Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Artenvielfalt großer Pflanzenfresser in Naturschutzgebieten vorhersagbar

20.02.2002


Die Zahl der großen Pflanzenfresserarten, die in einem Naturschutzgebiet leben kann, wird einfach bestimmt vom Regenfall und der Bodenfruchtbarkeit. Der Wageninger Ökologe Dr. Han Olff kann hiermit angeben, wo in der Welt Naturschutzgebiete erwünscht sind, um Großwild zu schützen.

Der Forscher der Universität Wageningen hat auf einer Weltkarte angegeben, in welchen Gebieten die größte Vielfalt an Großwild leben kann. Für artenreiche Naturschutzgebiete in Ostafrika und auf der argentinischen Pampa stimmen die Vorhersagen mit der Zahl der vorhandenen Tierarten überein. Überraschender ist die vorhergesagte große Artenvielfalt in Indien, in der Ukraine und dem Mittleren Westen der USA. Dies sind Ackerbaugebiete, in denen die meisten Tierarten verschwunden sind. In Europa hat Spanien viele Möglichkeiten für Naturschutzgebiete mit einer großen Artenvielfalt an Pflanzenfressern. Das gilt auch für Teile der Mongolei, Chinas und Australiens.
Für die Vorhersagen der Artenvielfalt verwendeten die Wageninger Ökologen nur Daten über Bodenfruchtbarkeit und Niederschlag. Diese beiden Daten bestimmen die Quantität und die Qualität der Nahrung. Große Pflanzenfresser brauchen viel Nahrung, wobei die Qualität von geringer Bedeutung ist. Kleine Pflanzenfresser brauchen weniger Nahrung, aber hoher Qualität.


Daher ist ein Naturschutzgebiet mit viel Regenfall geeignet für große Pflanzenfresser wie Elefanten und Büffel. Ein Naturschutzgebiet mit fruchtbarem Boden und wenig Regenfall eignet sich sehr für kleinere Pflanzenfresser wie Gazellen und Hasen. Die größte Artenvielfalt ist in einem Gebiet mit einem fruchtbaren Boden und durchschnittlichem Niederschlag zu erwarten.
Die Wageninger Forscher haben mit Subventionen der niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung (NWO) Artenvielfalt, Niederschlag und Bodenfruchtbarkeit von 88 Naturparks in Afrika und 34 in Nordamerika mit den Vorhersagen verglichen. In Afrika kommen insgesamt 99 große Pflanzenfresser mit einem Gewicht von mindestens zwei Kilogramm vor. In Nordamerika sind dies nur 25 Arten. Trotz der großen Unterschiede in der Natur stellte sich heraus, dass auf beiden Kontinenten die Zahl der Tierarten in jedem Park, als Prozentsatz der gesamten Artenvielfalt auf diesem Kontinent, auf Regenfall und Bodenfruchtbarkeit zurückzuführen war. Selbstverständlich gilt dies nur für Naturschutzgebiete. Die Schlussfolgerung, dass die Artenvielfalt auf eine so einfache Art und Weise vorherzusagen ist, kam als eine Überraschung. Die Untersuchung zeigt an, welche noch ungeschützten Naturgebiete und welche Ackerbaugebiete die meisten Möglichkeiten bieten, um die Biovielfalt wiederherzustellen.
Nähere Informationen bei Dr. Han Olff, (Universität Wageningen, Lehrstuhlgruppe Naturschutz in den Tropen), Tel. +31 (0) 317 48 3174 (Büro) oder +31(0) 6 21820806 (privat), Fax +31 (0)317 484845,

E-Mail: han.olff@staf.ton.wau.nl. Han Olff hat zusammen mit den Kollegen Herbert Prins und Mark Ritchie
(Syracuse, USA) einen Artikel über die Untersuchung in der wissenschaftlichen Zeitschrift Nature vom 21. Februar publiziert.

Msc Michel Philippens | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer
20.10.2017 | Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg

nachricht Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger
20.10.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise