Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pilotprojekt der Universität in Landau zur umweltgerechten Entwicklung von Quellen

15.02.2002


Quellen sind stark gefährdete Lebensräume, mit einer hochangepassten Tier- und Pflanzenwelt. Bisher gibt es nur sehr wenige Daten über die Ökologie dieser Biotope. Im Gebiet der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland (Pfälzerwald) werden zum ersten Mal Quellschutzmaßnahmen vorgenommen. In Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland, dem BUND Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. und gefördert durch das Land Rheinland-Pfalz und die Theyson Stiftung in Ludwigswinkel untersucht das Institut für Regionale Umweltforschung und Umweltbildung (IFU) der Universität in Landau 100 von den dort 250 bekannten Quellen auf ihren Zustand. Die Beteiligten erwarten, dass dieses Projekt mit Vorbildcharakter Anstöße zu weiteren, vergleichbaren Vorhaben in anderen Regionen geben wird.

Die wichtigste Frage lautet: Wie wird künftig mit gefassten Quellen umgegangen - Renaturieren, die Fassungen verfallen lassen oder die Fassungen restaurieren? "Jede Quelle ist ein Individuum, Pauschal-Rezepte zum Umgang mit ihnen gibt es nicht", so Dr. Hans Jürgen Hahn, Geschäftsführer des IFU. Ein Pflege- und Entwicklungsplan, der auf einer soliden Datengrundlage aufbaue und für jede einzelne Quelle Entwicklungsziele und Maßnahmen formuliere, müsse als Entscheidungsgrundlage herangezogen werden. In der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland seien etwa 40 Prozent aller Quellen gefasst. Viele dieser Fassungen, die oft aus der Zeit der Jahrhundertwende stammten, seien im Begriff zu verfallen. Durch diesen Prozess seien oftmals wieder wertvolle Biotope entstanden, die durch Restaurierungsmaßnahmen zerstört werden würden. An ungefassten Quellen könne intensive forstliche Nutzung, aber auch ungeregelter Besucherdruck zu Schädigungen führen, betont Hahn. Ein weiteres Problem sei die Versauerung von Quellen insbesondere in Ober- und Mittelhanglagen.

In der ersten Projektphase wurden die Quellen ausgewählt und erfasst. Jetzt erfolgt die Bewertung hinsichtlich Geologie, Struktur, Umfeld, Nutzung, Fauna, Flora und Wasserchemismus. Für die bewerteten Quellen sollen im Rahmen eines Gewässerpflegeplanes Vorschläge für Maßnahmen erarbeitet werden. Grundlage der empfohlenen Maßnahmen wird eine Abwägung zwischen den Interessen des Naturschutzes, der Wassergewinnung und des Fremdenverkehrs sein. Mittelfristig wird dann die Realisierung dieser Maßnahmen unter Einbeziehung aller Beteiligten und begleitet durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit angestrebt.

Da Quellen nicht nur schützenswerte Lebensräume seien, sondern oft auch Anziehungspunkte für die Bewohner und Gäste der Region, sei bei den Maßnahmen sehr genau zwischen den verschiedenen Interessen abzuwägen, so Hahn. Die Umsetzung des Plans, die nur als Kooperationsmodell erfolgreich sein werde, erfordere die Einbindung aller Akteure vor Ort sowie eine konsequente Öffentlichkeitsarbeit, um die nötige Akzeptanz zu schaffen. Angesichts des hohen Stellenwerts, den Quellen im allgemeinen Bewusstsein einnehmen würden und des zu erwartenden geringen Konfliktpotentials bestünden günstige Chancen für ein Gelingen.

Kontakt:
Dr. Hans-Jürgen Hahn
Tel: 06341 280-211; Fax: 06341 280-367
E-Mail: hahn@uni-landau.de

Bernd Hegen | idw

Weitere Berichte zu: Fassungen Felsenland

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie