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Umweltsünden zerstören das Ökosystem Gebirge

28.01.2002



UNO-Studie: Alpen, Rocky Mountains und Hindukusch stark bedroht

Wissenschaftler der UNO-Universität in Tokio haben in einer Studie festgestellt, dass die großen Gebirgszüge der Welt durch menschliche Eingriffe stark gefährdet sind. Zu den großen Gefahren des Ökosystems Gebirge zählen die Umweltverschmutzung, Ausbeutung durch Abholzung und Tourismus. Nach Angaben der Wissenschaftler sind 600 Mio. Menschen unmittelbar davon betroffen.

Zu den am meisten bedrohten Gebieten zählen unter anderem die Alpen, die Rocky Mountains und die Gebirgsketten Himalaya-Karakorum-Hindukusch. "Auch bewaffnete Konflikte, globale Erwärmung, rasches Bevölkerungswachstum, Bergbau und intensive Landwirtschaft gefährden die wichtigsten Trinkwasserlieferanten der Erde", so Jack Ives, Gebirgsforscher von der Universität von Carleton in Kanada und Studienautor. Jede Region sei anders zu beurteilen und eine Verallgemeinerung der Probleme sei daher fast nicht möglich, so der Wissenschaftler. Der Forscher räumte auch ein, dass es zum Teil fast keinen Datenaustausch über verschiedene Problembereiche gebe. Deshalb komme es zum Teil zu kontraproduktivem Handeln was den Schutz der Ökosysteme eher schadet.

Die Alpen sind besonders durch den intensiven Fremdenverkehr stark in Mitleidenschaft gezogen. "In einigen Gebieten gibt es seit den 50-er Jahren zwei Tourismus-Saisonen. Der Ausbau der Fremdenverkehrs-Infrastruktur hat für einige Täler schwere Umweltschäden wie zum Beispiel extreme Luftverschmutzung gebracht", so Ives. Das Absiedeln von kleinen Bergdörfern sorge für zusätzliche Bodenerosion, der intensive Tourismus sorge auch für steigende Wasserverschmutzung. Der Wissenschaftler hofft, dass die Schaffung des UNESCO World Heritage Parks am Aletsch-Gletscher im Dezember 2001 zumindest dieses Gebiet vor weiterer "Ausbeutung" schütze.

2002 wurde von den Vereinten Nationen als das Internationale Jahr der Berge ausgerufen. "Bergketten und Gebirgslandschaften sind essenziell für das Funktionieren des gesamten Ökosystems", so Hans van Ginkel, Rektor der UN-Universität in Tokio. Das internationale Jahr der Berge beginnt offiziell am 31. Januar. Am 1. Februar findet ein internationales Symposium zum Thema statt.

Wolfgang Weitlaner | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.unu.edu
http://www.unu.edu/mountains2002/hrphotos.html
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=020128015

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