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Zucker von Makroalgen zerstört Korallenriffe

10.10.2006
Experten vergleichen Riffsterben mit Karies

Korallen sind möglicherweise ähnlich anfällig für jene Prozesse, die uns Menschen bei Karies treffen: Gesunde Korallen leben in einer Symbiose mit einzelligen Algen. Makroalgen, die meist aufgrund von Umweltverschmutzung auftreten, stören dieses symbiotische Leben empfindlich, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist Online http://www.newscientist.com .

Jennifer Smith, Meeresbiologin an der University of California in Santa Barbara, hat in einem Versuch gezeigt, dass Zucker, der von Makroalgen produziert wird, auf Korallen tödlich wirkt. In einer Versuchsanordnung mit Korallenstöcken von den südpazifischen Line-Inseln in Aquarien, die durch 0,02 Mikrometer Filter von einander getrennt waren, konnte sie die fatale Wirkung auf die gesunden Korallen zeigen. Die Filter verhinderten zwar einen Austausch von Mikroben und Viren, nicht aber vom Zucker. Die Korallenalgen starben innerhalb kürzester Zeit. In einer zweiten Versuchsanordnung wurde Ampizillin, ein Breitband-Antibiotikum, hinzugefügt und die Korallenalgen überlebten. Smith hatte diese Forschungsergebnisse anlässlich der Konferenz der International Society of Reef Studies in Bremen präsentiert.

Zu ähnlichen Forschungsergebnissen ist auch der israelische Forscher Yoso Loya von der Universität Tel Aviv gekommen. Er berichtete davon, dass Korallen vor der Küste von Eilat vor allem unter der Überdüngung aus Aquafarmen leiden. Auch dort ist es zu einer Zunahme der Makroalgen gekommen. Ein weiteres Problem ist die Überfischung, denn gesunde Korallenriffe brauchen einen gesunden Fischbestand, der den Makroalgen-Bestand niedrig hält. Immer noch wird in zahlreichen Regionen mit Dynamit gefischt. Als weitere Ursache für das Korallensterben kommt die Klimaerwärmung dazu.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucsb.edu

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