Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verlangsamte Wasserzirkulation als Klimafaktor vermutet

07.02.2002


Temperatur des Pazifiks ist in Äquatornähe um 0,8 Grad Celsius gestiegen

Eine Verlangsamung der Wasserzirkulation im Pazifischen Ozean hat in den letzten Jahren zu einer Temperaturerhöhung an der Wasseroberfläche geführt. Zu diesem Ergebnis kam eine Forschergruppe um Michael McPhaden vom Pacific Marine Environmental Laboratory in Seattle, Washington. Dieser Temperaturanstieg könnte in den vergangenen 30 Jahren eine Veränderung des Klimas bewirkt haben, berichtet Nature in seiner aktuellen Ausgabe (Nature, 415, 2002, 3603-3608). Es könnte dadurch aber auch weniger CO2 in die Atmosphäre gelangen und die Erderwärmung in Schach halten.

Im Pazifik zirkuliert das Wasser in zwei großen Strömungen, wobei eine in die nördliche und eine in die südliche Hemisphäre fließt. Dabei strömt subtropisches Wasser in einer Tiefe von 100-400 Metern zum Äquator, kommt dort an die Oberfläche und zieht weiter zu den Polen. McPhaden und sein Kollege Dongxiao Zhang von der Universität Washington in Seattle sind jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass in den letzen 30 Jahren um 25 Prozent weniger Wasser aus den Subtropen den Äquator erreicht hat. Das hat zu einer Steigerung der Wassertemperatur um 0,8 Grad Celsius geführt. Dieses Phänomen wird aber nicht auf die globale Erwärmung zurückgeführt, da die Bewölkung in diesem Gebiet zugenommen hat, und daher ein kühlender Einfluss herrscht. Genaue Beobachtungen haben eine langsamere Strömung im Pazifik bewiesen. Ursache dafür könnte die Veränderung bei dem alle drei bis sieben Jahre auftretenden El-Nino sein, der Schwankungen der Ozeantemperatur und der Winde bewirkt. El-Nino ist verantwortlich für wechselhaftes Wetter auf der Erde, einschließlich Dürrezeiten in Südost-Afrika und Überschwemmungen in Südamerika. Seit 1970 tritt El-Nino häufiger und verstärkt auf. Für aussagekräftige Rückschlüsse sind aber noch weitere Untersuchungen notwendig.

Welchen Einfluss der Temperaturanstieg im Äquatorbereich des Pazifiks auf das Klima hat, ist noch nicht feststellbar, so Richard Kleeman vom Center for Atmosphere Science in New York. Eine Verbindung mit der globalen Erwärmung kann aber nicht ausgeschlossen werden. Potenzial liegt in der Untersuchung des Karbonzyklus: Der tropische Pazifik gilt als die größte ozeanischen CO2-Quelle, und gibt es an die Atmosphäre ab. Durch die verlangsamte Zirkulation besteht die Möglichkeit, dass weniger Treibhausgas in die Atmosphäre gelangt und dadurch die globale Erwärmung eingedämmt wird

Ulrike Unterberger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.pmel.noaa.gov
http://www.math.nyu.edu/caos
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=020207023

Weitere Berichte zu: El-Nino Erwärmung Pazifik Wasserzirkulation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie