Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

20 Top-Umweltverschmutzer beraten in Mexiko

04.10.2006
Öl-Pest: UN drängt zu raschem Handeln in Libanon

Minister der 20 größten Umweltverschmutzer der Welt haben sich zu einem Treffen im mexikanischen Monterrey zusammengefunden. Besprochen werden sollen Methoden, um die Umweltverschmutzung und vor allem die Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. China, Indien, Brasilien und Südafrika werden neben den G8-Staaten an dem Treffen teilnehmen, berichtet BBC-online. Der ehemalige Weltbank-Chef Nicholas Stern wird über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Klimaveränderung referieren.

Zu den zentralen Punkten des Nachfolgetreffens zum G8-Gleneagles Summit gehören neben der Reduktion der Treibhausgase auch alternative Technologien, Investitionsbeteiligungen im privaten und öffentlichen Sektor und eine Roadmap für umweltfreundliche Energiesysteme. Die USA, die dem Kyoto-Protokoll nicht beigetreten sind, nehmen am Treffen nicht teil.

Stern wird im Rahmen der Konferenz seine neueste Studie präsentieren. Darin ist der Finanzexperte zum Schluss gekommen, dass die Industriestaaten den Entwicklungsländern wesentlich mehr helfen müssen, als dies bisher geschehe. Zudem müssen die Staaten der ersten Welt sofort reagieren und die Treibhausgas-Emissionen zurückschrauben. "Es kostet nicht die Welt den Klimawandel zu lösen, allerdings kostet es die Welt, wenn wir es nicht tun", meinte die britische Außenministerin Margaret Beckett vor der UN-Vollversammlung.

Dringendes Handeln sei auch im Libanon gefordert, meinen Experten des UN-Umweltprogramms UNEP. Mindestens 140 Kilometer Küstenstriche sind nach dem Bombentreffer einer Energieversorgungsanlage verseucht. Zwischen 10.000 und 30.000 Tonnen Öl sollen ins Meer gelangt sein. Im Vergleich dazu waren bei der Katastrophe der Exxon Valdez 1989 insgesamt 40.000 Tonnen Öl vor der Küste Alaskas ins Meer gelaufen. "Wie schlimm die Auswirkungen tatsächlich sind, kann man anhand der Beschaffenheit der Küste feststellen. Am meisten gefährdet sind neben den Wattgebieten und Mangroven, grobsandige Küsten und Kiesstrände. Hier kann sich das Öl wie eine Asphaltschicht ablagern und festigen", meint Michael Stachowitsch, Meeresökologe an der Universität Wien http://www.univie.ac.at/marine-biology , im pressetext-Interview. "Auf feinsandigen Stränden richtet Öl interessanterweise weniger Schäden an. Dies gilt auch für Steilküsten."

Stachowitsch kritisiert bei solchen Ölunfällen den Ablauf der Berichterstattung: "Zuerst heißt es in den Medien, dass nichts passiert sei, dann, dass zwar etwas passiert sei, dies aber unbedenklich sei. Dann folgen die Berichte über das Ausmaß der Katastrophe mit dem Kommentar, dass man nichts mehr machen könne." Zu guter letzt werde bei den Aufräumarbeiten gepfuscht, danach beschwichtigt. "Schließlich wandert die Berichterstattung von den Frontpages der Zeitungen immer weiter nach hinten, ehe alles ganz vergessen ist." Was den Forscher daran stört, ist die Tatsache, dass diese Katastrophen so lange in der Natur nachwirken.

Die UNEP geht im Libanon davon aus, dass der Krieg nicht nur schwere Umweltschäden in den Küstenabschnitten verursacht hat, sondern auch an Land. "Es gibt dringenden Handlungsbedarf, um die betroffenen Regionen zu säubern", meinte UNEP-Generalsekretär Achim Steiner. Betroffen davon sind unter anderem auch die 22 Tankstellen, die Tanklager am internationalen Flughafen in Beirut, nicht detonierte Sprengkörper und mögliche Lecks, ausgelaufenes Trafoöl oder zerborstene Behältnisse mit verschiedenen chemischen Substanzen. Die Umweltschäden nach Kriegshandlungen betreffen das ganze Land. Gefährdet sei die landesweite Versorgung mit sauberem Trinkwasser durch verseuchte Wasserreservoirs. Die UNEP hatte auch nach den Kriegshandlungen im Irak, Afghanistan, Liberia und am Balkan Berichte über die Umweltsituation geliefert.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk
http://www.g8.gov.uk
http://www.unep.org

Weitere Berichte zu: Kriegshandlungen UNEP Umweltschäden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften