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Sauberes Trinkwasser durch Uferfiltration - Forschungsvorhaben erfolgreich abgeschlossen

16.10.2006
Ein in Berlin angesiedeltes Forschungsvorhaben zur naturnahen Gewinnung von Trinkwasser ist abgeschlossen. Die Ergebnisse werden auf einer Tagung am 18. Oktober vorgestellt und ausgewertet.

Die Koordinierung des dreijährigen Projekts mit dem Kurztitel NASRI lag beim Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB), einer von Veolia Wasser, den Berliner Wasserbetrieben und der Technologiestiftung Berlin finanzierten Wasserforschungseinrichtung. Beteiligt waren rund 40 Wissenschafterinnen und Wissenschaftler aus zwei Berliner Universitäten, dem Leibniz Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei sowie dem Umweltbundesamt.

Das Vorhaben hatte ein Gesamtvolumen von 6,2 Mio. € und wurde ausschließlich über Beiträge der Gesellschafter ohne öffentliche Fördermittel finanziert.

Zum Abschluss der Forschungen erklärt der Leiter des KWB, Ludwig Pawlowski: "In Zusammenarbeit mit der Berliner Wissenschaft wurde jetzt ein beachtliches Ergebnis vorgelegt, was für eine nachhaltige Trinkwassergewinnung weltweit von Nutzen sein kann."

Uferfiltration ist ein naturnahes Verfahren zur Gewinnung von Trinkwasser, das in Berlin seit über 100 Jahren angewandt wird. Das Grundprinzip dieses Verfahrens beruht darauf, Oberflächenwasser über die Uferzonen aktiv zu filtrieren. Durch Anordnung von Brunnen entlang der Gewässerufer wird Fluss- oder Seenwasser langsam im Boden der Uferzone zum Versickern gebracht. Es erreicht dadurch die Qualität von Grundwasser.

Ein besonderes Augenmerk der Forschung lag auf Arzneimittelrückständen und Algentoxinen sowie Bakterien und Viren, die in Gewässern nachweisbar sind. Diese Stoffe werden schon in den ersten Metern der Uferzone von Gewässern vollständig abgebaut. Die Abbauprozesse konnten genau ermittelt werden. Dabei wirkt der Boden gleichzeitig als Filter und als Bioreaktor. Schadstoffe werden entlang der bis zu 300 Meter langen Fließstrecke zurückgehalten und biologisch abgebaut. Es sind daher langfristig keine Sättigungseffekte zu erwarten.

Das Kompetenzzentrum Wasser Berlin ist jetzt mit einem Teil der Projektgruppe in Indien aktiv geworden. Die Wasserversorger der Hauptstadt Delhi und die indische Regierung konnten davon überzeugt werden, dass die Berliner Erfahrungen dort vor Ort einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung liefern können. Probebohrungen zur Sondierung von Brunnenstandorten sind bereits abgeschlossen, so dass in Kürze der Probebetrieb von mehreren Uferfiltrationsteststrecken beginnen wird.

Die Tagung findet statt am 18.10.2006, Film-Museum am Potsdamer Platz, Potsdamer Str. 2 in Berlin-Mitte.

Medien sind zur Teilnahme eingeladen. Kompetente Gesprächspartner vermitteln wir gerne.

Ansprechpartner:
Dr. Bodo Weigert, Kompetenzzentrum Wasser Berlin
Tel. +49 30 53653 841
FAX +49 30 53653 888
bodo.weigert@kompetenz-wasser.de

Dr.-Ing. Bodo Weigert | idw
Weitere Informationen:
http://www.kompetenz-wasser.de/

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