Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erderwärmung lässt Küstengewässer in Auftriebsgebieten abkühlen und gefährdet so dortigen Fischbestand

06.02.2007
Unter Leitung einer australischen Wissenschaftlerin der University of Wollongong hat ein internationales Forscherteam neue bedeutende Erkenntnisse über die Auswirkungen der Erderwärmung auf die Ozeane gewonnen.

Die Forschungsergebnisse zeigen die direkten Auswirkungen, die der vom Menschen verursachte Klimawandel auf einen Küstenauftrieb genannten Prozess in Nordwestafrika hat. Dieses so genannte Upwelling umschreibt ein ozeanographisches Phänomen, bei dem durch Wind kühlere und für gewöhnlich nährstoffreichere Wassermassen an die Meeresoberfläche gelangen und dort wärmeres und für gewöhnlich nährstoffärmeres Oberflächenwasser ersetzen. Die Erkenntnisse wurden am zweiten Februar im renommierten Fachmagazin Science veröffentlicht.

Dr. Helen McGregor, Research Fellow an der School of Earth and Environmental Sciences der University of Wollongong hat zusammen mit ihren Forscherkollegen des MARUM Forschungszentrum Ozeanränder in Bremen festegestellt, dass die klimabedingten Veränderungen im Meer noch nie so dramatische Ausmaße angenommen haben, wie innerhalb der letzten drei Jahrzehnte. Den Analysen der Wissenschaftler zufolge sanken im 20. Jahrhundert die Temperaturen der Meeresoberfläche im Atlantik vor Nordwestafrika um 1,2 Grad Celsius. Das Forscherteam gewann seine Erkenntnisse aus der Untersuchung zweier Sedimentkerne, die an der Küste vor Marokko gebohrt wurden. Sie analysierten den Anteil organischer Verbindungen in den Ablagerungen, an denen sich die Klimaentwicklung der Region über die letzten 2500 Jahre ablesen lässt.

Die Forschungsergebnisse decken sich mit Erkenntnissen zu Auftriebsgebieten aus der Arabischen See und anderen Regionen, die jedoch über wesentlich kürzere Zeiträume gewonnen wurden. "Der scheinbare Widerspruch zwischen steigende Temperaturen in der Atmosphäre und sinkenden Temperaturen an der Meeresoberfläche kann leicht erklärt werden", so Dr. McGregor. "Sowohl die zunehmenden Winde als auch die Erdrotation lassen küstennahes Oberflächenwasser auf das offene Meer driften. Diese Wassermassen werden dann durch wesentlich kühleres, aus tieferen Ozeanschichten aufquellendes, Wasser ersetzt. Je stärker der Treibhauseffekt, desto stärker arbeitet die Kaltwasserpumpe - und umso mehr kühlen die Küstengewässer vor Marokko ab."

Auftriebsgebiete, wie das vor Nordwestafrika, sind wirtschaftlich sehr bedeutend. Obwohl sie nur ein Prozent der Gesamtmeeresoberfläche umfassen, finden dort etwa 20 Prozent des weltweiten Fischfangs statt. "Unsere Forschungen deuten darauf hin, dass sich der Küstenauftrieb mit dem zunehmenden Treibhauseffekt weiter verstärken wird und sich damit auf die sensible Ökosysteme und den Fischbestand in dieser Region auswirken könnte", erläutert Dr. McGregor.

Weitere Informationen:
nstitut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Einrichtung aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.wissenschaft-australien.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Luftreiniger und Schmutzpumpe: der indische Monsun
15.06.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht 100 % Ökolandwirtschaft in Bhutan – ein realistisches Ziel?
15.06.2018 | Humboldt-Universität zu Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rätselhaftes IceCube-Ereignis könnte von Tau-Neutrino stammen

19.06.2018 | Physik Astronomie

Automatisierung und Produktionstechnik – Wandlungsfähig – Präzise – Digital

19.06.2018 | Messenachrichten

Überdosis Calcium

19.06.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics