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Malaysia und Singapur ersticken im Smog

10.10.2006
Import von indonesischem Palmöl muss gestoppt werden

Malaysia und Singapur haben den südlichen Nachbarn Indonesien dazu aufgefordert, endlich etwas gegen die Umweltverschmutzung durch die zum Großteil illegale Brandrodung zu unternehmen. Der Grund für den Aufschrei der beiden Staaten: eine dicke Smogwolke mit einer Sichtweite, die teilweise nur 200 Meter beträgt, hat die Halbinsel Malaya und die Insel Borneo erfasst. In Singapur musste sogar eine Warnung ausgegeben werden, dass die Bewohner ihre Häuser nicht mehr verlassen dürfen.

Das Ereignis scheint sich Jahr für Jahr zu wiederholen: Um Land für Ackerbau zu gewinnen, greifen die Indonesier zur Brandrodung. Große Teile Sumatras und der Süden Borneos stehen in Brand und die dicken Rauchwolken ziehen Richtung Norden. Dort verursachen sie Chaos: Flüge werden gestrichen, die Bevölkerung wird davor gewarnt ins Freie zu gehen und Autos müssen mit Licht fahren. Nach Berichten von BBC ist der Smog in diesem Jahr jedoch bei weitem nicht so schlimm wie im Vorjahr (pressetext berichtete http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=050812037 ). 1997 war die Umweltkatastrophe bisher am schlimmsten - damals war die Smogwolke mehrere tausend Quadratkilometer groß und führte sogar zum Absturz eines Airbus der indonesischen Fluggesellschaft Garuda.

Umweltschutzverbände wie die Deutsche Organisation Rettet den Regenwald (RdR) machen die zunehmend größeren Palmplantagen dafür verantwortlich. "Nach Berichten aus Indonesien werden große Teile der Regenwälder für Palmöl-Plantagen gerodet", so Reinhard Behrend, Vorsitzender der RdR, im pressetext-Interview. Durch die große Nachfrage nach Palmöl als alternative Energie, werde die Rodung der Regenwälder angeheizt, meint der Experte. "Regelmäßig werden riesige Waldflächen abgefackelt. Durch diese Waldbrände wurden in manchen Jahren bereits mehr als eine Mrd. Tonne CO2 freigesetzt. Das entspricht etwa 15 Prozent der weltweit vom Menschen verursachten CO2-Emissionen." Die Umweltorganisation fordert daher einen sofortigen Stopp des Imports von Palmöl aus Indonesien. Zudem dürfe auch kein Zellstoff und kein Tropenholz mehr von dort importiert werden.

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Das Bild der Waldbrände in Indonesien ist Jahr für Jahr dasselbe: Tausende Feuer brennen und können nicht unter Kontrolle gebracht werden. Malaysia hat angedroht die für das Feuer verantwortlichen Unternehmen zu klagen. Nach den verheerenden Bränden 1997 wurde schließlich 2002 ein Transboundary Haze Pollution Agreement von der Association of South East Asian Nations unterzeichnet, das als Frühwarnsystem wirken sollte. Demnach sollte auf die Gefahr des Feuers möglichst rasch reagiert werden. Im Juni hieß es seitens der indonesische Regierung, dass intensiv daran gearbeitet werde, die Feuer und die daraus resultierende Smogwolke unter Kontrolle zu haben. Die indonesische Regierung hatte per Gesetz Brandrodungen verboten, berichtet BBC, die Brände lägen allerdings in sehr entlegenen Regionen, in denen die Regierung keine Kontrolle habe.

Auf den indonesischen Inseln Sumatra und Borneo wurden bisher rund fünf Mio. Hektar Regenwald in Palmöl-Plantagen verwandelt. In Malaysia sind diese Plantagen zu 87 Prozent für das Verschwinden der Regenwälder verantwortlich. "Mehr als 90 Prozent des weltweit gehandelten Palmöls kommen aus diesen zwei Ländern", so Behrend. Der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf Palmöl, das unter diesen Umständen gewonnen wird, sei sinnlos. Behrend kritisiert die Pläne des Energiekonzerns RWE, ein großes Kraftwerk im englischen Littlebrook zukünftig mit Biodiesel aus Palmöl statt mit Erdöl zu befeuern. "Statt mit dem Einsatz von Palmöl das Weltklima anzugreifen, muss der deutsche Energiekonzern seine Millionen endlich in Energiesparmaßnahmen und einer Steigerung der Energieeffizienz investieren."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.regenwald.org

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