Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher der TU Kaiserslautern erfinden Mini-Kläranlage

30.11.2006
Einen deutschlandweit einzigartigen Ansatz verfolgt ein Forscherteam der TU Kaiserslautern, bestehend aus Siedlungswasserwirtschaftlern und Informatikern.

Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten dreijährigen Verbundprojektes entwickeln die Forscher in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn und innovativen deutschen Unternehmen wie der Villeroy & Boch AG, dem weltweit tätigen Anlagenbauer EnviroChemie aus Rossdorf bei Darmstadt und der ap-system engineering ein System, bei dem sämtliche anfallenden Abwässer sowie alle Feststoffe wiederverwertet werden sollen.

Das Projekt trägt den Titel 'KOMPLETT', da ein geschlossenes System von der Trennung der Abwasserströme im Haushalt durch spezielle im Rahmen des Projektes entwickelte Sanitäreinrichtungen über die effektive Reinigung der anfallenden Abwässer (bis hin zu einer für die Verwendung als Trinkwasser erforderlichen Qualität) bis hin zur Kontrolle der Reinigungssysteme über online-Messgeräte und Kameras aufgebaut werden soll.

Die Abwasserströme eines in der Kernstadt von Kaiserslautern gelegenen Wohnblocks der Bau AG Kaiserslautern werden in die Fraktionen "Schwarzwasser"' (das heißt das Toilettenspülwasser) und "Grauwasser" (Abwasser aus Duschen, Waschbecken, Waschmaschinen, etc.) getrennt und zu speziell für das Projekt entwickelten Versuchsreaktoren, die in Containern neben dem Gebäude untergebracht sind, geleitet. Dort erfolgt die biologische sowie chemisch-physikalische Aufbereitung des Wassers in technischen Behandlungs- und Aufbereitungsanlagen. Das zur Wiederverwendung aufbereitete Wasser wird jedoch nicht in die Wohnungen zurückgeführt, sondern in einem ersten Schritt nach Kontrolle der erzielten Qualität in die Kanalisation geleitet. Parallel zu den Untersuchungen an dem Wohnblock finden vertiefende Untersuchungen an der Zentralkläranlage Kaiserslautern mit Unterstützung der Stadtentwässerung Kaiserslautern statt.

Nach erfolgreichem Funktionstest der Anlage in Kaiserslautern im nächsten Jahr soll ab 2008 in einem Bürogebäude mit Shopping Center eine tatsächliche Schließung der Kreisläufe stattfinden, das heißt, das aufbereitete Abwasser wird für Zwecke im Haushalt direkt wieder verwendet!

Sind die Ansätze des KOMPLETT-Teams erfolgreich, so ergibt sich ein weltweiter Markt für die Einführung solcher Systeme. Insbesondere in Wassermangelgebieten sowie dünn besiedelten Regionen scheint nach Ansicht der Forscher ein Einsatz von großem ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen.

Weitere Info zum Projekt und Projektpartnern: http://www.komplett-projekt.de

Kontaktadresse:
Dr.-Ing. Joachim Hansen, tectraa an der TU Kaiserslautern;
jhansen@rhrk.uni-kl.de
Dr.-Ing. Heidrun Steinmetz, Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft; hsteinme@rhrk.uni-kl.de
Tel. 0631/205-2905
TU Kaiserslautern, Postfach 3049, 67653 Kaiserslautern

Thomas Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.komplett-projekt.de
http://www.uni-kl.de

Weitere Berichte zu: Abwasser Abwasserströme Mini-Kläranlage

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie