Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Zukunft von Wasserstoff und Feinstaub in der Atmosphäre

02.02.2007
Jülicher Forscher liefern wichtige Beiträge zum aktuellen UNO-Klimareport

Als einer der Coautoren beurteilte der Jülicher Wissenschaftler Martin Schultz in dem heute veröffentlichten IPCC-Bericht die Klimarelevanz des potenziellen Energieträgers Wasserstoff. Sechs Jahre arbeiteten Experten aus über 130 Ländern an diesem mit Spannung erwarteten vierten Klima-Report des UNO-Ausschusses für Klimaveränderungen (IPCC). Sie tragen darin den internationalen Wissensstand zu Änderungen des Weltklimas zusammen und liefern damit die Grundlage für Diskussionen zum Klimawandel.

Wasserstoff wird als ein möglicher Energieträger der Zukunft gehandelt. Wasserstoffgas ist schon heute natürlich in der Atmosphäre vorhanden. In einer Wasserstoffwirtschaft könnten sich aber die Mengen des Gases in der Lufthülle ändern und chemische Prozesse beeinflussen, an denen das Gas beteiligt ist. "Es ist daher wichtig, seine Bedeutung für die Umwelt genauer zu verstehen", erklärt Martin Schultz. "So weiß man inzwischen, dass Wasserstoff einen gewissen Einfluss auf die Selbst-Reinigungskraft der Atmosphäre hat. Er könnte mit dazu beitragen, dass das Ozonloch in der arktischen Stratosphäre langsamer zuheilt als dieses aufgrund des Rückgangs von Fluorchlorkohlenwasserstoffen zu erwarten wäre." In einem internationalen Forschungsprojekt der Europäischen Union arbeiten Jülicher Wissenschaftler derzeit mit daran, diese Zusammenhänge weiter zu untersuchen und zu quantifizieren.

Auch weitere noch offene Fragen in dem Bericht wollen die Jülicher beantworten: Welchen Einfluss haben kleinste Teilchen - Aerosole - und andere Schadstoffe in der Luft? Wie wirkt sich eine Erwärmung auf die Freisetzung und den Abbau solcher Substanzen aus? In einem weiteren EU Projekt (EUCAARI) ergründen Thomas Mentel aus Jülich und seine Kollegen die Wechselwirkungen zwischen Aerosolen, Wolkenbildung und Klimaveränderung.

Das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) ist ein weiterer zentraler Punkt im IPCC-Report. Die Experten sind sich inzwischen einig, dass der Mensch den Anstieg des CO2 in der Atmosphäre verursacht. Bei der Aufnahme und Speicherung von CO2 spielen Pflanzen, Boden und Ozeane eine wichtige Rolle. Der organische Kohlenstoffspeicher in Böden umfasst 1600 Giga-Tonnen Kohlenstoff und ist somit einer der größten Speicher in terrestrischen Systemen. Es ist aber noch nicht geklärt, wie sich der prognostizierte Temperaturanstieg langfristig auf diesen Speicher und somit auf die Freisetzung von im Boden gebundenen CO2 auswirkt. Jülicher Umweltforscher untersuchen daher, welchen Einfluss die steigende Bodentemperatur im Zusammenhang mit dem Bodenwassergehalt, aber auch Pflanzen auf die CO2-Speicherfähigkeit des Bodens haben. In dem 12 Millionen Euro Projekt "Transregio" beobachten die Wissenschaftler unter Mitwirkung des Forschungszentrums Jülich über einen Zeitraum von 15 Jahren, wie sich verändernde Landschaftsstrukturen auf das Klima auswirken. Ergänzt durch Fernerkundungsdaten wollen die Wissenschaftler letztendlich mit Modellen simulieren, wie sich das Klima in der Region ändern wird.

Anders als noch in ihrem letzten Report von 2001 machen die Autoren in diesem Bericht konkrete Angaben und sagen einen globalen Temperaturanstieg von 2 bis 4,5 Grad Celsius bis 2100 voraus. Sie prognostizieren starke regionale Klimaschwankungen als Folgen. In der Arktis beispielsweise wird die Erwärmung etwa doppelt so stark ausfallen wie im globalen Mittel. Um an den Untergrenzen der Prognosen zu bleiben, ist es daher dringend nötig, die offenen Wissenslücken schnellstmöglich zu füllen.

Weitere Informationen:
www.fz-juelich.de/portal/
zur Klimarelevanz von Wasserstoff:
http://www.fz-juelich.de/icg/icg-ii/hycare
zur Arbeistgruppe: Globale Modellierung:
http://www.fz-juelich.de/icg/icg-ii/arbeitsgruppen/globale_modellierung
zum EUCAARI-Projekt:
www.atm.helsinki.fi/eucaari
zum Projekt TRANSREGIO:
http://www.meteo.uni-bonn.de/projekte/tr32-wiki/doku.php
zum IPCC-Klimareport:
www.ipcc.ch
Pressekontakt:
Annette Stettien, Wissenschaftsjournalistin, Unternehmenskommunikation, Forschungszentrum Jülich Tel. 02461 61-2388, Fax 02461 61-4666, E-Mail: a.stettien@fz-juelich.de

Dr. Angela Lindner, Leiterin Unternehmenskommunikation, Forschungszentrum Jülich, 52425 Jülich Tel. 02461 61-4661, E-Mail: a.lindner@fz-juelich.de

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Berichte zu: CO2 Freisetzung Klimarelevanz Wasserstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Das Schweigen der Hummeln
15.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Nachhaltige Wasseraufbereitung löst Algenprobleme
26.10.2017 | SCHOTT AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte