Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wasser sparen im Gewächshausgartenbau

20.11.2006
Forschungsprojekt "Watergy" der TU Berlin erhält Ricardo Carmona Preis der Messe für erneuerbare Energien und Wassertechnologien in Almeria, Spanien

Im Rahmen der Messe für erneuerbare Energien und Wassertechnologien vergab die Industrie- und Handelskammer der spanischen Provinz Almeria den Ricardo Carmona Preis in Höhe von 10.000 Euro für die beste wissenschaftliche Arbeit an das Forschungsprojekt "Watergy". Das Projekt beinhaltet ein Verfahren zur Wasserrückgewinnung in geschlossenen Gewächshäusern und wurde vom Institut für Architektur, Fachgebiet Gebäudetechnik und Entwerfen der Technischen Universität Berlin initiiert und geleitet.

Der Forschungsprototyp wurde im größten europäischen Gemüseanbaugebiet in Gewächshäusern bei Almeria errichtet. Hier wächst bei Temperaturen von bis zu 40° Celsius Okra, ein bohnenähnliches Gemüse. Das von den Pflanzen verdunstete Wasser wird in dem geschlossenen Gewächshaus durch Kondensation in einem Kühlschacht wieder zurückgewonnen. Hierdurch wird der Wasserverbrauch im ohnehin Wasser sparenden Gewächshausanbau nochmals deutlich verringert.

Die Projektgruppe konnte durch dieses Verfahren der Luftbe- und -entfeuchtung bis zu 75 Prozent des zur Pflanzenbewässerung im Gewächshaus eingesetzten Wassers zurückgewinnen und somit den Wasserbedarf auf unter 0,5 Liter/m² reduzieren. Herkömmliche Gewächshäuser benötigen drei bis vier Liter. Das Verfahren wird hierdurch für den Erwerbsgartenbau in Trockengebieten interessant. Nur die Luftfeuchtigkeit, die durch verbleibende Undichtigkeiten insbesondere an den Notlüftungsklappen nach außen gelangt, geht dem System verloren.

Weitere Ergebnisse des Pflanzenanbaus im geschlossenen Gewächshaus sind der bisher völlige Verzicht auf Pestizide und die Möglichkeit der optimierten Anreicherung von CO2 als Pflanzennährstoff. Das Klima- und Lüftungssystem im Watergy-Gewächshaus basiert einzig auf natürlichen Auftriebs- und Abtriebskräften sowie auf einem Kühlsystem, das passiv durch die nächtliche Auskühlung regeneriert wird.

Dieses extrem wassereffiziente System ist in Zusammenarbeit mit der Fondacion Cajamar in El Ejido, Spanien, dem Wageningen University and Research Center aus den Niederlanden sowie der Berliner Firma Clina Heiz- und Kühlelemente entstanden.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Dr.-Ing. Martin Buchholz vom Fachgebiet Gebäudetechnik und Entwerfen der TU Berlin, Tel.: 030/314-21820, Fax: -26079, E-Mail: martin-buchholz@web.de, Internet: www.watergy.info

Ramona Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.watergy.info
http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2006/pi278.htm

Weitere Berichte zu: Gebäudetechnik Gewächshaus Wassertechnologien

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie