Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Konzepte für eine ökologische Nutzung der Trockengebiete

02.11.2006
Deutsche und Chinesische Forscher suchen gemeinsam nach Lösungen

Deutsche und chinesische Wissenschaftler wollen künftig stärker zusammen arbeiten, um ökologische Probleme der Trockengebiete im Nordwesten Chinas zu bekämpfen. Dazu soll ein gemeinsames Zentrum für Trockengebietsforschung in Beijing gegründet werden.

Diese Absicht erklärten Wissenschaftler der Agrar-Universität Urumqi, der Beijing Forestry University, der Universitäten Bielefeld, Halle, Hohenheim, Marburg und des Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ) auf einem deutsch-chinesischen Symposium in Urumqi im Oktober 2006. Im Mittelpunkt des Symposiums, das vom Chinesisch-Deutschen Zentrum für Wissenschaftsförderung (CDZ) unterstützt wurde, standen Fragen der Biodiversität in Trockengebieten. Ein Rückgang der Artenvielfalt und der Verlust von stabilen Ökosystemen spielt eine wichtige Rolle bei den Desertifikationsprozessen.

Desertifikation und globaler Umweltwandel bedrohen die Biodiversität und den Landschaftshaushalt vor allem in den Wüstenrandgebieten. Unsachgemäße Landnutzung, Überweidung und Rodungen (etwa in Oasen, in grundwassergespeisten Baumstreifen in Wadis und Galeriewäldern oder in der Trockensavanne), Übernutzung der Böden und Wasserressourcen führen zur Landschaftsdegradation und damit zum Verlust der von vorneherein schon sehr niedrigen biologischen Produktionsgrundlage sowie zum Rückgang der Artenvielfalt - also der Biodiversität. Für zukünftige Rehabilitationsmaßnahmen muss auch die Bedeutung der Biodiversität für die Ökosystemfunktionen verstärkt berücksichtigt werden. Die Erhaltung oder Entwicklung der Biodiversität in den Trockengebieten trägt zum Aufbau von langfristig stabilen Ökosystem bei. Dabei sollen standortsspezifische Maßnahmen zur Entwicklung der Biodiversität bei den Planungen zur Desertifikationsbekämpfung mitberücksichtigt werden. "Das setzt allerdings auch grundlegende Erkenntnisse über die vorhandene Biodiversität in den verschiedenen ariden Ökosystemen und deren Funktion in den Ökosystemen voraus", betont Maik Veste von der Universität Hohenheim.

"Denn stabile Ökosysteme und eine nachhaltige Land- und Ressourcennutzung sind entscheidend für die weitere Umweltentwicklung in China"

Schwerpunkt der wissenschaftlichen Untersuchungen wird die Region Urumqi und die Innere Mongolei sein. Die Stadt Urumqi liegt im Nordwesten Chinas und ist mit rund zwei Millionen Einwohnern die am weitesten vom Meer entfernte Großstadt der Welt. Wie alle chinesischen Großstädte wächst auch Urumqi rasant, obwohl die Stadt in einem Trockengebiet liegt, dass von Verwüstung betroffen ist ist. Diese Megacity befindet sich am Rande der Taklamakan-Wüste und war einst Teil der alten Seidenstraße.

Die wissenschaftliche Kooperation auf dem Gebiet der Trockengebietsforschung soll zwischen chinesischen und deutschen Instituten weiter ausgebaut werden. Das beschlossen die beteiligten Wissenschaftler. Schwerpunkte zukünftiger Projekte sind die Ökologie der Trockengebiete, das Management natürlicher Ressourcen, die Desertifikationsbekämpfung und die Erhaltung der Biodiversität. "Wir haben bereits Erfahrungen mit der Modellierung von Trockengebieten und Wäldern", erzählt Dr. Jürgen Groeneveld vom UFZ. "Diese Erfahrungen könnten wir einbringen, um die Aufforstungsprojekte in China zu unterstützen." Aber auch neue innovative Nutzungskonzepte, wie Energiefarmen und Bioenergie werden diskutiert. Der Austausch von Studierenden, Wissenschaftlern und Lehrpersonal soll gefördert werden, ebenso wie die Durchführung gemeinsamer Projekte zur Ökologie der Trockengebiete im weitesten Sinne, auch unter Berücksichtigung angewandter Aspekte. Koordiniert werden diese Aktivitäten in Zukunft von einem jetzt gegründeten, gemeinsamen Zentrum für Trockengebietsforschung in Beijing.

Weitere Informationen über:

Maik Veste
Sino-German Dryland Reseach Center
veste@drylandreseach.de
oder
Dr. Jürgen Groeneveld
Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ)
Telefon: 0341-235-2695
http://www.ufz.de/index.php?de=3830
oder
Doris Böhme / Tilo Arnhold
Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ), Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0341-235-2278
E-Mail: presse@ufz.de
http://www.ufz.de/index.php?de=640
Das UFZ Leipzig-Halle ist das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Es erforscht die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt in genutzten und gestörten Landschaften, insbesondere dicht besiedelten städtischen und industriellen Ballungsräumen sowie naturnahen Landschaften.

Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2.2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Die insgesamt 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie sowie Schlüsseltechnologien. Sie entwickeln Konzepte und Verfahren, die helfen sollen, die natürlichen Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen zu sichern.

Doris Böhme | idw
Weitere Informationen:
http://www.drylandresearch.de/
http://www.ufz.de/index.php?de=10594

Weitere Berichte zu: Biodiversität Trockengebiet UFZ Ökosystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise