Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aufstieg der Fische wieder möglich

11.02.2002


Gemeinsam mit der Gewässerdirektion Donau/Bodensee wird die EnBW Kraftwerke AG am Wasserkraftwerk Kiebingen (Landkreis Tübingen) einen 250 Meter langen Fischpass bauen, um den Wiederaufstieg der Fische im Neckar zu ermöglichen. Damit wird eine Maßgabe aus dem Wasserrechtsverfahren erfüllt, das im Zusammenhang mit der 1999 durchgeführten Sanierung des Wehrs der Wasserkraftanlage erforderlich war. Die Kosten für diese Umweltschutzmaßnahme belaufen sich auf insgesamt 585.000 Euro. Dazu steuert die EnBW rund 500.000 Euro und die Gewässerdirektion 85.000 Euro bei. Wie die EnBW Kraftwerke AG in einer am Freitag veröffentlichten Presseinformation mitteilte, wird von Mai bis Oktober 2002 auf der linken Neckarseite in Höhe Flusskilometer 251,0 ein so genanntes Umgehungsgerinne gebaut, das etwa 140 Meter unterhalb der Wehranlage des Wasserkraftwerks Kiebingen in den Neckar mündet. Im Vorfeld der eigentlichen Bauarbeiten soll bereits in den nächsten Tagen in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde mit den notwendigen Rodungsarbeiten begonnen werden.

Der Fischpass wurde gemeinsam von der EnBW Ingenieure GmbH (Stuttgart) und dem Ingenieurbüro Nill (Neustetten) konzipiert. Vorgesehen ist ein kombiniertes Umgehungsgerinne, dessen oberer, flacherer Teil auf etwa 110 Meter von der Gewässerdirektion als naturnahes Gerinne ausgeführt wird. Den deutlich steileren, unteren Teil baut die EnBW als so genannten Becken-Schlitz-Pass. Aufgrund der Höhendifferenz von nahezu 8 Metern ist hier ein naturnahes Gerinne aus geographischen Gründen nicht möglich. Die Sohle des naturnahen Gerinnes muss rau gestaltet werden, um die Fließgeschwindigkeit zu begrenzen. Dazu werden in unregelmäßigen Abständen größere Steine gesetzt und in die Zwischenräume eine Steinschüttung eingebracht. Die Trasse des Gerinnes wurde dabei so festgelegt, dass der Schilfgürtel am Ufer, der als Biotop besonders geschützt ist, durch die Baumaßnahmen nicht beeinträchtigt wird. Der nachfolgende Becken-Schlitz-Pass, dessen Bauweise in Deutschland noch selten ist, besteht aus 37 Einzelbecken, die jeweils 3,80 Meter lang und 1,80 Meter breit sind. Um auch Kleinstlebewesen eine Wanderungsmöglichkeit zu bieten, werden die Beckensohlen mit etwa 0,30 Meter Sohlsubstrat aus gebrochenen Steinen aufgefüllt. Mit einem durchgehenden Sohlgefälle von 5,3 % durchschneidet der Becken-Schlitz-Pass das teils mit Stahlbetonplatten befestigte linke Neckarufer.

Die Planung des Umgehungsgerinnes erfolgte in enger Abstimmung mit den Fischereisachverständigen des Regierungspräsidiums Tübingen. Nach Fertigstellung des Bauwerks wird der Betreiber des Wasserkraftwerks Kiebingen, das Rudolf-Fettweis-Werk (Forbach) der EnBW Kraftwerke AG in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium die Funktionstüchtigkeit abschließend prüfen.

Öffentlichkeitsarbeit | ots
Weitere Informationen:
http://www.enbw.com

Weitere Berichte zu: Gewässerdirektion Kraftwerk Wasserkraftwerk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise