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Erderwärmung zerstört Leben im Meer

31.01.2007
Veränderungen treffen Einzeller und damit Nahrungskette und Klimakreislauf

Die globale Erwärmung hat nicht nur negative Auswirkungen auf die Korallenriffe, sondern auch auf das für die Nahrungskette so wichtige Phytoplankton, berichtet das Wissenschaftsmagazin National Geographic. Das Phytoplankton wird auch als Urproduktion der Meere bezeichnet, weil es die Nahrungsgrundlage für alle übrigen Lebewesen im Meer darstellt. Das pflanzliches Plankton, vor allem bestehend aus Kiesel-, Grün- , Blau - und Goldalgen sowie Dinoflagellaten, baut als Primärproduzent mit Hilfe von Licht in der Photosynthese aus Kohlendioxid und Nährstoffen seine Körpersubstanz (Biomasse) auf.

Die jüngsten Erkenntnisse des Forschungsteams um den Botaniker Michael Behrenfeld von der Oregon State University in Corvallis zeigen deutlich, dass die Meere auf die Erwärmung reagieren. "Es macht uns klar, dass wir mit einer reduzierten biologischen Produktion in vielen Regionen der Welt rechnen müssen", so Studien Co-Autor Jorge Sarmiento von der Princeton University in New Jersey. Die Folgen davon betreffen vor allem jene Menschen, die ihre Nahrung aus dem Meer beziehen, denn als Grundnahrungsmittel für alle höheren Lebewesen spielt das Phytoplankton eine wesentliche Rolle, da eine der Grundregeln der Meeresbiologie besagt, dass das Plankton für großen Fischreichtum in dem betreffenden Gewässer sorgt. Betroffen von der Abnahme des Phytoplanktons sind vor allem die gemäßigten Zonen.

"Wenn sich die Erde erwärmt, verändert sich aber nicht nur der Bestand des Phytoplanktons, sondern auch der Bestand der Spezies, die verschiedene Regionen der einzelnen Meereszonen dominieren", so Behrenfeld. Die gesamte Struktur des Ökosystems werde dadurch verändert. Das Forscherteam hat anhand von Satellitendaten die Veränderung des Phytoplanktons im Zeitraum von 1997 bis 2006 untersucht. Da die Meeresfarbe vor allem durch die unterschiedliche Konzentration des Planktons beeinflusst wird, konnten sie schnell herausfinden, welche Veränderungen es gab. In Gewässern mit grünem Schimmer herrscht eine relativ hohe Phytoplanktonkonzentration, während in jenen mit blauem Wasser eine geringere Menge vorhanden ist.

Die Abweichungen durch die beiden Klimaphänomene El Nino und La Nina 1997 und 1999 waren deutlich bemerkbar. Seit 2000 haben sich die Oberflächentemperaturen kontinuierlich erhöht, das Wachstum von Phytoplankton ist dagegen im Gleichschritt gesunken. Wenn sich die Meeresoberfläche erwärmt, wird das Oberflächenwasser leichter als das kalte dichte Wasser darunter. Das kalte Wasser ist voller Nährstoffe, die das Phytoplankton zum Wachstum braucht. Damit wird dem Phytoplankton die Nahrungsquelle praktisch abgeschnitten. "Ohne Phytoplankton wäre kein heterotrophes Leben im Meer vorhanden", so der Forscher, der betont, dass die Einzeller auch für etwa die Hälfte der gesamten Photosynthese der Erde verantwortlich sind. Die Experten schätzen, dass Phytoplankton etwa 50 Mrd. Tonnen CO2 jährlich binden kann. "Damit hat das Phytoplankton einen gewaltigen EinFluss auf den Kohlenstoffkreislauf des Planeten", subsumiert Behrenfeld.

Mit der Erwärmung und der steigenden CO2-Konzentration, geht aber auch eine andere Veränderung im Meer einher: Die Ozeane werden immer saurer. "Ganz besonders schlecht geht es dabei den so genannten Coccolithophoriden, das sind winzig kleine Meeresalgen, die einen Kalkpanzer bilden", erklärt der Wiener Meeresbiologe Jörg Ott von der Universität Wien im pressetext-Gespräch. Die kleinen Algen zählen aufgrund ihres zahlreichen Auftretens zu den bedeutendsten Primärproduzenten in den Weltmeeren und stehen an der Basis von Nahrungsketten. Auch sie beeinflussen den Kohlenstoffkreislauf und damit das gesamte Wetter- und Klimasystem der Erde.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nationalgeographic.com
http://www.univie.ac.at/marine-biology

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