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DBU-Hilfe soll "Juwelen der Donau" in neuem Glanz funkeln lassen

06.11.2006
Hubert Weinzierl übergab heute Bewilligungsschreiben zum Schutz der Auwälder - Stiftung gibt 530.000 Euro

Wer von den Auwäldern der Donau erzählt, kann ins Schwärmen geraten: Sie seien der Dschungel Europas, mit ihrer Artenvielfalt die heimischen "Regenwälder" oder auch eine "Arche Noah" für Hunderte von bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Die Auwälder können auch den Menschen schützen: Bei Hochwasser saugen sie sich voll wie Schwämme. Nur sich selbst schützen können sie nicht: Die "Juwelen der Donau" sind bedroht.

"Es gibt nur noch wenige große zusammenhängende Auwälder entlang des Flusses. Und Schutzgebiete, die eingerichtet wurden, werden zum Teil nicht ausreichend vor Abholzung und Jagd geschützt", betonte Hubert Weinzierl, Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Deshalb fördert die Stiftung nun zwei weitere Projekte in Ungarn und Ostbayern zum Erhalt der Donau-Auwälder. Heute überreichte Weinzierl in Wiesenfelden Bewilligungsschreiben an das WWF-Auen-Institut der Universität Karlsruhe und den Bayerischen Landesbund für Vogelschutz mit rund 530.000 Euro.

An der mittleren und unteren Donau seien in den vergangenen vier Jahrzehnten großflächig Auenlebensräume verloren gegangen, weil die Flächen für Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft nutzbar gemacht wurden, erläuterte Weinzierl. "Die DBU will sich deshalb verstärkt auch der internationalen Dimension des Naturraums Donau annehmen", so der Kuratoriumsvorsitzende. Um die Auwälder zukünftig besser zu schützen, müssten vor allem Managementpläne für die Region entwickelt werden. Dabei wollen die Projektpartner auch die Bewusstseinsbildung der Menschen vor Ort fördern. Vor dem Hintergrund, dass Fragen der Umweltbildung und auch des Naturschutzes in den osteuropäischen Staaten "nach wie vor zu geringe Bedeutung zugemessen wird, kommen Vorhaben wie diesem erheblicher Modellcharakter zu", sagte Weinzierl.

So stellen die Auwälder von Gemenc und Béda-Karapancsa den größten noch erhaltenen Auwald-Komplex dar. Rund 25.000 Hektar ist die Fläche in Süd-Ungarn groß. "Sie gehören formell zum Nationalpark Donau-Drau", betonte Weinzierl. "Aber trotz Schutzstatus wird die Fläche noch zuviel forst- und jagdwirtschaftlich genutzt." Aufbauend auf bereits abgeschlossene Untersuchungen zum Potenzial des Naturraums will das WWF-Auen-Institut in Kooperation mit der Ungarischen Donauforschungsstation jetzt die Grundlagen für einen Managementplan zu dessen Schutz erarbeiten. "Ein wichtiger Baustein des Projektes wird die auch nachhaltige Regionalentwicklung sein", sagte Weinzierl. Naturverträglicher Tourismus solle am Ende eines Bewusstseins- und Umweltbildungsprozesses im Projektgebiet etabliert werden. "Vor allem für naturinteressierte Deutsche und Österreicher ist das Gebiet vergleichsweise leicht zu erreichen. Wenn die Auwälder natürlich sanft touristisch erschlossen würden, könnte das der gesamten Region helfen", so Weinzierl. Die DBU fördert das Projekt über drei Jahre mit insgesamt rund 440.000 Euro.

Weit weniger groß, aber dennoch schützenswert sind die Auwälder im östlichen Bayern in der Nähe von Regensburg. Der "Rainer-Wald" zeichnet sich dadurch aus, dass mit rund 65 Prozent ein besonders hoher natürlicher Auwald-Anteil erhalten werden konnte. "Hier wachsen noch immer die Bäume wild nebeneinander, die typisch für einen Auwald sind", sagte Weinzierl. "Eine aus Naturschutz-Sicht hochwertige Fläche, die Teil unseres Nationalen Naturerbes ist." Rund 90.000 Euro investiert die DBU für drei Jahre in ein Projekt des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), um den "Rainer-Wald" zu sichern und weitere Flächen in Auwald umzuwandeln. Dabei gilt es, möglichst alle Akteursgruppen mit einzubeziehen. Waldbesitzer, Forst- und Naturschutzverwaltung sowie Politiker und Gemeinden haben bereits ihre Kooperation zugesagt. "Der Donau wird ein Stück ihre ursprünglichen Lebensraums wieder zurückgegeben", so Weinzierl.

Neben dem Schutz bestehender Flächen ist auch ihre Vernetzung wichtig: Für einen "grünen Korridor", also für einen Biotopverbund an der Unteren Donau, setzt sich der WWF in Zusammenarbeit mit der DBU seit 2005 in einem laufenden Projekt ein. Fünf Jahre zuvor hatten Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine eine Vereinbarung zum Schutz der Feuchtgebiete an der Unteren Donau und im Delta unterzeichnet, die unter anderem den Schutz zusammenhängenden Lebensraums für Tiere sichern sollte. "Dieser Korridor ist das bisher größte grenzübergreifende Renaturierungsvorhaben in Europa", meinte Weinzierl. Die DBU unterstützt auch dieses Projekt mit über 450.000 Euro. "Die Auwälder sind ein Symbol dafür, das die Donau ein völkerverbindendes Flusslebewesen ist", betonte Weinzierl.

Franz-Georg Elpers | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

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