Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstmalige Beobachtung von Berggorillas in Höhlen

27.10.2006
Bei einem Besuch der größten Berggorillafamilie in den Virunga-Bergen im Kongo machte ZGF Projektleiter Robert Muir vorgestern eine Beobachtung, die noch nie zuvor beschrieben worden ist: Er traf die Gorillas in einer Höhle an.

Dass irgendwann im Laufe der Evolution die gemeinsamen Vorfahren von uns Menschen und unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen, Höhlen als Wohnraum entdeckt haben, liegt auf der Hand. Doch dass heutige Menschenaffen Höhlen regelrecht bewohnen, ist bislang noch nicht beobachtet worden.


Infrarot Aufnahme von Berggorillas beim Verlassen der Höhle. Foto: Robert Muir, ZGF

Als ZGF-Projektleiter Robert Muir vorgestern die Gruppe "Kibirizi", die mit 32 Individuen größte Berggorilla-Familie im kongolesischen Virunga Nationalpark, besuchte, machte er eine Entdeckung, die durchaus als spektakulär bezeichnet werden darf. Er stieß auf eine Höhle - und auf Gorillas, die sich in dieser Höhle aufhielten.

Muir und einige Ranger des Nationalparks waren zu den Gorillas aufgebrochen, um nach dem Rechten zu sehen, da diese Familie in der Vergangenheit schwere Verluste durch Wilderer erlitten hatte, die ihre Jungtiere geraubt hatten. Robert Muir beschreibt die Entdeckung wie folgt: "Die ersten Zeichen, dass wir die Gruppe gefunden hatten war das Knacken im Geäst. Ein Jungtier spielte in den Bäumen direkt neben uns. Als wir nach den anderen Gruppenmitgliedern Ausschau hielten, stolperten wir über den von Vegetation verborgenen Eingang einer Höhle. Die Höhle selbst war schon eine Neuentdeckung, doch was dann kam, war unglaublich. Wir versammelten uns um den Eingang und hörten Grunzlaute und andere seltsame Geräusche aus dem Höhleninneren. Während wir die Äste beiseite schoben, um einen besseren Blick nach drinnen zu bekommen, erschien plötzlich ein Paar Augen, dass uns aus der Dunkelheit anstarrte. Langsam zogen wir uns zurück und unerwartet kletterten zwei heftig gegen das helle Licht blinzelnde Gorillas aus der Höhle. Gefolgt von einem dritten und vierten."

... mehr zu:
»Beobachtung »Gorillas »Höhle

Muir und die ihn begleitenden Ranger stiegen daraufhin selbst hinab in die 1,5 - 2 Meter hohe und rund 10 x 10 Meter große Höhle. "Als sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten", berichtet Muir weiter, "sahen wir, dass sich drei weitere Gorillas in der Höhle umher bewegten. Wir gaben den Eingang frei und beobachteten zwei Erwachsene und ein Jungtier, wie sie sich an Ästen und Ranken aus der Höhle zogen und sich dann zu den anderen Gruppenmitgliedern draußen gesellten."

Die Beobachtung von Robert Muir ist bislang einzigartig. Noch nie sind Gorillas beobachtet worden, die sich in Höhlen aufhalten. Inwieweit das für diese Gruppe zum normalen Verhalten gehört, wird Muir mit weiteren Besuchen an der Höhle bestätigen müssen. Auch die Frage, warum die Gorillas in die Höhle gehen, bleibt noch offen. Es könnte eine Strategie sein, sich vor Feinden, in dem Fall Wilderern, zu verstecken oder Schutz bei schlechtem Wetter zu suchen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das Gestein in der Höhle den Tieren wertvolle Mineralien bietet, mit denen sie ihre Nahrung ergänzen.

Dagmar Andres-Brümmer | idw
Weitere Informationen:
http://www.zgf.de
http://www.wildlifedirect.org/congo-rangers/?p=90

Weitere Berichte zu: Beobachtung Gorillas Höhle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik stimuliert Bakterien im Meer
17.04.2018 | Universität Wien

nachricht Wälder beeinflussen den globalen Quecksilber-Kreislauf maßgeblich
13.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics