Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Konsum und Produktion nachhaltiger gestalten, um die Kyoto-Ziele zu erreichen

22.11.2006
Regierungen und Unternehmen müssen Strategien entwickeln

Pressemitteilung des UNEP/Wuppertal Institute Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) anlässlich der Internationalen Expertenkonferenz "Creating Solutions for Sustainable Consumption and Production" am 22. und 23. November in Wuppertal

Wuppertal, Deutschland - Regierungen sollten dringend Strategien entwickeln, um den rasanten Anstieg des nicht-nachhaltigen Konsum- und Produktionsniveaus zu bewältigen und eine internationale Vereinbarung über einen Aktionsplan bis 2011 zu erreichen. Dazu wurde vor Politikern und Experten aus aller Welt aufgerufen, die sich heute bei der Expertenkonferenz zum so genannten 'Marrakesch Prozess' der Vereinten Nationen in Wuppertal versammelt haben.

"Wir stellen fest, dass Regierungen die Dringlichkeit sehen, dem Klimawandel zu begegnen und die erklärten Ziele des Kyoto-Protokolls 2008 - 2012 zu erreichen", betonte Michael Kuhndt, der Leiter des cscp, das die Konferenz ausrichtet. "Die Umweltbelastung durch den Konsum der Haushalte steigt jedoch unerbittlich an, abgesehen von einigen Verbesserungen bei der Ressourceneffizienz." Kuhndt ergänzte: "Die Anzahl der Personen pro Haushalt wird geringer; die Anzahl und Vielfalt der Produkte im Haushalt wächst; wir reisen häufiger und über größere Entfernungen. Wir brauchen daher dringend weitere Maßnahmen, um Konsum und Produktion umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten."

Gemäß einer neueren Studie der Europäischen Kommission zur Umweltbelastung von Produkten entfallen 70 bis 80 Prozent der Umweltbelastung des privaten Konsums auf Ernährung, Privatverkehr und Wohnen. Die Zahl der Menschen in der so genannten 'globalen Konsumenten-Klasse' mit einem Jahreseinkommen von über 7000 Dollar pro Familienmitglied hat sich rasant vermehrt. Wenn Indien und China im gleichen Tempo weiter wachsen, wird ein weiteres Drittel der Weltbevölkerung bis 2015 zu dieser Gruppe gehören, die Hälfte davon in heutigen Entwicklungsländern. Bereits heute würde eine Versorgung der Weltbevölkerung auf amerikanischem Konsumniveau die Ressourcen von fünf Planeten erfordern. Doch vorrangig stehen wir vor der Herausforderung, die Armut derer zu bekämpfen, die von weniger als einem Dollar täglich leben müssen.

Beim UN-Weltgipfel zu nachhaltiger Entwicklung in Johannesburg wurden alle Regierungen mit dem 'Plan of Implementation' aufgefordert, nicht-nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster zu verändern. Gegenwärtig leiten die Vereinten Nationen einen Prozess (auch als 'Marrakesch-Prozess' bezeichnet) ein, der zum Ziel hat, bis zum Jahr 2011 ein 10-Jahres-Rahmenprogramm zu nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion aufzustellen. Sieben EU-Länder haben so genannte 'Marrakech Task Forces' eingerichtet, Arbeitsgruppen von Regierungsvertretern und namhaften Experten, die konkrete politische Maßnahmen zu spezifischen Konsum- und Produktionsthemen oder -bereichen erarbeiten. Die Mitglieder dieser sieben Task Forces treffen sich im Rahmen dieser Experten-Konferenz, um zu diskutieren, wie die Regierungen entwickelter und nicht entwickelter Länder zusammen arbeiten können, um gemeinsam konkrete Aktionspläne ins Leben zu rufen.

Auf der Konferenz rief Arab Hoballah, Leiter der UNEP-Abteilung 'Sustainable Consumption and Production', die Regierungen auf, regionale und nationale Strategien und Aktionspläne zu verabschieden. Hoballah sagte: "Die Staatsführungen spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, einen politischen Rahmen zu schaffen, der es sowohl den Unternehmen erlaubt, vermehrt in nachhaltige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu investieren, als auch die Verbraucherinnen und Verbraucher bei nachhaltigeren Lebensstilen unterstützt. Der 10-Jahres-Plan sollte eine internationale Vereinbarung über Aktionen aller Teilnehmer festlegen. Die Regierungen müssen ihre Anstrengungen auch in der Öffentlichkeit verstärken, damit bis zum Jahr 2011 eine nachhaltige Entwicklung einsetzen kann."

Pionier-Unternehmen haben längst umwelt- und sozialverträgliche Produkte als Marktchance entdeckt. So ist der globale Umsatz von fair gehandelten Produkten im Jahr 2005 um mehr als ein Drittel (37%) auf 1.1 Milliarden Euro gestiegen. Thomas Speck, Geschäftsführer des Gepa Fair Handelshauses, Europas größter Fair Trade Gesellschaft, erklärt das so: "Unsere Produkte werden nun breit angeboten, in Supermärkten, Unternehmenskantinen und Mensen ebenso wie in Spezialgeschäften. Fair Trade bietet Win-Win-Lösungen sowohl für die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzenten als auch für das Gewissen und die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher."

Anmerkungen
- Creating Solutions for Sustainable Consumption and Production ? An Expert Conference on the Marrakech Process ist der Titel der Expertenkonferenz, die vom 22. November, 9.00 Uhr bis zum 23. November 2006, 16.30 Uhr in der Historischen Stadthalle Wuppertal stattfindet. Die Konferenz wird ausgerichtet vom UNEP/Wuppertal Institute Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP), in Partnerschaft mit dem United Nations Environment Programme (http://www.unep.fr/sustain) und in Kooperation mit dem Club of Rome und der Association of Development Financing Institutions in Asia and the Pacific (ADFIAP). Etwa 150 Gäste aus UN-Vertretungen, Regierungen, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und aus der Wissenschaft nehmen daran teil. Das Programm und weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des CSCP http://www.scp-centre.org

- Der Marrakesch-Prozess ist eine gemeinsame internationale Anstrengung, einen 10-Jahres-Rahmen für Programme zum nachhaltigen Konsum und nachhaltiger Produktion aufzustellen. Dieser Prozess wurde nach dem Ort des ersten internationalen Treffens 2003 in Marokko benannt. Der 10-Jahres-Plan wird vertreten und überprüft durch den '2010-2011 cycle' der 'Commission on Sustainable Development (CSD)'.

- Die internationale Eröffnungsfeier des UNEP/Wuppertal Institute Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (cscp) findet am 22. November 2006,ab 19.30 Uhr, in der Huppertsberg Schnürriemen-Fabrik, Hagenauer Straße 30, Wuppertal, statt. Das cscp wurde im November 2005 gemeinsam von der UNEP und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gegründet, um der Forderung nach Nachhaltigkeit in Konsum und Produktion durch wissenschaftliche Unterstützung des Marrakesch-Prozesses zu begegnen.

Presse Kontakt
Dorle Riechert
The UNEP/Wuppertal Institute Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (cscp)
Hagenauer Straße 30, 42107 Wuppertal, Germany
Tel: +49 (0)202 2492-180 Fax: +49 (0)202 2492-108
Mobile: +49 (0) 152 02562460
E-mail: pr@scp-centre.org

Dorle Riechert | idw
Weitere Informationen:
http://www.wupperinst.org
http://www.scp-centre.org

Weitere Berichte zu: Collaborating Consumption Konsum Production SUSTAINABLE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie