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Artensterben im Treibhaus

07.02.2002



WWF veröffentlicht neue Studie zum Klimawandel in artenreichen Regionen


Der Klimawandel schlägt in den artenreichsten Gebieten der Erde besonders hart zu. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Report des WWF. Die jetzt vorgestellte Studie untersucht die Auswirkungen des Klimawandels in 113 ökologisch besonders wertvollen Regionen. Berücksichtigt wurden Gegenden, die sich durch eine hohe biologische Vielfalt auszeichnen oder in denen Tiere und Pflanzen leben, die weltweit nur an einem einzigen Ort vorkommen.

Laut der Studie ist in rund 20 Prozent dieser "biologischen Schatzkammern" mit einem massiven Artensterben zu rechnen. Der Klimawandel gefährde das Überleben vieler Tier- und Pflanzenarten, weil sie sich nicht rechtzeitig an die veränderten Lebensbedingungen anpassen können. Viele Zugvögel werden Probleme bekommen, wenn ihre Rast- und Brutplätze in küstennahen Feuchtgebieten überschwemmt werden. Bleibt das Packeis aus, müssen Eisbären hungern, da ihnen der Weg zu ihren Jagdgebieten abgeschnitten ist. Auch in den Tropen wird der Lebensraum für viele Arten knapp. Durch zunehmende Trockenheit steigt die Gefahr von Waldbränden, wodurch sich die Lage für ohnehin gefährdete Arten wie den Orang-Utan weiter verschärft. Die betroffenen Gebiete reichen von den Tropen bis zu den Polen. Die kanadische Tundra hat ebenso unter dem Klimawandel zu leiden wie das Anden-Hochland in Chile und Argentinien oder die Taiga im Uralgebirge. Im Visier des Klimawandels ist auch die indische Savanne, die Daurische Steppe in der Mongolei und Russland sowie große Gebiete in Australien.


"Die Studie zeigt die Dringlichkeit, den Klimaschutz weltweit voranzutreiben," betont Regine Günther Leiterin des Referats Klimaschutz beim WWF Deutschland. Spätestens bis zum Erdgipfels in Johannesburg (WSSD - World Summit on Sustainable Development), der am 26. August eröffnet wird, müsse die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls in trockenen Tüchern sein. Der Vertrag tritt nur in Kraft wenn 55 Staaten, die zugleich für mindestens 55 Prozent des CO2 Ausstoßes der Industrieländer verantwortlich sind, das Protokoll ratifizieren. Auf dem Erdgipfel werden die Regierungschefs aus aller Welt über die Fortschritte auf dem Weg zur Nachhaltigkeit berichten. „Es wird wenig zu berichten geben, wenn es nicht gelingt, endlich mehr Tempo in die internationalen Anstrengungen zum Klimaschutz zu bringen,“ so Regine Günther vom WWF. Der WWF hat eine Liste mit 25 Staaten vorgelegt, auf die es jetzt besonders ankomme. Darunter sind die 15 Mitgliedstaaten der EU, Japan, Russland, Kanada und einige osteuropäische Länder.

| WWF

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