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Deutschland: Mehr Platz für nachwachsende Rohstoffe

05.09.2006
2006 über 1,56 Mio. Hektar Anbaufläche - Rapsanbau weiterhin an erster Stelle

Die Anbaufläche nachwachsender Rohstoffe übersteigt in Deutschland nach Schätzungen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) erneut den Vorjahreswert und erreicht damit den neuen Rekordwert von über 1,56 Mio. Hektar (2005: 1,4 Mio. Hektar). Dies entspricht rund 13 Prozent der gesamten deutschen Ackerfläche. Innerhalb von zehn Jahren vergrößerte sich die Fläche um mehr als das Fünffache. Wie auch im Vorjahr bleibt der Rapsanbau mit einer Gesamtfläche von 1,1 Mio. Hektar an erster Stelle der Energie- und Industriepflanzen. "Raps wird auch in den nächsten Jahren an dieser Position sein. Langfristig gehen wir zwar davon aus, dass der Anteil anderer Rohstoffe jenen von Raps übertrifft. Da deren Einsatzgebiete jedoch noch in der Entwicklung sind, wird bis zu diesem Zeitpunkt noch einige Zeit vergehen", so FNR-Sprecher Torsten Gabriel gegenüber pressetext.

Neben der Ausweitung des Rapsanbaus, der bei der Herstellung von Biodiesel eingesetzt wird, verzeichnete die FNR auch deutliche Zuwächse bei Energiegetreide und Energiemais. Die für die Ethanolproduktion wichtigen Rohstoffe werden in diesem Jahr auf rund 295.000 Hektar angebaut. Weitere landwirtschaftliche Produkte, die im chemisch-technischen Bereich eingesetzt werden, sind unter anderem Weizen, Kartoffeln, Zuckerrüben oder Lein- und Sonnenblumenöl. Die Anbaufläche von Holz als Bau und Energiematerial beträgt im Jahr 2006 rund elf Mio. Hektar, diese wird jedoch in einer eigenen Statistik ausgewiesen.

In den nächsten Jahren soll die Anbaufläche für Energie- und Industriepflanzen weiter vergrößert werden. "Wir gehen davon aus, dass rund 17 Prozent des derzeitigen Energiebedarfs in Deutschland durch Bioenergie gedeckt werden könnten", erläutert Gabriel das vorhandene Potenzial. Bis 2030 könnte in Deutschland bereits eine Gesamtfläche von vier Mio. Hektar zur Verfügung stehen, ohne dabei die Nahrungsmittelproduktion oder den Naturschutz einzuschränken. Schon heute, so Gabriel, sind die nachwachsenden Rohstoffe für die Bioenergieproduktion der Wachstumsmotor der deutschen Landwirtschaft. Im europäischen Vergleich sei Deutschland bezogen auf den Anbau von Energie- und Industriepflanzen und deren Einsatz im chemisch-technischen Bereich in einer führenden Position.

Victoria Schubert | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de

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