Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Definition eines Umweltindikators zur Bodenqualität

27.09.2006
Forscher der Universität Turin in Italien lieferten ein umfassendes Rahmenwerk zur Definition der Bodenqualität in einem städtischen Umfeld.

Der Boden ist als natürliche Ressource so wichtig wie Wasser, Luft und die Biosphäre, erfährt jedoch meist die geringste Beachtung. Durch vielfältige menschliche Tätigkeiten nimmt die Bodenqualität in großen und kleineren Städten ab. Dennoch existierte vor dem URBSOIL-Projekt kein allgemeines Verfahren zur Unterstützung der städtischen Behörden bei der Überwachung von Tendenzen in der Bodenqualität.

Der Hauptbestandteil des an der Universität Turin entwickelten Konzepts ist die Definition eines Indikators mit dem Namen Umweltqualität (UQ), dessen Wert den Gesundheitszustand des Bodens an einem bestimmten Ort angibt.

Die UQ wird durch die Messung mehrerer quantitativer Boden- und Zersetzungskenngrößen nach dem Mindestdatensatz (MDS) bestimmt. Zum MDS gehören auch qualitative Informationen über den Probenort. Ein einfacher Bewertungsmaßstab ermöglicht die Erstellung einer numerischen Punktzahl (UQ) für jeden Ort. Je nach UQ-Wert wird die Umweltqualität des Orts als schlecht (benötigt z.B. eine Bodensanierung), durchschnittlich oder gut (z.B. geringer menschlicher Einfluss) eingestuft.

Um dieses Rahmenwerk umsetzen zu können, empfehlen die italienischen Wissenschaftler, dass jede Stadt innerhalb ihrer Grenzen einige dauerüberwachte Bereiche reserviert. Die Anzahl benötigter dauerüberwachter Bereiche richtet sich nach der Stadtgröße. Jeder dieser Bereiche muss etwa 50.000 Quadratmeter groß sein und im besten Fall auch mit weiterer Überwachungstechnik (z.B. Messstationen für die Luftqualität) ausgestattet werden.

Im Gegensatz zur stichprobenartigen Überwachung bieten dauerüberwachte Bereiche Vorzüge bei der zeitlichen und räumlichen Auflösung sowie bei der Mehrkomponentenanalyse. Dauerüberwachte Bereiche dürfen nach Möglichkeit nicht in der Nähe von starken Verschmutzungsquellen liegen. Die Universität bietet eine spezifische Anleitung bei der Wahl der zu messenden Bodenkenngrößen und auch dabei, wie diese in den dauerüberwachten Bereichen zu messen sind, an.

Das Rahmenprogramm ist einfach und flexibel, wodurch jede Stadt ihre eigenen UQ-Klassen eingrenzen kann. Die Anforderungen an die Daten sind moderat und unterliegen keinen strengen Beschränkungen. Neben den selbst gelieferten Informationen kann ein UQ-Indikator auch nützlich bei der Erstellung eines Teils von einem größeren Instrument zur Entscheidungsunterstützung sein. Man hofft, dass diese Entwicklungen zu einer nachhaltigeren Verwaltung von Bodenressourcen beitragen.

Franco Ajone Marsan | ctm
Weitere Informationen:
http://www.divapra.unito.it

Weitere Berichte zu: Bodenqualität MDS Rahmenwerk Überwachung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserforschung: Treibhausgase aus der Kläranlage
24.10.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer
20.10.2017 | Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 65 neue genetische Risikomarker für Brustkrebs entdeckt

Manche Familien sind häufiger von Brustkrebs betroffen als andere. Dies kann bislang nur teilweise durch genetische Risikomarker erklärt werden. In einem weltweiten Verbund haben Forscher nun 65 weitere Erbgutvarianten identifiziert, die zum Brustkrebsrisiko beitragen. Die Studie, an der auch Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg beteiligt waren, wurde in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Die Forscher erwarten, dass die Ergebnisse dazu beitragen, Screeningprogramme und die Früherkennung von Brustkrebs zu verbessern.

Seit Angelina Jolies medienwirksamer Entscheidung, sich vorbeugend die Brüste entfernen zu lassen, ist der genetische Hintergrund von Brustkrebs auch einer...

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fettstoffwechsel beeinflusst Genaktivität

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Forscher der Universität Hamburg entdecken Mechanismus zur Verdopplung von Pflanzengenomen

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Bakterielle Toxine im Darm

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie