Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Böden so sauer wie Essig

14.11.2006
Gezielte Kat-Ionen Düngung als praktizierter Umweltschutz

Auf das Problem der übersäuerten Böden macht der Umweltbund in einem pressetext-Interview aufmerksam. Ausgangspunkt dafür war ein pressetext-Artikel über die weiterhin stark verstrahlten Böden nach dem Atomkraftwerksunfall von Tschernobyl ( http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=061030019 ). Als mögliche Lösung des Problems soll eine gezielte Kat-Ionen Düngung umgesetzt werden. Diese sei nach Meinung des Umweltbundes praktizierter Umweltschutz.

"In dem pressetext-Artikel wird auf die Strahlenbelastung durch Caesium aufgrund des Atomunfalls in Tschernobyl eingegangen. Damals hat der Wind die belasteten Wolken weit über Europa verteilt. Dies geschieht heute auch täglich durch Pestizidrückstände aus der Landwirtschaft und Industrieabgasen", so Friedhelm Berger, Präsident des Umweltbundes, im pressetext-Interview. "In der Pflanzenernährung ist weltweit bekannt, dass die Böden bei mangelnder Versorgung mit den Grundnährelementen wie die Kat-Ionen Kalium, Kalzium und Magnesium, andere Elemente wie etwa das Kat-Ion Caesium im Austausch von den Pflanzen aufgenommen werden." Auf sauren Böden mit einem pH-Wert unter sechs werde dies sogar noch stark begünstigt. "Leider haben fast alle mittel-nord-europäischen Wälder und viele landwirtschaftliche Flächen heute einen zu niedrigen pH-Wert und weisen keine ausgeglichene Kat-Ionen Versorgung auf."

"Nicht ausgeglichen gedüngte Pflanzenbestände oder nicht ausgeglichen ernährte Tiere oder Menschen werden unweigerlich krank." Deshalb müsse das erste Ziel sowohl in der Landwirtschaft als auch im Forst und in Naturflächen sein, die Böden und die Pflanzen ausgeglichen zu versorgen. "Die meisten heute als Natur- und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesenen Flächen sind in der landwirtschaftlichen Geschichte durch Raubbau und ständigen Düngeentzug ohne entsprechende Ausgleichsdüngung entstanden." Das treffe auf rund 95 Prozent der Heideflächen zu. Dadurch kam es auch zu Hungersnöten und Auswanderungen der Bürger. Der Experte wehrt sich dagegen, diese Natur- und Landschaftsschutzgebiete ebenso wie auch Agrarindustrieflächen als Aushängeschild zu verwenden, da diese nicht natürlich entstanden sind. "Die Naturschutzgebiete sind also durch Bodenversauerung und Schwermetallbelastung sowie hinein gewehte Pestizide geschädigt."

"Das Ziel sollte sein, dass die Bevölkerung nicht verseuchten Umweltbelastungen ausgesetzt wird", meint Berger. "Bei einer gezielten flächendeckenden Boden- und Blattdüngung werden Menschen und Natur nicht unnötig durch strahlende Schwermetalle wie Caesium oder durch das Schwermetall Kupfer belastet." Berger kritisiert auch den Umstand, dass im 'Bioanbau' immer noch häufig Kupfer eingesetzt werde. Tatsächlich sei allerdings nur eine gezielte Kat-Ionen Düngung mit Kalium, Magnesium, Kalk praktizierter Umweltschutz. "Menschen, die flächendeckend Heideflächen und Magerrasen wünschen, müssen sich der dadurch entstehenden Belastung bewusst sein", meint Berger abschließend im pressetext-Interview.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.Umweltbund.eu

Weitere Berichte zu: Caesium Düngung Heideflächen Kalium Kat-Ion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie