerdem eine gravierende Lücke der derzeitigen gesetzlichen Regelungen: Im Gegensatz zu anderen Autoabgasen ist derzeit eine Überprüfung der Wirksamkeit von Partikelfiltersystemen z. B. im Rahmen der regelmäßigen Abgasuntersuchungen nicht vorgesehen. Hier müsse die Politik dringend nachbessern, verlangte Resch.

Die von der Deutschen Umwelthilfe e.V. koordinierte Allianz "Kein Diesel ohne Filter" hat das vierjährige Trauerspiel und die Einflussnahmen deutscher Automobilhersteller auf die Politik in der "Chronologie einer Blockade" dokumentiert (www.duh.de).

Jürgen Resch | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.duh.de

Weitere Berichte zu: DUH Feinstaub Partikelfiltersystemen Rußfilter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Konzept der Universität Rostock zur Ölhavarie-Bekämpfung erfolgreich auf der Warnow erprobt
07.12.2017 | Universität Rostock

nachricht Aquakultur: Neues Verfahren spürt Umweltbelastungen durch Lachsfarmen schneller auf
05.12.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit